Schon wieder eine Wette gewonnen

Es ist langsam langweilig und auch irgendwie peinlich, wenn ich jede Wette die gegen SpaceX mache und jede Prognose sich als richtig erwartet. Die treuen Blogleser wissen was ich meine: vor 10 Monaten habe ich gewettet das SpaceX es nicht schafft die nominell damals im Launch Manifest gebuchten Starts durchzuführen, genauer gesagt, dass sie mehr schaffen als Arianespace, die damals nur 5 Starts für 2013 angekündigt hatten. Nun hat Arianespace nur vier Starts geschafft weil es Probleme mit der Anlieferung von Satelliten gibt. (Probleme die SpaceX nicht hat, denn dort müssen die Kunden ja warten, der Start von SES-8 war z. B. für den April vorgesehen). Trotzdem haben sie nur drei geschafft, nicht mal die Hälfte der angekündigten. Damit habe ich schon wieder gewonnen.

Nun ja, dieses Jahr soll alles viel  besser werden. Dieses Jahr sind 10 Starts angesetzt (letztes Jahr waren es noch 11 für 2014) zumindest nach Spaceflight Now – inzwischen glauben nicht mal mehr die Nachrichtenportalten der Firma, denn auf ihrer Website sind heute (27.12) noch 15 Starts für 2014 verzeichnet.

Es wäre nun leicht nochmal eine Wette anzubieten, die man 100% gewinnen kann indem man nur die Angaben von SpaceX als Basis nimmt. Das eigentlich sollte ja schon zu denken geben: Wie kann man sonst eine Wette gewinnen, die nur auf den offiziellen Angaben für geplante Starts oder Nutzlasten beruht? Wie kann es sein, das eine Firma eine Rakete baut und wenn man wettet, das sie nicht die Nutzlast transportiert die sie angegeben haben, gewinnt man? Oder wie kann eine Firma 9 Monate vor Jahresende nicht mal wissen wie viele Starts sie in diesem Jahr durchführen wird? Na ja zum Thema „Gläubige“ unten etwas mehr.

Aber damit es nicht langweilig wird wette ich mal was anderes und kurzfristigeres:

Wetten das der Iran zwischen dem 1 und 5 Februar 2014 einen Satelliten startet?

In einem Monat sind wir dann schlauer.

Was auffällig ist, ist ja das gerade in Deutschland die Diskussion um die Firma so emotional geführt wird. Ich habe in Kommentaren ja schon von SpaceX Jüngern gehört. Und irgendwas mit Glauben hat es ja zu tun, denn wissen kann man nicht viel, die Firma hat ja eine miserable Informationspolitik. Nur eines verstehe ich nicht: was erhoffen sich die Leute von der Firma? Also in Amerika kann ich den Optimismus noch verstehen. Dort meint man ja in großen Teilen der Bevölkerung sowieso, das die Wirtschaft alles besser kann die als die Regierung und vielleicht erhofft sich der eine oder andere eine Renaissance der US-Raumfahrt. Zumindest würden die USA wenn die Firma Erfolg hat wieder eine Rolle im Satellitentransport spielen, seit 10 Jahren haben sonst die USA nur wenige Satelliten mehr in den GTO transportiert.

Aber in Deutschland? Wenn SpaceX Erfolg hat wir hätten nichts davon. Bisher transportiert die Firma Versorgungsgüter zur ISS. Das haben wir bisher getan. Aber die ATV laufen aus und die ESA will keine neuen. Wenn die NASA Geld sparen sollte wenn sie den CCdeV Endauftrag an SpaceX anstatt Boeing geht (die beiden Firmen sind wohl die Favoriten), dann wird sie das Geld wohl ins SLS/MPCV Programm stecken das unterfinanziert ist. Derzeit sieht es aber eher so aus als ziehe sich das. Gerade erst hat die NASA für 2017 weitere „Sitze“ auf der Sojus gebucht.

Das zweite sind kommerzielle GTO-Transporte. Hier ist Arianespace Marktführer. Wenn die Firma erfolgreich ist, dann bedeutet das Verluste für Arianespace, die dann dazu führen, dann sie ESA kurzfristig die Firma subventionieren muss, wie sie es schon einige Jahre lang tat. Es könnte auch die Trendwende zur Ariane 6 bedeuten, da diese ja billiger sein soll und nur Einzelstarts durchführt. Damit wäre sie konkurrenzfähiger (zumindest auf dem Papier). Bei der Ariane 6 wird Deutschland praktisch keine rolle mehr spielen. Die ersten und zweiten Stufen entstehen in Frankreich das Triebwerk der dritten auch, Was übrig bleibt sind dann noch ein paar Tankstrukturen für die Oberstufe. SpaceX Erfolg bedeutet für die deutsche Raumfahrtindustrie also den Verlust von Arbeitsplätzen. Wollen die deutschen SpaceX-Fans das wirklich?

Bleibt noch das ein paar glauben, das die Firma tatsächlich eine Marsexpedition durchführen will oder ihn gar kolonisieren. Ab und an redet ja Elon Musk davon und angeblich glauben auch alle Angestellten daran. Nur das ganze hat einen Haken: mit Marsunternehmen kann man kein Geld verdienen. Sie kosten Geld. Und selbst wenn die Firma die Kosten für ein solches Unternehmen rapide reduzieren könnte, kann sie selbst wenn sie alle kommerziellen Starts und alle US-Starts durchführen würde nicht von den Gewinnen eine Marsexpedition finanzieren. Dieses Jahr sollen es 9 Falcon 9 und zwei Dragons sein. Das macht nach SpaceX Angaben einen Umsatz von 670 Millionen Dollar (58 pro Falcon 9 und 133 pro Falcon 9/Dragon gerechnet). Das ist Umsatz nicht Gewinn. Nimmt man 20% Gewinn an, und das ist eine hohe Quote (die meisten Unternehmen liegen bei 10%) so könnte die Firma 134 Millionen pro Jahr in eine Marsexpedition investieren. Zubrins Mars direct Plan wurde von der NASA auf 55 Milliarden Dollar geschätzt. Selbst wenn SpaceX die Kosten auf die Hälfte reduzieren könnte, so müsste die Firma rund 200 Jahre diesen Umsatz erwirtschaften um eine Expedition finanzieren zu können. Wenn Musk zum Mars wöllte, hätte er ein politisches Amt, anstreben müssen, denn eine Firma wird das nie finanzieren können.

44 thoughts on “Schon wieder eine Wette gewonnen

  1. Wieso die Leute von SpaceX begeistert sind? Weil sie vielleicht die Begeisterung für richtige Raumfahrt wieder geweckt haben… weil sie Hardware bauen, die wirklich fliegt und damit wesentlich glaubwürdiger sind als viele Powerpointfirmen auf diesem Markt, egal ob sie nun zu viel versprechen oder nicht. SpaceX hat mit ihren Taten schon mehr für meine Raumfahrtbegeisterung getan als die ESA die letzten 20 Jahre zusammen.

  2. Welche Hardware fliegt denn nicht? Wer macht den Powerpoint? Was haben sie bisher getan?

    Ich kann nichts erkennen was die Firma so anders gemacht hat als andere Firmen oder Raumfahrtorganisationen. Live-Übertragungungen gibt es auch von der NASA und Arianespace. Die ESa produziert mindestens genauso viele Videos wie Spacex, die NASA hat sogar einen eigenen Fernsehkanal. Ich kann nirgendwo erkennen das SpaceX irgendetwas getan hat was andere nicht auch tun. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn ich mehr wissen möchte als nur ein Video zu sehen, so bekomme ich woanders auch weitergehende Informationen und von SpaceX nichts. Selbst bei den Videos hinken sie anderen Unternehmen hinterher. Keine Einblendung von technischen Daten. Keine Erklärung warum ein Start abgebrochen wurde. Alles zur Sicherheit 30 s zeitversetzt gestreamt (Mal auf die mitlaufende Uhr achten!)

  3. @Bernd: Ich rede von Begeisterung. Und SpaceX, wie auch andere kleinere Raumfahrtfirmen in den USA, wecken diese in mir. Ob SpaceX gleich viele Details veröffentlicht wie öffentliche Organisationen oder nicht, ist nicht mein Thema. Ohne SpaceX würde ich mich nicht wieder für Raumfahrt interessieren, wie ich es in meiner Jugend getan habe… ob dies nun objektiv Begründbar ist oder nicht, ist mir eigentlich egal. Ich finde es toll dass es Firmen wie SpaceX gibt und freue mich über jede neue Entwicklung die sie anschieben.

  4. Der Frage was dich begeistert bist Du aber ausgewichen. Kleinere Raumfahrtfirmen gibt es viele. Icjh verstehe nicht was daran besonders sein soll. Und was schieben sie an? Sie führen Transporte zur ISS durch (wie eine andere Firma und drei Weltraumorganisationen), bewerben sich um CCdev (wie drei andere firmen) und bieten Launch Services an (wie mindestens 6 andere Firmen in ihrem Nutzlastbereich). Nirgendwo erkenne ich etwas besonderes.

    Ach ja und zwischen nicht-Veröffentlichen von Informationen und Verschleiern von Problemen gibt es noch einen kleinen Unterschied.

  5. Auf einem Gebiet ist SpaceX allerdings wirklich führend: Rummel. Im Grunde könnte man diese Firma als Rummelbude mit angegliederter Raumfahrtabteilung betrachten. Ihr Hauptprodukt ist eindeutig Rummel, und nicht Raumfahrt. Die kommt irgendwo unter ferner liefen.

  6. @Bernd: Viele Pannen? Ich würde eher von erstaunlich wenigen Rückschlägen sprechen. Aber da ist wohl die Sichtweise je nach eigener Lebenseinstellung unterschiedlich. Egal, wünsche Ihnen beiden ein erfolgreiches 2014. Mögen alle Ihre Wetten in Erfüllung gehen.

  7. Also 3 von 5 Falcon 1 Starts waren komplette Fehlschläge
    Beim Jungfernflug der Falcon 9 und der 1.1 klappte beidemal die Wiederzündung nicht, beim Jungfernflug war zudem die Stufe torkelnd im Orbit angekommen, was bei einem echten Start ein Fehlschlag gewesen wäre.
    Beim vierten Flug ging die Sekundärnutzlast wegen Triebwerksverlust verloren. Beim zweiten Flug gab es auch einen Triebwerksausfall, der erst Monate später bei einer ASAP Anhörung bekannt wurde.
    Beim fünften Flug fielen die Dragon Triebwerke aus, bei der Landung das Kühlsystem wodurch die zurückgebrachten Human-proben unbrauchbar waren.
    Von sieben Starts erreichten nur zwei einen Orbit der die Vorgaben des firmeneigenen Users Guide eonhält.

    Ach ja ich vergaß noch zu erwähnen. SpaceX Anhänger interessieren sich nicht für Details und forschen nie nach.

  8. @Bernd: Eben, manche haben eine andere Sichtweise und sehen eher das negative, andere gehen mit einer eher positiven Einstellung durchs leben. Das hat mit einer Anhängerschaft zu einer Firma überhaupt nichts zu tun. Ich finde die Einteilung hier und auf anderen Foren als SpaceX Anhänger und Hater ziemlich kindisch. Das hilft doch in keinster Weise den Normalbürger von der Raumfahrt zu begeistern.

  9. Nun es gibt aber überall Anhänger, bekannt sind auch Diskussionen zwischen Anhängern der bemannten Raumfahrt und der unbemannten. Ich kenne niemand der sich für alles in der Raumfahrt interessiert und nicht irgendeinem Teilgebiet „anhängt“. Bei mir sind es Raumsonden und Trägerraketen sowie europäische Raumfahrt.

    Vor ein paar Jahrzehnten als man in Deutschland sehr viel in die bemannte Raumfahrt investierte (zumindest gemessen am nationalen Budget) wurde die Diskussion da genauso geführt wie heute bei SpaceX

    Dss spezifische bei SpaceX ist, das die „Anhänger“ meistens wesentlich schlechter über dir Firma informiert sind als die Kritiker. Das erschwert eine Diskussion ungemein. Ich warte übrigens immer noch auf den ersten Pro-SpaceX Gastblog.

  10. > SpaceX Anhänger interessieren sich nicht für Details und forschen nie nach.

    Ganz besonders machen sie sich nie die Mühe, die Versprechungen mit den späteren Ergebnissen zu vergleichen. Die gleiche Seuche wie bei den Wählern…
    Dazu kommt noch, daß bei einigen Anhängern die primitivsten Grundlagen fehlen, sie also überhaupt nicht in der Lage sind, das Ganze zu beurteilen. Sie können nur glauben. Und je mehr Rummel, desto mehr wird geglaubt.

  11. Hallo,
    also ich sehe mich nicht als Jünger dieser Firma, aber im Vergleich zu den hier Anwesenden gehe ich wohl als solcher durch.
    Es gibt tatsächlich etwas was ich mir erhoffe (meine Erwartung ist nicht gleich mit meiner Hoffnung).
    Ich wäre bereit alles was bis jetzt vorgefallen ist zu vergessen: nicht eingehaltene Zeitpläne, Preisangaben, die Informationspolitik, Pannen…
    Dafür muss SpaceX nur eine Sache richtig machen.
    Die Falcon Heavy.

    Schaffen sie es diese Rakete tatsächlich im Preisbereich der Ariane V auf den Markt zu bringen, dann hätte diese Firma wirklich etwas beeindruckendes erreicht. Eine Rakete mit etwa doppelter Nutzlast bei gleichem oder gar niedrigerem Preis…
    Die könnten auch die Nutzlast reduzieren und dafür auf eine Wiederverwertung setzen. Damit würde der Preis noch günstiger und die Nutzlast wäre immer noch größer als bei der Ariane.
    Ob ich will das die Ariane V weggefegt wird?
    Ja, selbstverständlich!
    Das wäre nämlich nichts anderes als Fortschritt, nach jahrelanger Stagnation. Fortschritt den die Raumfahrt braucht (zumindest nach meiner Meinung).

    Das was diese Firma bis jetzt gemacht hat betrachte ich als Lernphase, von daher stören mich die jetzigen Probleme bei den Flügen nicht wirklich. Die Probleme sind zwar interessant und ich freue mich, dass sie hier angesprochen werden, stören würden sie mich aber nur, falls sich SpaceX nicht mehr weiterentwickelt.

    Wie geschrieben kann ich aber nur für mich sprechen.
    Andere mögen begeistert davon sein, dass die Firma nicht nur ein „Projekt“ angeht sondern jede Menge Eigenentwicklungen verfolgt.

    Und die Amerikaner haben ganz sicher eine Freude daran, dass es nun wieder kommerzielle Satellitenstarts gibt. Vielleicht erhofft sich der eine oder andere auch, dass die F9H ein besseres (günstigeres) SLS ist. Besonders wenn man an das Fiasko mit dem Constellation-Program denkt.

    Falls die F9H hingegen ebenfalls zum Fiasko wird, dann ist es halt so. Dann bleibt halt alles wie es ist. Den Versuch war es wohl hoffentlich wert.

    Grüße an all hier, und noch einen guten Rutsch.

  12. Na ja bei der Falcon Heavy haben wir wieder die interessante Sache, das die angaben und die Physik sich irgendwie beißen. Da sie die gleiche Technologie wie die Falcon 9 hat müsste der Nutzlastanteil gleich hoch sein, eher wegen ungünstiger stufenverhältnisse leicht sinken. Tatsächlich hat die Falcon Heavy aber bei 2,9-facher startmasse die 4,5-fache GTO-Nutzlast was ein Widerspruch in sich ist. Real erwarte ich für Ariane 5 kompatible GTO eine Nutzlast in der Dimension von Ariane 5 so um die 10 t keine 21,8 t.

    Von der Preisgestaltung wären nach den offizillen Angaben dann die Falcon Heavy so teuer in Dollar wie Die Ariane 5 in Euro, also etwa 35% billiger. Diesen Abstand gibt es schon derzeit zur Proton und Sealaunch.

  13. Falls die Falcon 9 Heavy wirklich die angekündigte Nutzlast erreichen sollte, hätte sie ein Problem: Passende Nutzlasten zu finden. 10 Stück pro Jahr zu bauen hat wenig Sinn, wenn es noch nicht mal eine Nutzlast dafür gibt. Und da bei so schweren Nutzlasten die Entwicklungszeiten eher noch länger sind als bei Trägerraketen, gibt es zumindest die ersten Jahre keine.
    Dieses Problem hat allerdings nicht nur SpaceX, beim SLS sieht es ähnlich aus. Nur muß das SLS keine Gewinne einfahren, um die Firma überleben zu lassen.

  14. Danke für eure Antworten.
    @Elendsoft
    Lies dir nochmals durch welchen Markt ich für eine Heavy sehe, der Bernd hat es erfasst. Falls die Heavy gleich teuer oder gar billiger als eine Ariane V wird, braucht man „offizielle“ Nutzlast gar nicht. Die Heavy kann über den Preis in direkte Konkurrenz zur Ariane V gehen. Das darüber hinaus ist nur ein Bonus für Wiederverwertung, oder einige wenige Sondermissionen.

    Bernd, ich vertraue deinen Angaben mehr als denen von SpaceX. 🙂
    Falls es wirklich so kommt werden die Zeiten für Arianespace dennoch rauer. So hart es klingt, aber schlussendlich profitiert die Raumfahrt davon.

    Nochmals danke für eure Antworten. Ich konnte wieder was neues in Erfahrung bringen.

  15. Hallo Später: Die Falcon heavy ist so eine Rakete die entworfen wurde obwohl es einen Markt von genau …. Null Starts für die Nutzlast gibt (wenn sie erreicht wird). ArianeSpace hat schon in den letzten Jahren Probleme zwei Satelliten zeitnah angeliefert zu bekommen, daher auch nur vier Starts dieses Jahr, die Falcon Heavy könnte vier Satelliten gleichzeitig transportieren.

    SpaceX hat das erkannt und bietet z.B. einen Start mit bis zu 6,4 t für 77 Millionen Dollar an, die Firma dürfte also kaum rechnen mehr als zwei dieser Satelliten bei einem Start zu befördern, sonst wäre der Start billiger.

    Die Hoffnung mancher das die FH die SLS ersetzt kann ich nicht teilen, denn zum einen mangelt es auch der SLS an Nutzlasten (Startfrequenz: alle 2 Jahre ein Start), zum anderen wurde die NASA ja verdonnert die Rakete zu entwickeln, obwohl man selbst keine wollte. Ich glaube der SLS wird es ergehen wie der Ares – in einigen Jahren wird sie eingestellt.

  16. Ich möchte hier mal Späher danken. Dein Statement zu Spacex deckt sich sehr gut mit meiner eigenen Einstellung gegenüber dieser Firma. Ich hätte es selbst aber nicht besser ausdrücken können!

    Zur Falcon Heavy: Die ganze Geschichte mit der völlig überdimensionierten Nutzlast der Falcon Heavy macht doch nur Sinn in Verbindung mit der Wiederverwertung der drei 1. Stufen. Bernd hat ja in seinem Blog Nutzlasteinbußen von 30% bei einer kontrollierten Landung an Land berechnet.

    Die Frage ist doch, ist es technisch machbar und wirtschaftlich rentabel? Und hier muss man skeptisch sein. Wenn ja, wäre die Falcon Heavy eine Revolution auf dem Trägermarkt, wenn nicht, ist sie nichts weiter als ein weiterer Träger der in einem begrenzten Markt um Marktanteile kämpft.

  17. Aktuell gehen mir die SpaceX Jünger total auf den Geist, weil die Leute nur noch über jeden Furz ihrer Lieblingsfirma posten, alle anderen Raumfahrtmeldungen aber irgendwie ausgeblendet werden.

    Was übrigens die Ariane 6 und die deutschen Raumfahrtfans betrifft:

    Hier kenne ich einige Leute die immer noch total vergnatzt sind, weil die A6 wegen ihrer Feststoffarchitektur nicht manrated sein wird und deshalb die bemannte Raumfahrt in Europa auf Jahrzehnte „verbaut sein“ soll. Das ist der Hauptgrund für die hiesige SpaceX Jubelei. Ist imo. auch nichts weiter als sich an Strohhalme zu klammern.

  18. Morgen soll übrigens wieder eine Falcon 9 starten, Thaicom 6 in einen GTO. Bisher hält sic SpaceX sehr bedeckt mit irgendwelchen Informationen, keine Info über den Hotfire-Test, nichts. Es ist ziemlich ruhig, man könnte fast das Gefühl bekommen SpaceX hat nach dem feiern zu Weihnachten und Sylvester vergessen das morgen schonwieder ein Start ansteht 😀

  19. Ist auf den 8-12.1. verschoben. Das erfährt man nicht von SpaceX, sondern der Air Force die die Startanlagen betreibt. Genau das was Elendsoft mit rummelfirma meint: Ankündigungen ganz groß rausbringen, Erfolge maßlos übertreiben „reliabest launch service provider“ rofl! und negatives totschweigen oder verharmlosen „anomaly“

  20. Es gab wohl ein Problem mit der Nutzlastverkleidung, deshalb die Verschiebung. Neben 8-12. Januar steht auch noch ein Start am 6. Januar im Raum, am 7. gehts defenitiv nicht da da die Antares zur ISS startet und die braucht auch die Trackinganlagen am Cape und hat wohl Vorrang.

    Nach wie vor wartet man vergeblich auf Infos zum Start auf der SpaceX-Seite, ein Presskit wurde z.B. bis dato noch nicht veröffentlicht. Ob die Presseateilung nach der Sylvesterparty wohl geschlossen auf krank schiebt? 😀

    Ich versuch ja neutral zu sein, weder Fanboy noch Feind von SpaceX und alles emotionslos zu verfolgen, aber momentan fällt es mir schwer nicht etwas sauer ob der Informationspolitik zu werden… Da war man im Vergleich dazu beim letzten Start noch mit einer Informationsflut gesegnet.

    Naja, mal sehen was wird. Bin gespannt wie genau der Orbit diesmal getroffen wird, man kennt die Performance der Oberstufe und deren Verhalten ja nun etwas genauer – ich gehe davon aus dass wieder der selbe hochelliptische GTO wie bei SES-8 anvisiert wird, aber das ist bisher ja nur Spekulation da nicht kommuniziert wurde wie der Orbit ausschauen soll….

  21. Interessant ist auch das keiner die startmasse des Thaikom kennt. Bei Spaceflight now stehen 3,6 t, bei der deutschen Wikipedia 3 t und bei der englischen 3,325 t (ich muss euch wohl nicht sagen was ich von der wikipedia halte….)

  22. Und „Begeisterung“ Für Space X kann wohl ähnlich aufkommen wie damals, als Sputnik und Gagarin Beweis dafür waren, dass Kommunismus das beste Geselschaftssystem darstellt. Umgekehrt dient Space-X als Beweis, dass ein „marktwirtschaftlicher“ Ansatz effizienter ist als die „staatliche Planwirtschaft“ der Nasa.

  23. Dann geb ich hier mal den Optimisten und wette auf 8 SpaceX Starts in 2014, den in-flight abort test der Dragon nicht mit eingerechnet.

    Da die F9 V1.1 jetzt endlich fliegt und keine größeren Upgrades geplant sind, bleibt zu hoffen, dass sie nun ihre Startrate deutlich erhöhen können. Und ganz ehrlich, wenn SpaceX dieses Jahr nicht deutlich mehr Raketen in Luft bekommt, verlieren sie doch auch bei ihren Kunden jegliches Vertrauen. Die lassen sich doch nicht ewig vertrösten…

  24. > Umgekehrt dient Space-X als Beweis, dass ein “marktwirtschaftlicher” Ansatz effizienter ist als die “staatliche Planwirtschaft” der Nasa.

    Das ignoriert nur mal wieder ganz gekonnt, daß SpaceX ohne Subventionen der NASA längst pleite wäre. Marktwirtschaft hat immer etwas mit Verkaufen zu tun, und davon war bei SpaceX bisher noch nicht viel zu merken.
    Und ohne die Sojus als Relikt aus Zeiten der sozialistischen Planwirtschaft stände die bemannte Raumfahrt der USA total auf dem Schlauch.

    Wirklich überzeugende Beweise für die „Überlegenheit“ des marktwirtschaftlichen Ansatzes.

  25. Die Erfolgsmeldung der Reporter von SpaceX am Ende der Übertragung grad eben kam zu früh. Momentan ist Thaicom 6 samt Falconoberstufe noch in einem niedrigen Parkorbit, in ein paar Minuten muss die Oberstufe nochmals zünden um die Nutzlast in den hochelliptischen GTO zu schiessen. Erst wenn das geklappt hat ist die Mission der falcon 9 erfolgreich beendet. das Wiederzünden hat allerdings schonmal Probleme gemacht, beim Test mit Cassiope. Also erstmal noch abwarten….

  26. Ansonsten traue ich denen durchaus zu eine deutliche Erhöhung der Startrate zu erreichen wenn jetzt nichts mehr schief geht. 7, 8 oder gar 9 Starts dieses Jahr sind sicher möglich und nötig. Auch die Heavy könnte dies Jahr endlich mal starten.

  27. Scheint wohl geklappt zu haben, laut SpaceX-Gezwitscher ist der Satellit im Zielorbit ausgesetzt worden. Lief ja alles recht problemlos, keine Verzögerungen etc im Gegensatz zum letzten Start.

    Ich bin schon auf die genauen Orbitparameter gespannt. Letztes mal hatte man da ja Abweichungen, ich denke diesmal müsste man mit den der gewonnenen Erfahrung den Orbit genauer treffen.

  28. @Bernd: Die Wette war auch einfach – ich hatte ja auch immer geschrieben, dass SpaceX beim Hochfahren der Startrate Probleme haben wird. Hinzu kam dann das „Update“ auf die v1.1, das Verzögerungen mit sich brachte, die zu erwarten waren.

    Ansonsten ist nun bei 8 von 8 Starts der Falcon 9 die Primärmission – eine Nutzlast ins Orbit zu bringen – erfolgreich gewesen. Da gibt es viele Träger, die wesentlich mehr gravierende Fehler hatten, gerade jeweils bei den frühen Starts. Dafür häufen sich bei SpaceX die Detail-Fehler bzw. -Abweichungen, von denen man nun nichtmal weiß, ob sie einfach extrem hohe Ungenauigkeiten sind (wie die 200 km extra Perigee bei der letzten GTO-Mission) oder Ausnutzung von Performance-Reserven (wie Bernd sicher nicht ganz zu Unrecht vermutet). Hier stört die knappe Informationspolitik von SpaceX gewaltig – anderseits hilft die, genau die „Fans“ heranzuzüchten, die man auch von Apple und Google kennt.

    Kai

  29. Zur Abweichung siehe neuesten Beitrag. Wenn man die 100 km als normale Abweichung ansieht, dann darf jeder, der an Sylvester eine Rakete gestartet hat sich rühmen, einen Suborbitalstart durchgeführt zu haben. Denn Dazu muss man nur 100 km Höhe erreichen (plus minus einem Fehler von 100 km ….)

  30. So, meine Wette habe ich verloren. Schade, ansonsten hat der Iran eigentlich recht zuverlässig meinen Geburtstag mit einem Satellitenstart geehrt. Die wissen eben noch gute Berichterstattung zu schätzen….

    Dafür muss man bei SpaceX nachdem man einen Start nach einem Monat geschafft hat sich nun erst mal ausruhen und hat den nächsten Start vom 22.2 auf den 16.3 verschoben ….
    http://www.spacenews.com/article/launch-report/39405next-spacex-station-cargo-run-slips-into-march

  31. Es wuren wohl größere Änderungen an Dragon (Dragon 2.0) vorgenommen, z.B. mehr Kapzitäten für gekühlte Fracht aber auch Modiikationen in Richtung bemannte Version. Und da sind scheinbar Probleme aufgetreten die jetzt hauptursächlich für die Verzögerung des CRS-3 Fluges ist.

    Ich verstehe nicht warum man nicht noch ein oder zwei „alte“ Dragons auf Lager gehalten hat um damit ein Backup zu haben um die CRS-Verpflichtungen sicher erfüllen zu können falls die neue Dragonversion auf sich warten lässt.

    Genau dasselbe wie damals mit Falcon 9 v1.0 vs. v1.1… Man hat die v1.0 aufgegeben und alles auf die v1.1 gesetzt und als die auf sich warten ließ gabs ordentliche Verzögerungen.

  32. … und man hat den Hauptkunden NASA vergrätzt der eine Falcon 9 erst nach dem vierten Flug für den Start von JASON 3 haben wollte und vertraglich eine Falcon 9 verlangte. Schwupps hat man die Bezeichnung des Nachfolgemodells vomn 2Block II“ auf 1.1 verändert und schon passen wieder die Verträge …

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