Raumfahrträtsel 5

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Am 26.1.1978 startete der Satellit IUE (International Ultraviolett Explorer). IUE ist eines der Projekte die irgendwie vergessen werden und er hat es nicht verdient. IUE entstand als Gemeinschaftsprojekt zwischen der ESA und NASA im Jahre 1974. Schon weniger als vier Jahre später wurde er gestartet. Er war nach dem ESRO Satelliten TD-1 der erste Satellit der speziell für die Beobachtung von UV-Quellen ausgelegt war. Ursprünglich für eine Betriebszeit von 3 Jahren, verlängerbar auf 5 ausgelegt arbeitete IUE bis zum 30.9.1996 bis er kurz vor dem verbrauch des Treibstoffs abgeschaltet wurde. Das letzte Jahr wurde er exklusiv von der ESA betrieben während sich die NASDA auf den Ausbau eines Datenarchiv konzentrierte. Dabei waren schon 1985 vier der sechs Gyros ausgefallen und die beiden Backupkameras für die visuelle Kontrolle der Spektren waren schon beim Start nicht funktionsfähig wie sich aber erst nach Erreichen des Orbits herausstellte. Die letzten 10 Jahre wurde der Satellit vom Feinausrichtungssensor und einer Softwarelösung auf die Ziele ausgerichtet: Davon hat IUE insgesamt über 9.600 untersucht und dabei 104.468 Spektren produziert.

IUE ist weitgehend unbekannt, auch weil der Satellit Spektren produzierte. Es fehlen eben die „hübschen Bilder“. Allerdings gaben sich weder ESA noch NASA die Mühe den Nutzen der Spektren und zum Beispiel die Ergebnisse die der Satellit lieferte zu erklären. Selbst als Hubble gestartet wurde war der Satellit wichtig – nicht nur hatte er die Möglichkeit tiefer ins UV vorzudringen (bis 115 nm Wellenlänge), er hatte auch ein größeres Gesichtsfeld und konnte Vorerkundungen für Hubble anstellen. Zwischen 2000 und 2003 also nach dem Abschalten listeten noch 15% der Hubbleveröffentlichungen IUE Beobachtungen als Quelle. Continue reading „Raumfahrträtsel 5“

Die Sache mit dem Chimborazo

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Ich beantworte heute mal kurz die Frage von „Verkehrsvision“. Bzw. eigentlich nur die erste Teilfrage, weil ich zur Logistik nichts sagen kann. Also bringt es etwas von einem erhöhten Punkt aus zu starten?

Eine Rakete muss einen Orbit erreichen. Das heißt erst mal die Orbitalgeschwindigkeit, z.B. 7786 m/s in einem 200 km hohen Orbit. Doch das reicht nicht. Die erreichte Endgeschwindigkeit einer Rakete ist je nach Typ höher und liegt bei dieser Bahn zwischen 9.200 und 10.000 m/s, wobei am unteren Ende Raketen mit Feststoff als Treibstoff liegen und am oberen Ende Ariane 5 und das Space Shuttle. Die Differenz ist nötig weil wir leider erst mal die Rakete auf 200 km Höhe bringen müssen und es verschiedene Verluste gibt die dazu kommen. Hier mal die Aufschlüsselung: Continue reading „Die Sache mit dem Chimborazo“