Bananen- und Vaporraketen

Heute geht es um Vaporraketen und Bananenraketen. Was ihr kennt das noch nicht? Zeit etwas Aufklärung zu betrieben. 1985 erschienen zwei Produkte, die für mich der Aufhänger für diesen Blog sind. Das eine war der Atari ST, das zweite Windows. Beide sind in die Computergeschichte eingegangen, jedoch nicht nur positiv.

Der Atari ST

Der Atari ST war ein revolutionärer Computer. Er war der erste bezahlbare Rechner mit einer MC 68000 CPU, hatte einen superauflösenden Monitor. Es gab für ihn als Erstes ein bezahlbares CD-ROM Laufwerk und einen preiswerten Laserdrucker. Hinter ihm steckt Jack Tramiel, der bis vor wenigen Jahren noch Commodore leitete, und mit dem VC 20 und C64 einen Preiskrieg entfachte, der viele Heimcomputerhersteller an den Rand des Ruins brachten. Einige, wie Texas Instruments stiegen aus dem Preiskampf aus. Jack Tramiel war zwar Gründer von Commodore, aber die Aktienmehrheit hatte schon seit Jahrzehnten ein Investor. Als Tramiel versuchte, seien Söhne im Vorstand unterzubringen und der Kurs des Wachstums der Firma noch beschleunigen wollte führte das zu Spannungen mit dem Großaktionär und Tramiel musste gehen. Mit dem Verkauf seiner Anteile an Commodore kaufte er Atari auf. Atari schrieb Ende 1983 Verluste, vor allem wegen des VCS 2600 Systems, das technisch veraltet war und sich nicht mehr so gut kaufte, aber auch wegen des Preiskrieges mit Commodore. Time Warner verkaufte die Firma und Tramiel griff zu. Dort setzte er die Politik, durch die er schon beim C64 verfolgte: einen billigen Computer, auch wenn er radikal abgespeckt ist. Der Atari ST erschein als „Macintosh-Killer“: er hatte wie dieser eine grafische Oberfläche (GEM), einen 68000-Prozessor und 512 KB RAM (Versionen mit 128 KB waren geplant, doch das war zu wenig RAM). Er konnte um Diskettenlaufwerke, ein Modem und MIDI Geräte erweitert werden. Er war so mit einem Macintosh vergleichbar, kostete aber nur die Hälfte, auch wenn er deutlich teurer als ein C64 war und eigentlich vom Preis (1500 DM nur Gerät, 3000 DM mit zwei Diskettenlaufwerken und Monitor, das entspricht heute dem doppelten Preis in Euro) nicht mehr zur Gruppe der Heimgeräte gehörte.

Windows 1.0

Am 20.11.1985, kurz vor Jahresende erschien dann Windows 1.0. Die erste Version von Windows bekam eine überwiegend negative Resonanz. Windows war (und das blieb bis Windows XP so) ein Aufsatz für DOS, wurde also von DOS aus gestartet, es war kein integriertes Betriebssystem. Anders als der Atari ST bekam Windows aber vom Start weg durchgehend negative Kritiken. Windows 1 war langsam, brauchte viele Ressourcen, es fehlten trotzdem viele Features, die der Mac hatte, wie überlappende Fenster und es war eigentlich zu nichts nutze. Anwendungen gab es kaum, auch weil Windows 1.0 nur den Befehlssatz des 8086 unterstützte und als DOS-Aufsatz so der Arbeitsspeicher auf 640 KByte limitiert war – von dem gingen noch DOS und Windows ab, zu wenig blieb für ernsthafte Anwendungen.

An diese beiden Produkte wurde ich erinnert, als ich mir die SpassX-Ankündigungen durch den Kopf gingen ließ. Der Atari ST war zwar ein toller Computer, aber er wurde überhastet auf den Markt geworfen. Das Betriebssystem war fehlerhaft und später tauschte Atari die ROMs gegen neue aus. Die Routinen für die Diskettenlaufwerke nutzten z.B. nur die Hälfte der Kapazität – nur eine der beiden Seiten wurde beschreiben. Das galt leider auch für viele Anwendungsprogramme. Sehr bald bürgerte sich der Begriff „Bananensoftware“ ein. Das waren Programme, die erst beim Anwender reiften, kurz: Anwender berichteten über Bugs und die wurden erst dann nach und nach abgestellt – oder auch nie. Teilweise war die Situation so schlimm, dass Anwender lieber die CP/M Programme DBAse, Wordstar und Supercalc einsetzten, die unter CP/M 68K liefen. (GEM, die grafische Oberfläche war ein Aufsatz für CP/M 68K und so lief auch dieses Betriebssystem auf dem Atari ST. Das wäre wie, wenn man heute, weil Windows Programme zu buggy sind, auf DOS-Programme zurückgreift.

Vaporware

Doch während man bei Atari die Kurve noch bekam, der Computer selbst war nicht schlecht, sah es bei Windows 1.0 anders aus. Schon bevor es erschien, hatte das Betriebssystem von der Zeitschrift Infowourld die Bezeichnung „Vaporware“ bekommen. Seit September 1981 arbeitete man bei Microsoft an dem Interface Manager, einer grafischen Oberfläche für DOS. Nachdem Bill Gates im November 1982 bei der COMDEX Prototypen von Konkurrenzprodukten sah, wurde daraus ein eigenes Produkt, dass am 10.11.1983 offiziell mit enormer Reklame vorgestellt wurde. Da man auf der COMDEX selbst keine Werbung machen konnte, spannte Microsoft Hotels und Taxifahrer ein. So gab es in den Hotels Kissenbezüge mit dem Windows Logo oder Taxifahrer trugen eine Kappe mit dem Logo. Angekündigter Veröffentlichungstermin: Frühling 1984. Später verschob man auf November 1984 und es erschein schließlich am 20.11.1985, also nur knapp zwei Jahre verspätet – das war damals eine enorme Verspätung. In zwei Jahren konnte eine Computerfamilie total veraltet sein, da damals die Hardware noch exponentiell schneller wurde.

Was rauskam, hatte hohe Anforderungen an die Hardware. So wurde eine Festplatte, Farbgrafikkarte und Farbmonitor benötigt – das kostete bei den gängigen PCs mehr als die Basisausstattung mit Monochrommonitor und Diskettenlaufwerken. Trotzdem lief es nur auf den schnellsten PC auf Basis des 80826-Prozessors in annehmbarer Geschwindigkeit. Auf einem IBM PC mit 8088 Prozessor reichte der Start einer Anwendung schon aus, dass die Analoguhr nachging, weil schon sie nicht genug Prozessorzeit bekam. Kurzum: Das Produkt war nahezu nutzlos. Es gab mit dem erwähnten GEM zudem eine schnellere alternative und die lief auch auf Monochrommonitoren und ohne Festplatte.

Reinfall Windows 1.0

Warum wurde Windows so ein Reinfall? Es waren drei Gründe, die zusammenwirkten.

Das erste war, dass Windows von dem Codeumfang eine Größenordnung über dem war, was Microsoft bisher entwickelt hatte. Da waren pro Projekt einige Programmierer tätig, zwischen denen man die Arbeit gut auftelen konnte. Bei DOS entwickelte einer das Kernsystem, ein zweiter die Treiber und einige andere die vielen Zusatzprogramme wie Copy, Format etc. Windows wurde von 24 Leuten entwickeln, die sich laufend synchronisieren und absprechen musste. Die Zeit dafür ging von der Programmierzeit ab. Es musste viel mehr dokumentiert werden, das alles verlangsamte die Entwicklung deutlich.

Das zweite war, das Bill Gates es so wie beim Mac haben wollte. Das war, weil die Hardware eine andere war, viel aufwendiger, zudem gab es laufende Änderungen von Gates, so wollte er einmal das man die Schriften die alle Bitmaps waren durch Postscript ersetzt und das nicht nur beim Druck, sondern auch auf dem Bildschirm. Bis sich zeigte das dies das System extrem langsam machte hatte man wieder Wochen Programmierarbeit in den Sand gesetzt.

Der dritte Punkt war, dass der Apple eine abgeschottete Welt war. Der Mac musste nur den Mac-Bildschirm, die Mac-Maus und den Apple Stylewriter unterstützen. Für den PC gab es etliche verschiedene Grafikkarten, Monitor, Mäuse und die Zahl der Drucker war noch größer. Für alle musste es Treiber geben, die die Fähigkeiten des Systems optimal umsetzten und die Benutzeroberfläche musste so mit verschiedenen Auflösungen und Farbtiefen zurechtkommen. All das generierte viel Arbeit beim Programmieren.

Bananenraketen

Nun der große Schwenk zu SpassX. Nachdem Shotwell ankündigte, eine wiederverwendete Falcon 9 würde den Kunden nur 10% günstiger kommen und dies so begründete:

„We are not decreasing the price by 30 percent right now for recovered and reused vehicles. We’re offering about a 10 percent price reduction. I’d rather fly on an airplane that’s flown before as I’d feel more comfortable with its reliability.“

Das heißt vereinfacht gesagt: Weil die Rakete nicht schon am Boden explodiert ist oder die erste Stufe beim Aufstieg von der Oberstufe zerstört wurde, ist die wiederverwendete Falcon 9 zuverlässiger als eine neue. Man könnte auch sagen: Zumindest diese Stufe ist bug-free. Damit reift die Rakete mit jedem Start und ist in Parallele zum Atari ST eine Bananenrakete. Neben der Unverschämtheit, die in der Äußerung steckt, im Prinzip deklariert sie ja jeden Start einer neuen Falcon 9 als Teststart, dürfte dies die Kunden wohl aufschrecken die bisher schon SpaceX gebucht haben. Es zeigt aber das ich wieder mal recht hatte. Schon früh prophezeite ich das der Hauptunterschied zwischen SpaceX und anderen LSP die Qualitätssicherung ist. Sicher kann man Geld einsparen, wenn man viel Selbst produziert, anstatt Aufträge zu vergeben, doch wenn das wirklich so viel ausmacht, wie SpaceX im Preis niedriger war, als sie auf den Markt kamen, dann würden sicher die anderen LSP auch auf den Trichter kommen und mehr selbst produzieren. Bekannt ist aber das bei allen Trägerraketen die Qualitätssicherung sehr teuer ist. Das hat die Raumfahrt schon in den ersten Jahren bemerkt als profane Nachlässigkeiten zu Totalverlusten führten. Seitdem gibt es dort rigide Qualitätskontrollen. In einem Film über die Ariane 4 wurde das Mal gezeigt, da wurden zwei Stufen miteinander verschraubt. Einer zog die Muttern an, maß das Drehmoment, das vorgegeben ist, ein Zweiter notierte das in einem Protokoll. So dauert das länger, als wenn man einfach dreht, bis nichts mehr geht. Werkzeuge mussten jedes Mal wieder an den vorgesehenen Platz gelegt werden (mit individueller Aussparung in der Kunststoffschale) und die Entnahme und Rückgabe protokolliert werden. Mit dem Konzept von „Weniger Papier – schneller und Billiger“ hat die NASA ja schon vor 20 Jahren ihre Erfahrungen gemacht und das Discovery Programm nach dem Totalverlust von drei Raumsonden wieder eingestellt.

Vaporraketen

Das Zweite sind die Ankündigungen von SpassX. Immerhin Windows 1.0 erschien ja noch verspätet. Aber was wurde aus der Falcon 1e, Falcon 5, Falcon 9 Block II, Falcon 9 Heavy, dem Dragonlab? Alle ankündigt und nie erschienen. Es handelt sich um Vaporraketen. So könnte es auch der Marsrakete gehen und die Falcon Heavy hat das Zeugs Windows im Zuspätkommen zu schlagen. Ankündigt im Mai 2011 für einen Erstflug im letzten Quartal 2013 wird nun wahrscheinlich Frühjahr/Sommer 2017 draus. Windows 1.0 kam 17 Monate zu später heraus. Die Falcon 9 ist heute schon 36 Monate hinterher. Ähnliche Verzögerungen gab es auch bei den COTS Flügen (COTS 1 um 27 Monate verspätet, COTS 2/3 um 32 Monate verspätet). Angesichts der vielen eingestellten Projekte kann man bei SpassX noch eher von Vaporraketen sprechen, als bei Windows 1.0. Das Marsprojekt dürfte wohl das größte Vapor-SpassX-Event sein. Ich wage zu prophezeien, das schon der erste Start einer Dragon zum Mars, der für 2018 geplant ist sich auf mindestens 2020, wenn nicht 2022 verschiebt. Von dem ersten bemannten Einsatz ganz zu schweigen.

Gleichgeschaltetes Forum

Noch was zum Blog: Ich möchte euch bitten hier nicht auf das Forum von Raumfahrer.net einzugehen. Zum einen sollten Diskussionen immer da geführt werden, wo sie stattfinden, also nicht hier über dieses Forum. Ich ignoriere ja auch, wenn man dort über meine Beiträge diskutiert, anstatt das direkt im Blog zu tun. Das ist so wie über jemanden zu reden der sich nicht wehren kann. Zum Zweiten gibt es ja nicht nur dieses Raumfahrtforum. Es gibt noch einige internationale in denen auch viele Deutsche aktiv sind, die nicht in raumfahrer.net sind, z.B. ich. Zum Dritten denke ich messt ihr ihm eine zu große Bedeutung zu. Der SpaceX Teil bildet nicht alle Teilnehmer des Forums ab, sondern nur einige wenige, die sich nur für dieses Thema interessieren. Diese haben zudem das Forum in diesem Bereich (SpaceX-Diskussion) quasi „gleichgeschaltet“. Sprich: Es wird der Eindruck erweckt, es gäbe nur Pro-SpaceX Meinungen. Wer dagegen ist, hat schon meist die Lust verloren, darauf einzugehen. Er wird von den anderen zugemüllt, die ihre Meinungen bald als Tatsachen ansehen. Früher haben Leute geschriehen wenn ihnen etwas nicht passt (bei PEGIDA ist das heute immer noch so). Heute heisst dasselbe Verhalten eben Forumstroll.

Wenn ihr also was zu der SpaceX-Diskussion bei raumfahrer.net beitragen wollt, so tut das in dem Forum oder macht es wie ich: Ignoriert es. Das mache ich seit Jahren so gemäß dem Leitspruch: „Was juckt es die Eiche, welche Sau sich gerade an ihrer Borke reibt?“. Einfach hier eine Kommentar zu hinterlassen über etwas was dort passiert und nicht hier ist einfach nicht dienlich.

[Edit]

Ich habe letzten Absatz verändert, nachdem ich eine Mail mit einem für dieses Forum Link bekam. Dort hat man die Geschichte umgedreht. Aus meiner Bitte im Original „Ich möchte euch bitten hier nicht auf das Forum von Raumfahrer.net einzugehen. Zum einen sollten Diskussionen immer da geführt werden, wo sie stattfinden, also nicht hier über dieses Forum“ wurde von einem Moderator das genaue Gegenteil abgeleitet. nämlich ein Diskussionsverbot für das Raumfahrer.net Forum von meinen Artikeln. Die Bemerkung bekommt nun jeder der dort auf einen Blog verweist.

Ich habe noch den Artikel mit einer etwas unpassenden und dort falsch verstandenen Betrachtung auf das dritte Reich geendet in dem ich verweisen habe das man heute den Eindruck hat es gäbe damals nur eine Meinung und alle wären der der Partei gewesen, während in Wirklichkeit es nur wenige waren. Damit wollte ich eigentlich zum Ausdruck bringen das dort wenige die sehr häufig posten durch ihre Häufigkeit suggerieren das gesamte Forum wäre Pro-SpaceX und andere Meinungen wären in der Minderheit, eben weil sie am lautesten sind. Genauso wie die meisten Menschen im dritten Reich keine überzeugten Nazis waren aber nur wenige Möglichkeiten hatten sich zu äußern. in Raumfahrer.net ist dem natürlich nicht so. Dort wird nur jeder der auf meine Webseite verweist sofort von einem Moderator mit obiger Message kommentiert. Das ist was total anderes. Im dritten Reich hätte man die Leute sofort eingesperrt und nicht nur auf ihr Fehlverhalten hingewiesen.

Zuletzt. Es gibt ja keine Zensur hier, noch der alte letzte Absatz mit dem unpassenden Bezug zum dritten Reich.

„Das ist vergleichbar mit der Zeit des Dritten Reichs. Schaut man sich Material aus dieser Zeit an, so hat man den Eindruck es gäbe nur Nazis und alle sind vom Dritten Reich begeistert, weil die Medien gleichgeschaltet waren. Nach den offiziellen Entnazifizierung gab es nur 1,4% Belastete und Hauptschuldige, aber diese waren eben viel aktiver als die Mitläufer. Wenn ihr also was zu der Diskussion beitragen wollt, so tut das in dem Forum oder macht es wie ich: Ignoriert es. Das mache ich seit Jahren so gemäß dem Leitspruch: „Was juckt es die Eiche, welche Sau sich gerade an ihrer Borke reibt?“.

9 thoughts on “Bananen- und Vaporraketen

  1. @Falcon Heavy: Diese wird selbst von SpaceX Anhänger schon fast als „Vaporrakete“ behandelt.

    Selbst wenn sie nächstes Jahr rauskommt, wird sie optimistisch geschätzt wohl nur ein halbes Dutzend mal fliegen.

  2. Der Flughafen Berlin-Brandenburg sollte ursprünglich am 30.10.2011, dann am 03.06.2012 eröffnen. Derzeit ist die Eröffnung für die „zweite Jahreshälfte 2017“ geplant, was dann sechs Jahren Verzögerung entspricht, wenn denn die Eröffnung klappt, was alles andere als sicher ist. Ich persönlich halte zudem den Bau eines Flughafenterminals für deutlich planbarer als die Entwicklung einer neue Schwerlastrakete. Sicher war der ursprüngliche Zeitplan von SpaceX zu ambitioniert, aber deswegen SpaceX generell als „Versager“ abzustempeln, halte ich für übertrieben.

  3. Nicht mal der Attentäter wollte einen Anschlag auf BER machen sondern auf Tegel ….
    Bei der Raumfahrt gibt es auch etliche Verzögerungen so startete dieses Jahr glaub ich ein Satellit der schon in den Achtzigern gestartet werden sollte ….

  4. Och, wenn ich an die Schwerlastrakete der NASA denke, dann ist das wiederum sehr gut mit BER vergleichbar.

    Bei der NASA wurde aus der Ares V (und I) eine SLS, IMHO weitestgehend aus politischen Gründen. Und btw. Orion sollte auch schon Anfang dieses Jahrzehnts fliegen, auch bemannt zur ISS. Stattdessen bekommen wir – vielleicht – zwei Kapseln von privaten Dienstleistern die Orion mit bald 10 Jahre Verspätung. Dieser Spass wird dann auch nicht weniger kosten als Constellation …

    Beim BER hat man erst mal 10 Jahre für die Suche nach einem Standort gebraucht und wollte ihn privat finanzieren und betreiben lassen. Hat sich nur leider kein „Dummer“ finden lassen. Btw. heute hätten sich die Unternehmen drum geschlagen, die Anzahl der Paxen von/nach Berlin haben sich seitdem fast verdreifacht! Also wurde/wird der Flughafen doch vom Staat gebaut, aber ohne Generalunternehmer. Die Politik – in Berlin, Brandenburg und der Bund – kann das ja auch managen.

    Die Folgen waren dann die diversen Umplanungen, Verzögerungen und die daraus resultierenden Kostensteigerungen – man denke nur an den nachträglich zu realisierenden Stellplatz für den A380 oder die zusätzlichen Flächen für’s Shopping im Hauptgebäude. Und natürlich die Abzugsanlage, bei der das Rauchgas eben über den „Keller“ abgezogen werden soll, was in der Größenordnung noch nirgendwo so gebaut wurde. Und zwar nur, damit oben auf dem Dach keine Aufbauten zu sehen sind. Von den Tücken des Märkischen Sandes mal ganz zu schweigen …

  5. Ein großer Unterschied zwischen den Verzögerungen bei BER und der Falcon Heavy ist, daß in einem Falle die Verzögerungen hauptsächlich durch die tatkräftige Einmischung der Politik verursacht wurden, im anderen Falle nicht.

  6. Ja, aber es gibt noch einen weiteren, IMHO noch gravierenderen Unterschied: Für die Kosten des BER kommt allein der Steuerzahler auf, für die Entwicklung der Falcon Heavy SpaceX.
    Ob beide, einer von beiden oder keiner je die Betriebsphase erreichen wird, wird erst die Zukunft zeigen.

  7. @rumme

    Hören sie doch bitte mit dem whataboutism auf, außerdem wird SpaceX zum Großteil von Steuerzahlern finanziert also ist ihr Argument so wertvoll wie der gerade von mir im Biomüll versenkte Kaffeesatz.

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