SpaceX: Niedrige Erwartungen

Gestern sah ich bei http://www.spaceflightnow.com/ das Video von „This week in Space“. Ziemlich spät im Video wurde Elon Musk zu seinen Erwartungen hinsichtlich des Jungfernflugs gefragt. Es folgt dann das übliche: Um die eigentliche Frage herumzureden. Doch der Journalist fasst nach, was denn nun seine Erwartungen wäre. Und sie da: Wenn von der Falcon 9 nur die erste Stufe funktioniert, dann wäre das ein „good day“. Das erinnert mich an eine Szene aus dem Asterix Comic. (Siehe links). In Zeiten wo selbst Raumfahrtneulinge wie Iran, Südkorea und Nordkorea ihre ersten Rakete mit Satelliten bestücken, die sie in den Orbit befördern wollen reicht es wenn die erste Stufe funktioniert. Nun ja SpaceX kommt ja auch aus dem Raumfahrtentwicklungsland USA, dort weiss man nicht wie man Raketen baut 🙂 (Vielleicht ist doch was an meiner Theorie dran, dass die USA seit dem Ausscheiden der Deutschen nichts mehr auf die Reihe bekommen…)

Vor allem ist das doch etwas seltsam, wenn doch der nächste Start schon im Rahmen des COTS Programm zur ISS gehen soll. Mit nur einer funktionierenden Stufe? Und das wo man doch nur 2 Jahre hinter dem geplanten Jungfernflug (September 2008) hinterherhinkt? Man muss nur die eigenen Erwartungen niedrig genug schrauben, dann wird der Flug schon ein Erfolg… Mit etwas Pech ist OSC vorher fähig, den Flugbetrieb zur ISS aufzunehmen und wenn es wirklich schlecht läuft, bekommt dann die Firma den 1,6 Mrd Dollar Transportauftrag, wie in den Klauseln vorgesehen. Die 1,6Milliardensind nicht fest, sondern nur wenn das Vertragsziel erreicht wird. Bei Versagen kann derKonkurrentden ganzenTransportauftragerhalten (und umgekehrt)

Der heutige Musiktipp: „Wunder gescheh’n“

So, ich bekam denHinweisdoch in meinen Blogs nicht die Themen zu vermischen. Daher der Musktipp als heuteseparat. Das könnte nun auch dazu führen, dass es in Zukunft mehr als einen Blog pro Tag gibt.

So, nun zum heutigen persönlichen Musiktipp. Es ist „Wunder geschehn“ von Nena. Das ist für mich das Lied zum Fall der Mauer. Für die meisten ist es ja „Wind of Change“ von den Scorpions. Doch ich kann mich recht genau erinnern, dass dieses Lied zumindest in der Hitparade nach dem Mauerfall ankam, ich glaube sogar nach der Wiedervereinigung. Und die Zeile „Wunder gescheh’n – ich hab’s geseh’n“, drückte für mich genau die Gefühle aus die ich hatte als die Mauer fiel. Obwohl sich in den letzten Wochen viel in der DDR tat, hatte ich nicht damit gerechnet und angesichts der bisherigen 24 Jahre meines Lebens in der ich nur die Mauer kannte erschien es mir wie ein Wunder. Auch weil ich ich einige Jahre vorher an der Mauer in Berlin und in Ostberlin war und sowohl die Installationen selbst wie auch die dort allgegenwärtigen Polizisten als ziemlich beklemmend empfand.

Soweit ich mich erinnere wurde das Lied auch bei einem Konzert kurz nach dem Mauerfall gespielt. Es ist für mich der Song zum Mauerfall.

Wo bleiben die privaten Raketenbauer?

Ja das frage ich mich, wenn ich bestimmte Kommentare und Foren lese. Das Resümee ist dabei, das die Entwicklung einer Trägerrakete viel preiswerter und die Startkosten viel niedriger sein könnten. Die etablierten Konzerne würden durch bürokratische Strukturen die Kosten erhöhen, sich durch Monopole sich dumm und dämlich verdienen und zudem noch ihre Jahrzehnte alten Trägerraketen verkaufen, die technisch veraltet und teuer wären.

Nun ja, die Frage ist – wen dem so ist, warum gibt es nicht viel mehr private Unternehmen? Also rechnen wir das mal mit realen Zahlen durch. Als Beispiel nehme ich die Ariane 1-4 Entwicklung. Sie kostete nach ESA Angaben 2.500 Millionen Euro im Wert von 2008. Ein Start kostete zum Schluss (2003) rund 115 Millionen Dollar. Da das schon ein paar Jahre her ist, nehme ich mal die aktuellen Zahlen der Sojus von Kourou: 70 Millionen Startkosten Euro für 3.000 kg Nutzlast. Ariane 4 transportierte 4.900 kg. Das entspricht hochgerechnet dann 114 Millionen Euro bei 4.900 kg.

Wenn dem so ist, das eine private Firma es nun wirklich besser kann, dann sollte doch angesichts der enormen Gewinne, veralteten Träger, Bürokratie und Monopolstrukturen eine Halbierung der Entwicklungskosten und Startkosten möglich sein. SpaceX spricht bei ihrer Falcon 9, ja sogar von nur einem Fünftel der Kosten von US Trägern. Könnte nicht eine Firma dann gute Gewinne machen? Also hier mal die Randbedingungen: Continue reading „Wo bleiben die privaten Raketenbauer?“