Delayed from …

Kleiner Textauszug aus dem Launch Schedule von Spaceflight Now:

April 14  Falcon 9  •  SpaceX CRS 3
Launch time: 2058 GMT (4:58 p.m. EDT)
Launch site: SLC-40, Cape Canaveral Air Force Station, Florida

The SpaceX Falcon 9 rocket will launch the fifth Dragon spacecraft on the third operational cargo delivery mission to the International Space Station. The flight is being conducted under the Commercial Resupply Services contract with NASA. Delayed from April 6, Sept. 30, Nov. 11, Dec. 9, Jan. 15, Feb. 11, Feb. 22, March 1, March 16 and March 30. [April 7]

Na da freut sich doch die NASA, wenn mit einem Jahr Verspätung nun wieder mal ein Versorgungsflug ansteht. Orbital hat seine gesamte Qualifikation von Antares, COTS und den ersten Versorgungsflug in neun Monaten durchgezogen und letzten vorgezogen um die Verzögerungen bei SpaceX aufzufangen. Dafür, dass die Firma permanent um Aufträge von NASA und DoD buhlt, tut sie so ziemlich alles um ihren wichtigsten Kunden zu vergrätzen. Dumm, da nun die Beratung über eine Verlängerung von CRS ansteht. Dabei braucht die Firma Geld, wie berichtet wurde. Nun wird beraten dass die NASA für 2017/18 neue Flüge bucht und ich denke man wird sich für mehr Aufträge für die Firma entscheiden die auch liefern kann.

Aber vielleicht hat SpaceX ja nur gewartet um mit der Falcon 9 „zweiter Anlauf“ nun gleich die 6,6 t zur ISS zu bringen, die diese nach Webseite transportieren kann. Damit kann die Firma ja die noch ausstehende Fracht in drei Flügen transportieren, spart also sechs Flüge ein, daran sollte sie doch interessiert sein oder? Leider werden es nur 2086 kg nach Presskit sein. Na ja eigentlich nicht verwunderlich, schließlich muss die Firma 12 Flüge für die gleiche Frachtmenge durchführen die Orbital trotz einer Trägerrakete mit nur der halben Nutzlast in 8 Flügen transportiert. Die NASA wusste vorher welche mittlere Dichte das Frachtgut hat und da passen in 10 m³ eben nicht so viel rein wie in 18 bzw. 27 bei der Cygnus (erste/zweite Version). Wenn nicht der Trunk wäre, es wäre noch weniger. Im Frachtraum sind auch nur 1517 kg.

Dann ist noch das tolle Interview von Shotwell, welche die letzte Verzögerung wegen einer Verschmutzung des Trunks so kommentierte: “It’s worth saying that the trunk never had any contamination-control requirements on it,” Shotwell said.  Na klar, so kann man billig produzieren, es gibt gar nicht die Forderung dass der Trunk sauber sein muss. Das spart eine Menge Geld ein. So versteht man auch warum die Missionen für die NASA gleich mal zwei Drittel mehr kosten. Die wollen so viele „Datas“, z.b. über Qualitätskontrollen, die man wenn es keine Requirements hat, sicher auch nicht durchführt. Die Qualifikation von Shotwell sieht man auch an der von ihr verfassten Studie damals noch an der Futron Corporation erkennen, die ihr den CEO Posten einbrachte, denn demnach hat die Falcon 1 eine Zuverlässigkeit von 98,22%. Es waren 40%, aber das ist typisch Shotwell mit Zahlen hat sie es nicht so. Während Musk gerade die Nutzlast der Falcon 9 auf 3,5 t GTO korrigierte und die der Falcon Heavy auf 7 t (allerdings bei voller Wiederverwendung) sind es bei Shotwell 5330 und 19 t. Ehrlich gesagt passen 3,5 t recht gut zu meinen Schätzungen anhand eigener Berechnungen.

Und General Shelton meinte als Musk sagte, wenn die Raketen gut genug für CRS wären, dann wären sie auch gut für die NASA: „Right now, we’re launching space station resupply missions with SpaceX. We’re launching food, we’re launching clothing. … That doesn’t begin to represent the catastrophic loss much like a national security payload failure would,” Shelton said. “There’s a big difference.”

Ja das ist auch meine Meinung, wenn ein Start von SpaceX ausfällt gibt es immer noch Orbital, ESA, JAXA, Roskosmos. Dann gibt es eben mal kein frisches Obst sondern nur welches aus der Konserve. (alle Vorräte sind so bemessen dass sie für einige Monate reichen), aber bei den militärischen Satelliten geht nicht nur 1 Milliarde in Luft auf sondern es gibt eine Lücke, und nichts hassen Militärs als Lücken wo sie nicht wissen was der Gegner macht.

Ansonsten scheinen sie es bei SpaceX nicht eilig zu haben. Sah es zu Jahresende noch aus, als würden sie ihren Nutzlaststau abbauen (seit Jahren bekommen sie mehr Aufträge als sie Starts absolvieren) so passierte jetzt monatelang nichts, selbst wenn es Verzögerungen bei der Dragon ist, warum zeiht man dann nicht kommerzielle Starts vor? Eigentlich sollten sie doch Interesse haben Geld zu verdienen, aber vielleicht verlassen sie sich auch ganz auf die NASA. Die muss sehr frühzeitig bezahlen, denn nach diesem Interview war SpaceX Ende 2008 vor dem Bankrott als die NASA den CRS Kontrakt vergab. Sie hat also vier Jahre vor dem ersten Flug schon bezahlt.

Ich denke aber nun ist Ernüchterung bei der NASA eingekehrt. Nicht nur wegen der Startverzögerungen sondern auch in der Informationspolitik, bei der selbst NASA-Kommentatoren nur Tweeds des Chefs wiedergeben können und der vielen Pannen bis mal ein Start gelingt. Sie sind ein Symptom, das eben nicht alles richtig geprüft wurde. Ich denke wenn die NASA darf wie sie will, wird sie bei CCDev nicht auf SpaceX setzen. Zu groß ist da die Kluft zwischen Qualitäts- und Sicherheitsverständnis bei SpaceX und NASA. Allerdings wurde der NASA schon mehrmals per Politik aufdoktriniert ihre Bedenken beiseite zu schieben, so bei den frühen Shuttleflügen, dem Discovery Programm und auch die Versäumnisse beim Apollo CSM fallen in diese Kategorie, diesmal aufgrund des Zeitdrucks. Jedes Mal endete das in einem Fiasko. Dagegen konnte sie bei Apollo 13 zeigen was sie leistet wenn man Notsituationen zumindest mal durchgespielt hat und auf einen Tross von Spezialisten zurückgreifen kann. Doch zu rechnen wird sein, dass die NASA sich für einen Anbieter der bemannten Kapsel entscheiden muss, auch wenn sie gerne zwei Systeme hätte – doch spätestens wenn es in Phase C geht ist das nicht finanzierbar und ein steigendes Budget ist nicht in Sicht.

Dann könnte es eng für SpaceX sein, denn viel Interesse ihre Aufträge zu erfüllen hat die Firma ja nicht. angeblich produzieren sie seit Jahren 40 Cores im Jahr, so langsam müssten sie ne ganze Halde davon haben. Die Firma hat inzwischen so viele Arbeiter wie bei der Ariane 1-4 Entwicklung beteiligt waren, doch trotz angeblich großer Effizienz startet sie nicht mal ein Bruchteil der Raketen. Irgendwas müssen die Leute doch dort machen….

13 thoughts on “Delayed from …

  1. Der NASA Auftrag ist ja zunächst mal eine Verlängerung („cost neutral for NASA“) und bedeutet nicht zwangsläufig die Beauftragung von zusätzlichen Flügen. Man hat erstmal mehr Zeit, um das bereits beauftragte Kontingent abzuarbeiten.
    In dieser Zeit kann man ja auch am MCT, Raptor Triebwerk und regelmäßigen Landungen auf dem Mars etc arbeiten, da vergeht die Zeit dann schneller.

  2. Ich frag mich bei den ganzen tollen Planungen von SpaceX immer nur, wer das alles bezahlen soll. Selbst wenn SpaceX irgendwann mal die kommerziellen Flüge abarbeitet, dürften bei einem Falcon 9 v1.1 Start kaum mehr als 10 Mio Dollar Gewinn bleiben, bei einem Falcon Heavy Start vielleicht 20 Mio. Auch wenn SpaceX die vollmundig angekündigte Startrate (10 x Falcon 9, 10 x Falcon Heavy) irgendwann mal schaffen sollte, bleiben da pro Jahr nicht mehr als 300 Mio Dollar Gewinn übrig. Wovon will man da Raptor, MCT und ein ganzes Marsflugprogramm finanzieren? Wenn man überlegt, dass allein die Entwicklung der Saturn 5 nach heutigem Geldwert ca. 35 Milliarden Dollar gekostet hat, dürfte klar werden, das selbst ein billiger Großträger bei SpaceX nicht unter 20 Milliarden kosten dürfte. Und das sind nur der Träger und die Triebwerksentwicklung. Eine Marsflug-Kombination dürfte nicht viel billiger, eher sogar noch teurer sein. Selbst ein sehr billiges Marsflugprogramm dürfte mindestens 50 Milliarden kosten. Woher will SpaceX eine solche Summe nehmen? Geld bringen (wenn überhaupt) nur die Falcon 9 und die Falcon Heavy, MCT ist viel zu groß für eine kommerzielle Verwendung. Nein, das wird nix. SpaceX fliegt die nächsten 20 Jahre entweder in den LO oder gewaltig auf die Fresse, aber keinesfalls zum Mars…

    Für mich jedenfalls klingt mittlerweile sogar Star Trek weitaus realistischer als die großangekündigten Planungen von SpaceX.

  3. @Anja: ich beziehe mich auf den zweiten Teil des Artikels:
    „Meanwhile, NASA is preparing for a follow-on CRS contract that would cover deliveries from 2017 to 2024. NASA envisions four to five flights a year under CRS 2, and a program budget of between $1 billion and $1.4 billio!“

    @Mario: die SLS soll billiger werden, schließlich war die Saturn V so teuer weil man sie als erstes anging von einem anderen Erfahrungsstand aus. Bei SpaaceX ist es ganz einfach: sie hofft drauf dass die NASA/USAF das finanzieren. Nicht umsonst bemüht sie sich deswegen um Regierungsaufträge

  4. Das lustige ist ja immer wieder die Argumentation der Xer, wenn Musks MCT „billiger“ wäre, müsste die NASA ja eigentlich das SLS in den Wind schießen, weil sie ja laut irgendwelchen Bestimmungen den preisgünstigsten Anbieter nehmen müssten. Dabei weiss man bis auf irgendwelche Tweets und dritte Hand Infos NULL wie das Gefährt aussehen wird. Außer natürlich in der Fantasie der Xer, die dazu seitenweise Foren zumüllen…

  5. @Bernd

    Bei der Falcon Heavy könnte ich es ja noch verstehen, das sich SpaceX dort Interesse von NASA oder DoD erhofft und auf Aufträge und eventuell eine Weiterentwicklung spekuliert. Aber MCT ist für alle Nutzlasten der NASA und des DoD viel zu groß. Die NASA entwickelt zwar aktuell das SLS als Träger ohne existierende Nutzlasten. Aber das ist eine rein politische Entscheidung, dort braucht SpaceX nicht zu hoffen, das man sich dort mit reinquetschen könnte. Das DoD dagegen hat für MCT keinerlei Nutzlasten, weder jetzt noch in 20 Jahren.

  6. @Vineyard: SpaceX Fans sind chronisch schlecht informiert, die glauben ja noch alles was auf der SpacEx-Webseite steht und sind nicht fähig eine zweite Meinung einzuholen. Das sieht man an dem angeblichen Gestz. Es gibt den Space Commercialisation Act von 1998. beschlossen auf Drängen der damaligen LSP, der die NASA verdonnert kommerzielle Raketen zu kaufen, anstatt militärischen. Daher dürfen sie nicht die relativ billigen minotaur nehmen, sondern müssen mehr für die Pegasuis ausgeben. SpaceX hat auch mal prozessiert weil sie LADEE mit einer Falcon 9 starten wollten, nur befand das Gericht das der Protest nicht gültig ist, weil es die Rakete damals noch gar nicht gab. Es gibt aber kein Gesetz das die NASA verpflichtet die billigste Rakete zu nehmen oder gar eine kommerzielle anstatt einer selbst entwickelten. Zudem müsste dafür die Rakete erst mal existieren und ich denke selbst die größten Optimisten weerden wohl wissen, das man die nicht mit dem einkommen als LSP finanzieren kann.

  7. Helium tritt durch ein Ldeck irgendwo in der ersten Stufe aus…. Nächster Versuch am Freitag, da ist aber das Wetter sehr schlecht.

    CRS-3 – Die unendliche Geschichte

  8. Der Artikel heißt ja nicht umsonst „Delayed from“. Vor allem das es Verzögerungen gibt wenn die Rakete schon wenige Minuten vor dem Start ist, das gab es bisher bei einigen SpaceX Flügen. zweimal sogar nach der Zündung der Triebwerke ….

  9. Nach langem Kampf endlich Dampf!
    Nun hat es nach vielen Delays doch noch geklappt und die Dragon ist oben und eingefangen worden. Die Cubesats sind auch ausgesetzt. Das ist doch Löblich!

    Nur das Wassern und Bergen hat geplant moch nicht funktioniert.
    Ob das mal funktioniert und wirtschaftlich sinnvoll ist bezweifle ich.

  10. Ja, Glückwunsch daß es (endlich) geklappt hat!

    Was waren eigentlich jeweils die Gründe für die einzelnen Verschiebungen? Im Fanbay Forum braucht man ja nicht anfragen.

  11. Das Abbremsen und „sanfte“ Wassern der Unterstufe hat angeblich geklappt; die Stufe konnte aber nicht geborgen werden, da bei hoher See das Bergungsschiff nicht zur Rakete fahren konnte. Das halte ich für glaubhaft – es war ja überhaupt zweifelhaft, ob das Wetter den Start zulässt.

    Telemetrie wurde angeblich bis 8 Sekunden nach der Wasserung empfangen. Wenn diese sauber ist, dann wird man wohl noch dieses Jahr die Landung der Unterstufe an Land wagen.

    Zu Bernds Frage, warum SpaceX nicht einen der anstehenden GTO-Starts vorzieht, wenn sich CRS verzögert: Nun, die Kapazitäten, um mehrere Startkampagnen parallel zu fahren, hat SpaceX sicher nicht. Zudem ist die NASA ein guter Kunde und SpaceX kann es sich nicht leisten, die Chance zu verlieren, auf die Verlängerung von CRS mitzubieten. Nachdem die NASA das Upgrade von der Falcon9 v1.0 auf v1.1 nicht als „minor upgrade“ sah, und SpaceX zwang, die v1.1 mit anderen Starts zu qualifizieren, gab es die Pause, weil SpaceX keine v1.0 mehr bauen wollte. Zum Glück sprang OSC ein. Doch musste nun auch SpaceX wieder liefern, was sie anscheinend geschafft haben. So hat die NASA das Glück, zwei funktionierende und vergleichsweise bezahlbare Träger für CRS zu haben. Und es gibt sogar die Chance, dass SpaceX auch die nächsten 20 bis 30 Flüge der Falcon 9 in den kommenden drei Jahren fehlerfrei hinkriegt und „Dragon“ samt „Falcon 9“ auf man-rated hochqualifiziert. Dann kann die NASA sogar wieder ihre Astronauten selber zur ISS fliegen.

    Das Startmanifest, wie es auf http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Falcon_9_launches steht, mit 5 weiteren Starts für 2014, halte ich für glaubhaft. Erfahrungsgemäß werden sich noch ein oder zwei davon verschieben, weil die Payload doch nicht fertig ist. Das wären dann 5 bis 6 Starts der Falcon 9 in diesem Jahr, nach drei Starts im letzten Jahr. Im letzten Jahr sorgte aber das Upgrade auf die v1.1 für Verzögerungen, die es dieses Jahr nicht erneut geben wird.

    Das Launch Manifest auf der Website von SpaceX darf man nicht so ganz ernst nehmen (URL: http://www.spacex.com/missions ), nicht nur, weil dort CRS-3 immer noch unter „Future Missions“ steht, sondern auch, weil noch 12 Starts in diesem Jahr nicht zu schaffen sein werden. Dass SpaceX auf der Website dick aufträgt, ist aber bekannt – man muss halt deren Angaben zurechtstutzen, was Bernd zurecht tut.

    Auf der Positiv-Liste für SpaceX steht, dass sie bei 9 von 9 Starts der Falcon9 in zwei unterschiedlichen Versionen die Primärmission erfolgreich durchgeführt haben. Klar war dabei viel Dusel dabei, etwa, dass die erfolgten Triebwerksausfälle so spät passierten, dass sie die Primärmission nicht beeinträchtigten (die Sekundärmission in zumindest einem Fall hingegen schon). Zumindest zum Teil ist es aber auch gute Missionsplanung, zum Beispiel, dass man beim ersten Start der v1.1 eine Mission wählte, die ohne Neustart der Oberstufe auskommt, aber ebendiesen Neustart dennoch testete. So konnte man den Fehler mit der Vereisung rechtzeitig beheben!

    Arianespace hat mit dem letzten großen Träger, der Ariane 5, bei der Einführung viel mehr Probleme gehabt, und hat bei den ersten sechs Starts der Ariane 5 und den ersten drei Starts der Ariane 5 ECA in Summe dreimal die Primärmission verfehlt. Über die Proton, die zwar eine seit Jahrzehnten eingeführte Rakete ist, aber in den letzten zwei Jahren dank zweier Fehlschläge keine neun erfolgreichen Starts am Stück schaffte, reden wir lieber gar nicht erst.

    Mit der Entwicklung in Richtung einer wiederverwendbaren Unterstufe schreibt SpaceX wahrscheinlich bald Raumfahrtgeschichte. Insbesondere die „Falcon Heavy“, die eigentlich für viele Missionen zu groß und damit auch zu teuer ist, könnte dank Wiederverwendung der beiden Booster zu einer verdammt harten Konkurrenz für Ariane, Proton und EELV werden. „Könnte“, weil noch muss SpaceX beweisen, dass sie zuverlässig genug sind. Aber mit jedem erfolgreichen Start steigt das Vertrauen.

    Kai

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