Atommüllentsorgung im All

Gestern sah ich den Beitrag über Atommüll auf Arte. Die Entsorgung ist ja noch immer nicht gelöst. Dabei gab es ja schon viele Ideen wie man ihn endgültig wegbekommt. Nicht zuletzt hat man auch das All dafür vorgeschlagen. Die NASA hat in den Zeiten, in denen sie noch annahm, das Space Shuttle wäre billig und würde häufig fliegen, unter anderem auch nach der Entsorgung von Atommüll ins All untersuchen lassen.

Die Idee war, den Atommüll so aufzubereiten, dass man nur den Teil erhält der sehr lange radioaktiv ist, also der bei Erdlagerstätten für die Forderung für Stabilität über Millionen von Jahren verantwortlich ist. Die anderen Isotope die nach einigen Jahrhunderten bis Jahrtausenden abgeklungen sind haben Halbwertszeiten, die im Bereich liegen, in dem wir heute schon Erfahrungen mit Lagerungen haben oder der Stabilität von Bauwerken. Im folgenden will ich Daten von Jesco von Puttkamer „Der erste Tag der neuen Welt“ S. 253 ff verwenden

Je Tonne Kernbrennstoff sollten im „Purex“ Verfahren der Großteil des nicht umgesetzten Kernbrennstoffs und des gebildeten spaltbaren Materials wieder verwendet werden und so nur noch 40 kg reiner Atommüll zurückbleiben. Ein Kernkraftwerk der 1 GW Klasse produziert so aus 30 t Brennelementen 1,2 t hoch strahlenden Atommüll. Die USA sollten so 1980 aus 4300 t Brennelementen rund 175 t Atommüll pro Jahr erzeugen. (Arte Bericht: 20 t Brennelemente pro 1 GW Kraftwerk) Continue reading „Atommüllentsorgung im All“

Deutschland – astronomisches Entwicklungsland

Im Jahre 1962 gab es eine Gedenkschrift zur Lage der deutschen Astronomie, Darauf wurde verwiesen, dass diese einen beträchtlichen instrumentellen Rückstand gegenüber den Nachbarländern hat, bedingt dadurch, dass sowohl nach dem ersten wie auch zweiten Weltkrieg keine neuen Teleskope mehr gebaut wurden und es wurde vorgeschlagen, zwei (damals) mittelgroße und ein großes Teleskop an einem klimatisch günstigen Standardort zu erichten, dazu noch ein Radioteleskop.

Diese Projekte wurden umgesetzt: Es entstanden zwei 2,2 m Teleskope, eines als Dauerleihgabe an die ESO in la Silla und eines im Calar Alto Forschungszentrum in Spanien. Dort wurde auch das größere – 3,5 m – Teleskop aufgestellt. Das Radioteleskop – das 100 m Teleskop in Eiffelsberg wurde ebenfalls errichtet. Damit hatte Deutschland bis Anfang der 80 er Jahre an die Weltspitze aufgeschlossen. Continue reading „Deutschland – astronomisches Entwicklungsland“

Vermischtes

Heute mal wieder ein Blog ohne spezifisches Thema, so ein „Kessel Buntes“. Zum einen fehlt mir derzeit so ein richtig knalliges Thema, dass ich noch nicht aufgegriffen habe, zum andern gibt es einige kleine Dinge die ich ansprechen möchte. Ich habe mir vorgenommen nun mal wieder etwas kürzer mit den Büchern zu treten und pro Woche wieder einen neuen Aufsatz zu schreiben. Angefangen habe ich mit einem weiteren über Ionentriebwerken, diesmal gerade mit den Chancen, die leistungsfähige Solarkonzentratorarrays bieten. Wie ich schon bei einer ersten Rechnung festgestellt habe – Bei 300 W/m sind praktisch alle Ziele im Sonnensystem innerhalb von 1 Jahr erreichbar und am Horizont sichtbar sind schon Systeme mit 500 W/m. Eine Riesenchance für eine preiswerte Raumfahrt ohne große Trägerrakete – mal sehen ob die Industrie und Weltraumagenturen weiterhin schlafen. Continue reading „Vermischtes“

eBooks

Passend zu meiner Bemerkung, dass Google Books die beiden letzten Bücher von mir gescannt hat (angeblich ohne vollständige Ansicht, doch ich konnte recht schnell und vollständig durch die Bücher blättern) kam heute auch ein Beitrag im Fernsehen bei „neues“. Mal abgesehen, dass ich mich frage, woher Google die Bücher bei weniger als 60 verkauften Exemplaren pro Stück hat (wenn ich nachschaue, ob eine Bibliothek sie hat, bekomme ich immer keine Fundstelle) ist es vielleicht mal an der Zeit das ganze Thema zu besprechen. Es hat ja mehrere Dimensionen. Da ist zum einen mal die Sache mit den Lesegeräten, dann der Zugang und dann die Rechte von Autoren, aber auch Konsumenten.

Fangen wir mal an mit den Lesegeräten. Was ich bisher von den Geräten (Kindle & Co) gelesen habe ist recht positiv. Sie haben ein sauberes Schriftbild, das auch an der Sonne lesbar ist, sie brauchen wenig Strom (keine LCD, sondern „elektronische Tinte, die nur beim Seitenaufbau Strom benötigt und dann wie bei einer Buchseite sich ohne Strom nicht mehr verändert) und man kann seine ganze Bibliothek unterbringen, wenn man das Gerät entsprechend erweitert. Sie müssten nur billiger werden. Ich würde für mich so wahrscheinlich 100 Euro als Grenze ansehen. Derzeit kosten sie noch dreimal so viel. Continue reading „eBooks“

Auf dem Weg zur Super Ariane – Teil 3

So, nachdem gerade der Upload des 321 MB PostScript des Buchs läuft (erstmals musste ich die Auflösung auf 1200 dpi reduzieren, weil es sonst zu groß gewesen wäre) kann ich mich an den nächsten Blogeintrag wagen. Erst mal habe ich genug vom Bücherschreiben, zumal auch nach dem Hype im Juli/August die Umsätze sehr lau sind, vor allem merke ich aber das 392 Seiten doch etwas viel sind. Bücher mit der Hälfte wären wohl besser und wahrscheinlich greifen dann auch mehr Leute zu (weils auch billiger wird). Aber auf weniger hätte ich kaum 99 US Trägerraketen untergebracht und es sollte ja auch ein besseres Buch werden als das Konkurrenzwerk von Eugen Reichl. Ich denke in 2-3 Wochen kann man es käuflich erwerben. Wenn es soweit ist, erfährt man natürlich hier. Ich hoffe Kevin hat neben seinen Plänen für hochfliegende Ballonfahrten auch noch etwas Zeit für das Manuskript von Band 2, das er gerade zum Korrekturlesen hat, sodass dieser auch noch vor Weihnachten erscheint.

So nun zur Erweiterung der Ariane 5

Die bisherigen Pläne gingen von den bisherigen Stufen aus, nur Optimierung bei verschiedenen Parametern. Trotzdem konnte so die Nutzlast der ESC-B auf rund 13.6-14.2 t gesteigert werden – ohne Vulcain 3 und neue CFK-Booster. Ich will auch diese in den folgenden Überlegungen nicht einbeziehen, da es zu wenige Daten über sie gibt und ich vor allem eine weitere kostenintensive Triebwerksentwicklung für nicht wirtschaftlich halte (zumindest nicht für die ESA. SBNECMA mag da anderer Meinung sein). Continue reading „Auf dem Weg zur Super Ariane – Teil 3“