Großmacht Apple?

Beim Auslandsjournal am letzten Donnerstag kam ein Beitrag über Apple und Steven Jobs, mit Hinweis auf einen längeren Beitrag im ZDF Info Kanal. Ich habe mir beide angeschaut. Hier ein Link zur ZDF Mediathek. In dem Beitrag geht im wesentlichen um zwei Dinge: Apple kontrolliert was auf ihren Geräten läuft und damit einher geht eine Bevormundung der Benutzer und eine Zensur. Apps gibt es nur über den Appstore. Hier sollen unliebsame Konkurrenten rausfliegen und Programme für Apple würden im Fachjargon „Doing the Iran-Version“ genannt. Beim ipad gibt es dann Zensur bei den Inhalten. So läuft nicht nur kein Porno, sondern auch Bilder werden zensiert. So muss Bild ohne die Nakedies auskommen – die Stellen werden dann „geblitzt“. Dagegen wenden sich dann Autoren und Kommunikationswissenschaftler während Verleger oder die bei Bild zuständige das ipad als eine Chance sehen neue Benutzergruppen anzusprechen und sich eben den Einschränkungen unterwerfen.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht was daran so bedrohlich sein soll. es ist auch nicht neu. Ein Rückblick auf die Geschichte: Apple wurde groß mit dem Aplle II, konstruiert von Stephan Wotniak. Neben den Fähigkeiten des Computers waren zwei Dinge wichtig für den Erfolg: Er war durch Steckplätze für Karten erweiterbar und es war ein offenes System. Es war dokumentiert. Es gab bald eine Menge offizieller und nicht offizieller Nachbauten.

Stvee Jobs wird ja als grandioser  Verkäufer gepriesen, aber damals machte er einen Riesenfehler, der Apple fast an den Ruin brachte. Er sah die Nachbauten als Konkurrenten an die Apple Marktanteile kosteten. Das war aber nicht der Fall. In den achtziger Jahren waren einige Nachbauten für die Hälfte zu haben. Trotzdem hätte sicher jeer der sich einen Original apple leisten konnte einen solchen gekauft. Dasselbe gab es auch bei IBM wo es ja ebenfalls „Clones“ gab. Die Leute waren damals noch erheblich markenbeuwsster als heute. Aber es gab viele die isch keinen Apple leisten konnten, aber einen Nachbau. Damit vergrößerten diese die ijnstallierte Basis. Dies war wichtig für die Versorgung mit Zusaätzgeräten und Programnen.

Der Macintosh wurde aber deswegen zu einem geschlossnen Gerät, das man in der ersten Version auch nicht erweitern konnte. Er setzte auf eigene Standards und war dadurch teuer und es gab auch lange Zeit kaum Programme für ihn: Apple verlor Marktanteile, besonders als es neben der Konkurrenz IBM auch noch die Billigversionen Amiga und Atari ST kamen.

Jobs überwarf sich mit dem Management und schied aus. Seine Nachfolger konnten aber auch nichts verbessern und so war Apple fast pleite als Jobs zehn Jahre später zurückkehrte. Den Kurs den er einschlug und den seitdem verfolgt hat sich nicht geändert: Käufer gewinnen durch einzigartige Produkte und leichte Bedienung.

Es ging los mit schicken neuen Mac’s, wie den IMacs oder diesem würfelförmigen Mac etwas später. Es folgte die Erweiterung des Geschäftes auf MP3 Spieler und den Verkauf von Musik (itunes). Danach das iphone und nun das ipad. Auch wenn inzwischen die Rechner Standardbauteile einsetzen, normale Bussysteme und vom PowerPC zu Intel gewechselt wurde – es sind immer noch eigene Architekturen mit eigenem Bios und einen Steckern. Wer einen Rechner von Apple kauft weiss dass er ein anderes System kauft als Windows.

Was die Dinge von Apple auszeichnet ist ein elegantes Design und pfiffige Lösungen – später macht sie jemand nach aber sie kommen als erstes drauf. Sei es der Botdosen Macimini oder die Bedienung des ipads. Das nun ein Gerät das nicht so recht Computer und nicht so recht ebook Reader ist, nur das Installieren von Apps über ein Apple Center zulässt finde ich nicht so schlimm. Ich will das Ding ja nicht als Computer nutzen. Und soweit ich weiss kann man bei anderen Smartphones auch nicht einfach eine anwendung installieren sondern ist da auch auf entsprechende Stores vom Hersteller angewiesen.

Ich finde das Szenario das hier ZDF aufbaut ziemlich übertrieben. Ich habe kein Apple Gerät – sie mögen schick sein, aber sie sind mir zu teuer.  Bei Computern bleibe ich bei Windows weil ich dort programmiere, da gibt es keine Alternative. Ich glaube es gibt andere Bedrohungen. Schlussendlich ist Apple nur ein Hersteller der eben bestimmt was auf seinen Geräten läuft und was nicht. Solange die Firma im einstelligen Prozentbereich bei den Verkaufszahlen ist (der Safari Browser hat beim Abruf meiner Website 4 % Marktanteil) ist das doch keine echte Marktbedrohung.

Ich halte Microsoft und Google für weitaus gefährliche Konkurrenten, weil sie anders als Apple eine beträchtliche Marktmacht haben.

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