STS-135

Da ich nach zwei Monaten Arbeit an einem Buch über die ISS so ein bisschen gesättigt von dem Thema Raumstation bin, aber feststelle, dass andere wohl nur auf dieses Thema einsteigen heute mal ein einfacher Aufruf:

Was soll STS-135 zur ISS bringen?

Die derzeit letzte Mission zur ISS wird STS-133 sein, angesetzt für den 16.9.2010. Es muss wie immer eine Rettungsmission bereit stehen. Nun gibt es Ideen die Rettungsmission unmittelbar danach selbst zu starten mit nur geringer Besatzung, damit sie im Notfall mit einer Sojus von der ISS zurückkehren kann. Dank 600 Millionen Dollar für die Shuttles im ersten Quartal des Finanzajahrs 2011 wäre das auch finanziell möglich.

Nun eure Meinung: Was sollte diese Mission zur ISS bringen? Die derzeitigen Munkeleien sprachen von einem MPLM mit Ersatzteilen.

8 thoughts on “STS-135

  1. Es wird auch gemunkelt, ein weiteres PMM (= MPLM Raffaello) zur ISS zu bringen. Während man darin auch Nachschub verstauen könnte, wäre ein Rücktransport von Experimenten dann nicht möglich. Genau darüber wird aber meines Wissens bei der NASA gesprochen.

    Die Frage ist aber auch, wie es mit einer möglichen Evakuierung laufen würde. Die aktuelle Sojus-Modellreihe TMA muss von zwei Kosmo- bzw. Astronauten geflogen werden. Für die vier gestrandeten Atlantis-Astronauten müssten also auch vier Sojus TMA gestartet werden. Ende 2010 startet natürlich die erste TMA-M (auch bekannt unter TMA-Z), mit der nur zwei Flüge notwendig wären, aber da bleibt abzuwarten, wann die endgültige Ablösung erfolgen wird.

  2. Wenn ich davon ausgehe, dass die bemannten Missionen zu Mond und Mars nicht endgültig gestorben, sondern nur verschoben sind, dann ist es notwendig endlich für mehr Autarkie der ISS zu sorgen und die notwendigen Techniken zu entwickeln.
    Dazu gehört

    1.) Sauerstoffversorgung
    2.) Nahrungsversorgung
    3.) effektive Triebwerke für Raumbetrieb
    4.) eigenständige Reparaturmöglichkeiten

    sonst werden alle Langzeitmissionen sofort zu Kostenungetümen, bzw. zu logistischen Monstern.

    Ich schlage deshalb vor, mit der Mission ein Hydroponisches Labor zu starten, um die Möglichkeiten der eigenständigen Nahrungserzeugung und der Sauerstoffversorgung zu untersuchen. Dazu braucht es nur Racks mit Beleuchtung, Nährlösung und Versorgung mit Luft (angereichert mit CO2).

    Weiterhin schlage ich vor Schneide-, Schweiss- und Schmelztechnik unter Weltraumbedingungen zu untersuchen durch einen Elektronenstrahl- oder Laseraufsatz für einen Roboterarm. Weiterhin ein faltbarer Parabolspiegel für Schmelzexperimente ohne Umweg über Elektrizität.

    Ich bin auch für den Transport und die Untersuchung der RIT Ionentriebwerke, um herauszufinden ob die Gittererosion bei Langzeiteinsätzen wirklich zu Problemen führt. Gleichzeitig könnte die Haltbarkeit der Spannungswandler untersucht werden.

  3. Würde voraussetzen, dass es ein solches Labor gibt….

    Die NASA hat ja schon zu spät ein Rack nach dem Sabatierprozess in Auftrag gegeben und so wird keines an Bord der ISS sein.

    Ich hätte vorgeschlagen das Zentrifugenlabor zu starten, anstatt es auf der Erde auszustellen….

    ein zweites PMM wird es garantiert nicht geben, weil nur ein MPLM umgebaut wird.

  4. Das Zentrifugenmodul wird es mit Sicherheit nicht werden, auch wenn im Zuge der Einstellung von Constellation von einem gesprochen wurde. Es gibt ja Bilder davon, wie das teilweise fertig gestellte Modul in Japan unter freiem Himmel als Ausstellungsstück fungiert. Dieses Modul wieder raumtauglich zu machen, dürfte zu teuer und auch zu langwierig sein, und für die Konstruktion eines neuen Moduls wird die Zeit auch nicht reichen. Ein Zentrifugenmodul müsste also für den Start per Trägerrakete entworfen werden und kommt nicht für eine mögliche STS-135-Mission in Frage.

    Im Grunde ist genau dies das Problem: Alles, was man noch in STS-135 einladen könnte, müsste heute schon einsatzbereit sein. Wahrscheinlich würde es auf völlig triviales Zeug wie Kleidung und Lebensmittel hinauslaufen, das ansonsten mit Dragon oder Cygnus transportiert werden würde.

  5. Ich denke ich habe die Frage missverstanden. Hier läuft im Augenblick alles darauf hinaus was eventuell noch irgendwo im Kasten ist. Ich hatte die Frage so verstanden, was als nächste Schritte zu untersuchen interessant wäre. Wenn ein Hobbygärtner in der Lage ist sei Grünzeugs mit Materialien aus dem Baumarkt zu ziehen, dann sollte es auch möglich sein, bei dem vorhandenen Know How über Hydrokultur und dem vorhandenen Zeitrahmen ein Rack zu fertigen, welches der Pflanzenzucht dienen kann. Die Ionentriebwerke sind auch schon fertig, und Laser- oder Elektronenstrahlschweißtechnik ist auch auf der Erde vorhanden und erprobt. Da diese Module nur Nutzlast sind und nicht zu den lebenswichtigen Stationsbestandteilen gehören sind auch die Sicherheitsanforderungen nicht so groß. Es wäre aber interessant für weitere Raumfahrtmissionen was die speziellen Auswirkungen im Raum sind. Um eventuell auftretende Probleme festzustellen und zu beheben sind schließlich Menschen an bord.

  6. Ich schrieb wörtlich „unmittelbar danach selbst zu starten“. Nur so macht STS-135 überhaupt Sinn, ansonsten kann man gerne auch ein paar Jahre warten und jedes Jahr und 2,5-3 Milliarden Dollar an Fixkosten für das Shuttle Programm ausgeben.

    Das Zentrifugenmodul ist immerhin fertiggestellt, auch wenn die Inneneinrichtung fehlt. Eine Ausstellung unter freiem Himmel macht der Alu Hülle eigentlich nichts aus, die shuttles kann man ja auch nicht vor Regen schützen….

    Nur um Fracht hoch zu transportieren (darauf wird es wie Ruhri schon bemerkt hat rauslaufen, wenn es dazu kommt – ich glaube eher nicht) braucht man natürlich keinen Shuttle Start, weshalb ich auch nicht denke das STS-135 kommen wird.

  7. Nun ja, es könnte natürlich davon abhängen, wie die NASA-Prognosen für Falcon 9/Dragon und Taurus II/Cygnus aussehen. Ein letzter Shuttlestart könnte einige dieser Flüge einsparen, um die Zeit bis zu deren tatsächlicher Fertigstellung oder der Bestellung weiterer Flüge bei den Partnern zu überbrücken. Vor diesem Hintergrund würde man diesen allerallerletzten Shuttleflug dann sicherlich durchführen.

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