Die Antwort an die Blogleser

Für mich war interessant mal zu erfahren wer so alles den Blog liest und was er erwartet bzw. was er für Interessen hat. Dafür vielen Dank. Vielleicht meldet sich auch noch der eine oder andere. Also erstaunlich war für mich, dass die meisten die sich mit dem Alter geoutet haben, in meinem Alter sind, also so um die Vierzig. (abgerundet). Aufgrund der Tatsache, dass um so mehr Leute Computer regelmäßig benutzen je jünger sie sind (zumindest bis zu einem bestimmten Alter) ist das verwunderlich. Aber vielleicht ist mein Blog ja auch zu anspruchsvoll oder die junge Generation interessiert sich kaum noch für Raumfahrt. Was ich allerdings imemr noch nicht weiss ist warum viele alte Blogkommentatoren nun so still geworden sind und einige die anscheinend schon seit Jahren Leser waren nun plötzlich erst aktiv wurden.

Zu den Interessen: Ich würde nicht mal sagen, dass ich so vielseitig interessiert bin. So viel mache ich nicht: Häufigste Freizeit-Aktivität ist drei bis viermal in der Woche Schwimmen gehen. Aber ich bin ein mehr geistig orientierter Mensch. Neben Raumfahrt programmiere ich auch und unterrichte das seit knapp zwei Jahren auch an der DHBW in Stuttgart. Das war es aber auch mit tiefgehenden Interessen. Ich schaue zwar regelmäßig (populär)wissenschaftliches Fernsehen, auch hier gerne andere Naturwissenschaften Aber das würde ich nicht als tiefergehende Interessen bezeichnen.

Der eine oder andere fragt sich nun: Was ist mit Ernährung und Chemie? Das habe ich studiert und da bin ich auch noch fit. Aber das schöne an dem Gebiet ist, das es eine Naturwissenschaft ist: Anders als bei der Technik ändern sich die Grundlagen nicht, sondern werden nur verfeinert. Für das allgemeine Publikum, das sich nicht an den neuesten instrumentellen Methoden oder der letzten Änderung der Leitsätze für Wurst- und Fleischwaren interessiert, reicht es noch gut aus, um zu referieren, zumal der Buchmarkt voll ist von Büchern von Ärzten, Journalisten und Köchen die nicht mal das Gebiet studiert haben. Dabei sollte ich klarstellen, dass ich über Lebensmittelchemie und nicht Ernährung schreibe, obwohl ich nach 5 Jahren Unterricht in Ernährungslehre das auch könnte. Der Grund ist, dass die Leute Antworten auf grundsätzliche Fragen haben wollen – welche Ernährung ist am gesündesten, wie nehme ich am besten ab? Was wirklich wissenschaftlich abgesichert ist, sind aber Antworten auf Details. Also wie viel Vitamin C benötigt der Mensch pro Tag und welche biochemische Wirkung hat es. Der einfache Grund ist, das man für die Beantwortung der „großen“ Fragen ein größeres Kollektiv über das komplette Leben systematisch in einer Diät ernähren müsste und dann die Sterberate und Krankheiten die auftreten, mit einem anderen Kollektiv mit normaler Ernährung vergleichen müsste. Und das hat noch keiner gemacht. Also publiziert jeder nur seine mehr oder weniger abgestützte Meinung die auf Indizien basiert. Aber zu ernährungsformen gilt „nix genaueres weiß man nicht“.

Natürlich verlagern sich auch mir mir Interessen. Ich meine damit nicht die Lipsync Videos. (Als kürzlich nach einem suchte stellte ich fest, dass ich nicht nur die Videos online gelöscht habe, sondern aus versehen auch von der Festplatte. Allerdings hat mich da am Schluss auch mehr interessiert was ich so an Effekten aus VirtualDub raus kitzeln konnte). Ich meine eher die Verlagerung von Website -> Blog -> Bücher. Es ist wahr, auf der Website hat sich in den letzten vier Jahren nicht so viel getan. Aber das ist aus meiner Sicht auch natürlich. Ich habe zwei Hauptinteressengebiete: Raumsonden und Trägerraketen. Nachdem ich zuerst in mehreren Jahren Artikel über alle Trägerraketen und jedes Raumsondenprogramme die es bis dahin gab geschrieben habe, danach noch Artikel über Grundlagen, Oberstufen etc. bleibt nur noch das Ergänzen des neuen. Und das ist eben nicht viel. Ich habe im letzten Jahr nur Artikel über Akatsuki, Phobos-Grunt, über die KSLV, Angara, LM-5, Unha und Safir schreiben müssen.

Der Wunsch nach Aktualisierung von Raumsonden ist nachvollziehbar, aber es ist ein enormer Arbeitsaufwand bei den vielen die derzeit aktiv sind. Ich habe das einige Zeit mal bei Cassini durchgezogen, aber als es immer langweilliger wurde was ich schrieb und im Prinzip auf die Zusammenfassung der offziellen Presskits habe ich es eingestellt. Es gibt dafür einige Webseiten (space.com, sprecref.com, spacedaily.com, spaceflightnow,com, spacetoday.com die das leisten und wer es auf deutsch haben möchte, geht zur Raumfahrer.net die nichts anderes machen, als die Meldungen von dort ins Deutsche zu übersetzen.

Ich versuche ja eine Symbiose hinzubekommen. Den Blog mache ich, weil ich hier keinen Fachaufsatz abliefern muss und auch Rückmeldung bekomme. Die bleibt bei der Website aus. Wenn dann doch mal ein interessantes Stück dabei raus kommt (oder jemand ein solches in alten Blogs entdeckt) kann er sich ja melden und ich transferiere es in die Website. Dabei mal ein Tipp: Da google leider auch alle Metaseiten indiziert ist es sinnvoller, die Website-Suche zu nehmen (Suchfeld in der Titelleiste der Website) und dort neben dem Suchbegriff das Wort „weblog“ einzufügen. Da ich alle größeren Beiträge erst mal in FrontPage in einer HTML Seite namens „weblogxxx.shtml“ (x ist mittlerweile bei 182 angekommen) schreibe, findet man so etwas eher.

Meine Bücher sehe ich als Fortentwicklung. Bevor es Web gab, habe ich mir Notizen über Raketen und Infos die ich in Büchern fand, angefertigt. Mit dem web folgten dann Aufsätze die teilweise recht lange wurden, aber weil ich lieber schreibe als korrigiere und meine Kenntnisse von Orthographie und Grammatik, sagen wir mal verbesserbar sind bekomme ich da auch immer wieder Kritik zu hören. Ab und an auch Hilfsangebote, die dann komischerweise sich nicht mehr melden, wenn ich sagen dass es sich um 984 Seiten mit 28.960 KByte handelt. Also wenn ich nun noch einen Schritt weitergehe, noch mehr schreibe, als in den Aufsätzen und mich nun auch noch mit der Sprache beschäftige (wobei ich allerdings auch kompetente Korrekturleser gefunden habe), dann nicht wegen ein paar Website Aufsätzen sondern für Werke, die ein Thema abgeschlossen behandeln und für eine Zeitlang Stand des Wissens bleiben werden. Und das sind Bücher. Zugegebenermaßen geht das auch nur weil ich seit knapp einem Jahr arbeitslos bin, sonst hätte ich nicht die Zeit dazu. Je nach Umfang stecken in einem Buch mindestens 2 Monate Vollzeitarbeit. Beim nächsten sind es weitaus mehr. An dem arbeite ich Seit Ende 2008 mit Unterbrechungen.

Auch hier habe ich vor, nach und nach einen Zusatznutzen für die Website zu ziehen. Einige Raketenaufsätze entstanden schon aus den Kapiteln für das Raketenlexikon und weitere sind aus dem ISS Buch geplant. Es geht aber eigentlich nur bedingt. Die Teile müssen für sich aus dem Kontext rausgezogen werden können und dann immer noch lesenswert sein. Also die Bücher über europäische Trägerraketen sind z.B. nicht in Teile aufteilbar.

Bleiben noch ein paar andere Antworten: Sonstige Themen, speziell Gesellschaftskritik oder „Mich für Blöd verkaufen“. Also ich kann (wie jeder) bestimmte Eigenschaften nicht ab. Das war schon früher bei Dummheit so und zwar Dummheit in dem Sinne Naivität oder Faulheit sich schlau zu machen. (Niemand kann was dafür etwas nicht zu wissen, aber dann mit dem Mangel zu leben, anstatt was dagegen zu machen ist einfach nur faul). In Zeiten von Internet ist das noch unentschuldbarer. Aber darüber lass ich mich glaub ich nur wenig aus. Ich mag in der Tat noch weniger, wenn ich angelogen werde oder sehe wie andere mit Lügen einen Reibach machen. Die Beispiel sind ja schon gefallen, da sind die Verschwörungstheoretiker die sich damit eine goldene Nase als Buchautoren verdienen. Seien es Butlar, Däniken oder besonders peinlich, Andreas Bülow – ehemaliger SPD-Minister. Oder mein Lieblings-CEO, Elon Musk, bei dem die Raketen in ein paar Jahren sicherlich mehr Nutzlast befördern werden, als sie wiegen und der bei einem Launchmanifest voller NASA-Transportaufträgen und Buhlen um weitere NASA-Milliarden für weitere Entwicklungsaufträge nie müde wird von der ersten „rein privat finanzierten“ Space-Company zu reden. Ansonsten bringe ich glaub nicht nicht mal so viel Gesellschaftskritik, das gleitet leicht ins Motzen ab und das ist einfach nur peinlich. Allerdings habe ich schon zwei Themen in Petto: „Hurra der Irakkrieg ist vorbei“ und „Chefthema Bildung“.

Ansonsten, ich kann das nicht of genug betonen: Ich freue mich über jeden Gastblog. Nicht nur weil ich dann zwei Tage Ruhe habe (ich mache extra einen Tag Pause, damit der Blog nicht so schnell verschütt geht). Sondern e bringt auch Leben in den Blog – neue Themen, eine neue Perspektive – und ich komme dann selbst auch auf neue Ideen wie die mit den e-bikes. Also immer her damit. Mehr als keine Kommentare wird es nicht geben (ich kann mich an keinen Blog erinnern, wo ich oder jemand anders mal ausgebuht wurde). Wenn nicht gerade keiner auf Lage ist – So Mitte November wollte ich mal nach dem Rechten in unserem Ferienhaus sehen, da bräuchte ich für die entstehende Lücke einige Gastblogs. Alexander und Andreas hatten zudem neben zahllosen Kommentaren auch ziemlich gute „Quoten“ sprich an den Tagen wurde der Blog gut besucht. Also her mit den Gastblogs! (Und Kevin: Die beiden Entwürfe mal fertigstellen….)

Tschau bis heute Abend zum Weltraumrätsel.

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