Bildungsgutschein / Jugendschutz / Müllmafia

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Heute mal einkKurzweilliger Blog über einige Dinge die mich bewegen. Das erste ist das Konzept des „Bildungsgutscheins“, dass nun ja bei den Diskussionen um die Anpassung des Harz-IV Satzes aufkam. Ich hätte gerne einen! Ich würde auch dafür bezahlen. Denn Bildung ist ein hohes, immaterielles Gut. Bildung ist mühsam zu erwerben, vor allem Allgemeinbildung. Dazu braucht man Jahre des Lesens, Studierens, Schreibens oder der Suche mit Computern. Wenn man das einfach erwerben kann, indem man einen Gutschein einlöst dann ist das toll, das ist viel besser als ein gekaufter Doktortitel.

Mal abgesehen davon dass die Politik wieder Schindluder mit positiv besetzten Begriffen wie Bildung und Gutschein betreibt, wenn es nur um Zuschüsse für den normalen Bedarf von Schülern für Unterrichtsmaterialen und Bücher geht, zeigt das wie Politiker meinen Probleme zu lösen: Einfach einen Zuschuss geben und das PISA Problem löst sich von selbst auf. Das ist ja nichts neues. Auch die Wirtschaft jammert immer über Fachkräftemangel, bildet aber selber keine aus und bei Stellungsgesuchen suchen sie nicht jemanden der sich in die gerade benötigten Programme einarbeiten kann, sondern einen der alles beherrscht, am besten von der Konkurrenz. Auch hier: Nur nicht selber aktiv werden!

Dann ist eine Reform der Jugendschutzregeln fürs Web gescheitert. Ich wusste nicht mal das es welche gibt. Also im Prinzip müsste man bei jeder Webseite, bei jedem Foto oder Video sich Gedanken machen, wer es anschauen kann, wobei die üblichen Jugendschutzregeln und Altersgrenzen angewandt werden (FSK 12, 16, 18 …) also so wie bei DVD oder Computerspielen. Doch nun fordert Beck die bisherigen Regeln anzuwenden und Verstöße zu ahnden. Bald werde ich mir wohl Gedanken machen müssen, für welche Altersgruppe die Website geeignet wird. Ich denke wohl ich werde sie erst ab 18 freigeben können – nicht wegen erotischem Inhalt. Aber nicht das sich jemand geistig überfordert fühlt…

Zuletzt noch was zum Müll. Wir Deutsche sind ja Weltmeister im Mülltrennen – Biomüll, Flaschen, Altpapier, gelbe Tonne, Restmüll. Das ganze ist aus vielerlei Weise verrückt. Zum einen ist das System nur bedingt an den Wertstoffen ausgerichtet. Die Gelbe Tonne soll nur Verpackungsmüll aufnehmen. Anderes Plastik das wiederverwertet werden kann nicht. Auf der anderen Seiten könnten reine Papierverpackungen auch zum Altpapier und Metall (Aluminiumfolie), oder nicht recycelbare Verpackungen gehören da auch nicht rein. Aber da der Abtransport und Entsorgung mit der Verpackung bezahlt wird dürfen eben nur Verpackungen rein. Das ist so ein Wirtschaftsfaktor dass große Kommunen das selbst entsorgen anstatt das Duale System zu bemühen und dafür die Gebühren kassieren.

Das verrückte ist, das zumindest Restmüll und Verpackungsmüll nicht getrennt werden muss. In Trier hat man 4 Wochen lang beide Müllsorten gemischt und testweise mit einer modernen Anlage welche den Müll automatisch trennt wieder zerlegt – das Ergebnis war genauso gut wie bei separater Trennung und händischer Nachsortierung. Bei einigen Kunststoffen konnten diese soweit sortenrein zurückgewonnen werden, dass man sie recyceln könnte anstatt wie bisher zu verbrennen. Doch da das Duale System seine Pfründe nicht abtreten will und das staatlich sanktioniert ist, wird das nur ein Versuch sein.

Überhaupt sind die Deutschen so effizient im Mülltrennen und inzwischen auch Müllvermeidung, dass die Müllverbrennungsanlagen nicht mehr voll ausgelastet sind und wie Hochöfen müssen sie dauernd betrieben werden oder das Anlassen wird teuer. Bisher wurde das recht gut kompensiert durch den Mülltourismus – Müll kommt bis aus Italien zu uns. Nun reicht das auch nicht mehr und Kommunen fangen an alte Mülldeponien wieder zu öffnen – nicht zum Lagern, sondern um den Müll auszubuddeln und zu verbrennen.

Die Welt ist verrückt, vor allem wenn ich dran denke welche Probleme man beim Sperrmüll hat wenn man Metall dabei hat. Also z.B. Fahrräder oder Drehstühle mit Metallgestell. Obwohl es bei der Aufschmelzung völlig wurst wäre, wird das bei uns nur mitgenommen wenn man das Metall vollständig vom Nichtmetall getrennt hat. Also beim Fahrrad alle Schläuche und Gummigriffe entfernt hat, beim Drehstuhl das Futter abgetrennt. Bei der Elektronik ist es das gleiche: Als das Gesetz rauskam, jeder der Elektronik verkauft muss auch Altelektronik zurücknehmen (was ich eigentlich die beste Lösung finde) beschwerte sich sofort der Handel und nun muss man sie bei den Kommunen abgeben. Echt toll, wenn man kein Auto hat und daher vorwiegend über Versand bestellt….

Es wäre vielleicht Zeit für eine andere Trennung von Müll – Müll der aufgearbeitet werden kann und automatisch getrennt werden kann wie Plastik, Papier und Flaschen unabhängig von der Herkunft, Müll der verbrannt werden kann wie Holz, andere brennbare Materialen, nicht trennbare Verbundmaterialen wie Tetrapacks, Metalle die recycelt werden können und eben noch den Biomüll und den Restmüll der nicht in obige Kategorien fällt. Allerdings denke ich werden es dann eher noch mehr Mülltonnen oder Bringsysteme werden….

3 thoughts on “Bildungsgutschein / Jugendschutz / Müllmafia

  1. Schon seltsam, wie unterschiedlich das anscheinend von Gemeinde zu Gemeinde gehandhabt wird. Nachdem die gelbe Tonne mal nicht ausgeleert wurde, weil ich eine reine Pappverpackung (aber mit grünem Punkt) drin hatte, habe ich das Entsorgungsunternehmen angerufen und mal nachgefragt. Die wollten nur Metall, Plastik und Verbundstoffe drinhaben. Seitdem werfe ich alles an Plasik und Metall rein, egal ob mit oder ohne DSD-Logo. Es wurde immer alles mitgenommen.
    Und das alte Fahrrad durfte ich unter Aufsicht eines Mitarbeiters des Recyclinghofes inklusive Gummi, Kunststoff u.s.w. in den Altmetallcontainer werfen.

  2. Ja das ist schon erstaunlich. In Bayern wo wir ein Ferienhaus haben muss man für die Entsorgung von Biomüll zahlen, während der bei uns kostenlos abgeholt wird und als Mulch wieder ausgesteut oder aufgearbeitet als Blumenerde verkauft wird. Dafür wird dort nun nach Bedarf gewählt, bei uns gibt es nur die Möglichkeit die Tonnengröße zu wählen.

  3. Entscheidend ist eher Müllvermeidung, und da wäre schon seit Jahrzehnten viel mehr möglich. Statt Verzicht auf unnötige Verpackung der Schwindel mit dem grünen Punkt. Oft wiegt die Verpackung mehr als der Inhalt, und das bei Produkten die eigentlich gar keine Verpackung nötig hätten.
    In der DDR wurden Konservengläser wiederverwendet, nicht wie heute zerkloppt und mit großem Energieaufwand wieder eingeschmolzen. Mal ganz gemein gefragt: Warum ging das vor 20 Jahren, und heute nicht mehr?
    Oder warum müssen Konservengläser oder die Flaschen von alkoholfreien Getränken unbedingt aus Weißglas sein? Damit man den Inhalt sehen kann? Meistens wird das gleiche Produkt aber auch in Blechbüchsen angeboten, und dort ist der Inhalt auch nicht zu sehen.
    Für die Herstellung von Grünglas kann man bis zu 90% Altglas einsetzen, für Weißglas nur 10%. Also vom Recykling und auch von den Kosten her ist Weißglas die schlechtere Lösung. Warum also unbeding das einsetzen?
    Überhaupt bringt der ganze Verpackungswahn nur eins: Kosten. Und wir sind so blöd und blechen fleißig.

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