Bilder und OpenOffice

Da ich nun wieder Bilder in mein Buch einfüge fällt mir auf, wie stiefmütterlich das Thema von OpenOffice gehandhabt wird. Bevor nun irgendeiner herkommt, das man damit auch keine Bücher schreibt, sondern dafür irgend ein DTP Programm nimmt – ich habe mich dran gewöhnt und werde auch dabei bleiben.

Es gibt zwei Dinge die nerven. Das erste sind die vielen Klicks die notwendig sind um ein Bild so einzufügen wie ich will. Das geht so vor sich:

  • Einfügen Bild -> Haken bei „Mit Grafik verknüpfen setzen“
  • Bild rechts anklicken, im Menü auf „Bild klicken“
  • Nun erst die Größe anpassen „Reiter Zuschneiden“
  • Dann die Orientierung in Typ anpassen (unten/oben, links/rechts)
  • Eventuell bei umlauf die Umlaufart und Abstände anpassen
  • Nun das Menü schließen und die Beschriftung anpassen: Rechts auf das Bild klicken und „Beschriftung“ wählen
  • Es wird nun ein Rahmen erstellt, der netterweise die Ausrichtung des Bildes übernimmt. Aber das Bild wird innerhalb des Rahmens trotzdem nach dem Absatzformat ausgerichtet, also ein neuer Klick rechts auf das Bild und bei „Typ“ nun auf Ausrichtung Vertikal an „Rand“ korrigieren.

Es dürfte klar sein, dass dies bei 100 Bildern in Arbeit ausartet. Vor allem wenn man etwas experimentieren muss mit der Größe und Ausrichtung dass es eine Textlücke gut ausnützt. Ich frage mich jedes Mal warum. Es gäbe einige Dinge die man verbessern könnte:

Merken der letzten Aktionen: Warum muss ich jedes Mal den Haken bei „Mit Grafik verknüpfen“ setzen und warum ist jedes Mal der Reiter „Typ“ aktiv und nicht der letzte den ich benutzt habe?

Vorlagen: Warum gibt es in OpenOffiice zwar Absatz, Zeichen und Seitenvorlagen aber keine für Bilder und Tabellen? Tabellen sind in meinen Büchern alle identisch: Die Breite der Linien, die Formatierung der Titelzeile, genauso komme ich mit vier Bildformaten aus – eines für Seitenbreite, oben, Seitenbreite unten, mit Seitenumlauf rechts und mit Seitenumlauf links. Die entsprechenden Einstellungen kann man doch einmal tätigen und die Vorlage passt sich dann dem Bild an.

Sehr seltsam finde ich auch das System der Maßeinheiten in Openoffice (siehe Dialog rechts), denn die Angabe in Originalgröße und die Prozentangabe orientiert isch nicht nach irgendwelchen Metdaten in den Bildern. Es geht von einem festen Maß von 120 dpi aus. Weder kann man es auf 300 dpi umstellen (die Größe die z.B. ich brauche), noch dass die Angaben im Bild selbst verwendet werden.

Das zweite ist die Verankerung der Bilder am Textfluss. Jeder der schreibt kennt das: Durch Einfügungen rutschen Absätze und damit auch Bilder. Sind sie an Absätze gebunden so rutscht plötzlich der Absatz mit dem Bild auf eine neue Seite und die andere Seite endet mit nur wenigen Zeilen. Openoffice macht es manchmal noch schlimmer und fügt willkürlich einige Leerseiten ein. Selbst wenn es klappt kommt es manchmal vor, dass dann zwei Bilder übereinander rutschen. Nur ein Beispiel: Ich hatte das Manuskript schon mit 348 Seiten Umfang fertig und dann von Michel Van zwei neue Bilder zugeschickt bekommen. Obwohl diese alleine auf einer Seite stehen und ein Seitenumbruch eingefügt wurde stieg plötzlich die Dokumentenlänge auf 403 Seiten! Besonders ärgerlich ist das beim Drucken zum Dienstleister, weil selbst wenn ich es abbreche der Treiber noch versucht das Dokument eine halbe Stunde lang hochzuschicken und solange isst kein weiterer Versuch mehr möglich.

Ich frage mich, warum es kein „bedingtes Format“ gibt z.B. maximal ein Bild pro Seite oder einen konstanten Abstand zwischen zweit Bildern, ohne eine Kopplung an einen Absatz oder nur beim ersten Bild. Überhaupt scheint das Thema Seitenumbrüche und Trennung nicht besonders gut in Openoffice gelöst zu sein, auch Tabellen werden manchmal bei Umbrüchen auf mehrere Seiten verteilt obwohl sie auf einer Platz hätten.

Es heißt ja immer Officepakete wären perfektioniert und es ginge nun nur noch mehr um Details, aber hier liegt noch einiges im Argen.

15 thoughts on “Bilder und OpenOffice

  1. Hmm! …also Tabellenvorlagen gibt es doch in OpenOffice. Und was die Bilder angeht, so ist es wahrscheinlich so gedacht, das man sich seine Vorlagen entsprechend den eigenen Vorstellungen entwirft, und diese dann durchgehend benutzt. So würde ich es jedenfalls machen. Wenn man diesen Vorlagen dann sinnvolle Namen gibt, kann man sie über die Vorlagenverwaltung auch für andere Dokumente verfügbar machen.
    Wahrscheinlich soll man das Bild samt Unterschrift in eine (selbst definierte) Rahmenvorlage packen, die man an den Absatz oder der Überschrift bindet. Sowas in der Richtung hab ich jedenfalls mal in der Bedinungsanleitung zu StarOffice 5.x oder noch früher zu Star Writer 6.0 (DOS) gelesen, wenn ich mich nicht irre.
    Ich glaube ich probier das morgen mal mit einem längeren Text und ein paar schönen Bildern aus…

  2. Ich habe frueher auch OpenOffice benutzt. Irgendwann „musste“ ich dann mal beim Kunden oder so MS Office 2000 benutzen, und da hat man doch deutlich gemerkt, dass das wesentlich ausgereifter und schneller ist (OO ist glaub ich in Java programmiert…).

    Ja, ich weiss, MS Office ist nicht kostenlos, aber die Mehrkosten von 150 Euro fuer ein Office 2000 haben sich glaub ich bei Dir nach 10 Buchseiten bereits amortisiert. Versuch’s doch mal! 🙂

    (Wenn Du PDF-Ausgabe brauchst, die MS Office 2000 nicht hat: Nimm einen PDF-Drucker wie z.B. PrimoPDF oder PDF995. Beide kostenlos!)

    Abgesehen davon habe ich eine Antwort auf die meisten Deiner „Warum?“s: Effizienz spielt bei der Bedienung von Computern generell praktisch keine Rolle.

    Ich kenne eine Firma, die eine Vollzeitkraft eingestellt hat, um Umsaetze einzutippen.

    Dies geschieht ueber eine Eingabemaske mit etwa 20 Feldern, in der die Tabulator-Taste nicht funktioniert (!!!). Sie klickt also von Feld zu Feld mit der Maus. Man kann sich leicht ausrechnen, dass dasselbe mit 25% des Zeitaufwandes bewerkstelligt werden koennte, wenn Tab funktionierte.

    Trotzdem wurde diese „Funktion“ (die eigentlich selbstverstaendlich (!) zu den gar nicht erwaehnenswerten Standard-Features gehoert) nie eingebaut und der Programmierer nie darum gefragt.

  3. @Hand: ES gibt Tabellenvorlagen und die Abbildungsvorlage, aber alle Einstellungen gelten nur für den Text, nicht aber die Einstellung die das Bild und die Positionierung relativ zur Seite betreffen.

    @Alexander: Ich habe schon mit MS-Office gearbeitet, immer wieder mal beginnend mit Winword 2.0. Auch das erste Buch (Gemini Programm) wurde in MS-OFFice 2003 begonnen. Da das Programm reproduzierbar abstürzte als das Buch einen gewissen Umfang hatte und einige Grafiken mit drin waren, bin ich damals zu Textmaker gewechselt, denn ich dann beim nächsten Buch wieder aufgab, weil die Rechtschreibprüfung reproduzierbar abstürzte, wenn das Buch eine gewisse Länge hatte (Buch zwei war nun schon 148 Seiten stark).

    Zwischendurch habe ich auch mal die Lösung Text schreiben von Satz zu trennen mir angesehen (Pageplus und Scribus). Aber mit Pageplus kam ich nicht so klar, und bei Scribus war die Importfunktion nur fähig Text, aber keinerlei Absatzformatierung zu übernehmen.

    OpenOffice ist an sich nicht schlecht – der Ärger beginnt ja erst am Schluss wenn die Bilder kommen. Aus Erfahrung setze ich die nun auch erst am Schluss, wenn es bei beiden Korrekturlesern war ein.

  4. Grade für wissenschaftliche Publikationen ist auch LaTeX sehr beliebt. Man kann einen Haufen von Einstellungen treffen und andere tolle Dinge machen 😉 Es fordert ein bisschen Einarbeitung aber es lohnt sich.

  5. Moin,

    > Da das Programm reproduzierbar abstürzte als das Buch einen gewissen Umfang hatte

    dies hat sich in M$Word seit Ewigkeiten nicht geaendert. Meist stuerzt dann M$Word reproduzierbar ab, sobald ein DOC erstmal kaputt ist. Das heist dann den reinen Text per VI oder EMACS retten, und dem armen Studie nochmal erklaeren, dass LaTeX das einzig richtige im wissenschaftlichen Bereich ist.

    ciao,Michael

  6. Hmmm… – also um reinen Text aus einer kaputten Worddatei zu retten würde ich einen Hexeditor nehmen.
    Mit vi hab ich nur einmal gearbeitet, bzw. ich hab es 3 Stunden lang versucht, bin damit aber nicht klar gekommen, und hab es dann aufgegeben. Seid dem mache ich einen grossen Bogen darum. Und EMACS kenn ich nur dem Namen nach.
    Aber davon mal abgesehen, wie sieht denn eine Worddatei in den Programmen aus, die doch neben dem Text noch jede Menge nicht druckbarer Zeichen enthält? Werden die einfach unterschlagen, oder sieht das in etwa so aus, wie wenn man mit Notepad eine Bilddatei öffnet?

    Nebenbei finde ich den Formeleditor von Open Office auch ganz brauchbar. Habe zur Übung damit mal jenen Text: http://www.mathewitze.de/gleichungsumformung.html
    nachgeschrieben, bzw. bin gerade dabei… 😀

  7. Hallo Bernd!

    Versuch einfach mal Lyx. Einfacher zu bedienen als OO und, da es Latex benutzt, sieht immer gut aus.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lyx
    Am Besten mal das Tutorial durchgehen. Das geht ratz fatz und schon kann man loslegen.
    Ach ja, Lyx ist wie Latec KEIN WYSIWYG! Nach dem erstellen einer Formatvorlage braucht man sich um das Design keine gedanken mehr zu machen.

  8. Tja Lösungen wie man Bücher schreibt gibt es viele. Einige nehmen sogar EMACS dafür. Da meine Bücher keine besonderen DTP-Eigenschaften brauchen wie z.B. Text entlang von Pfaden verlaufen zu lassen, Abbildungen oder Textrahmen am Rand, reicht bei mir wirklich eine Textverarbeitung. Daher habe ich auch die Experimente mit DTP Programmen eingestellt.

    TEX, egal in welcher Form ist sicher das Mittel der Wahl, wenn man viel mit Formeln zu tun hat. Das ist bei mir nicht der Fall. Ich habe eine Hand voll Absatzvorlagen , dann noch Tabellen und Bilder. Mehr ist es nicht.

    Da die Bücher schon zeitaufwendig sind will ich mich wirklich auf diese konzentrieren und nicht auch noch in ein neues Programm einarbeiten.

    Eine weitere wichtige Sache ist die Rechtschreibprüfung – ich setze neben der internen Prüfung noch den Duden Korrektor ein. Er ist zwar ziemlich lahm, aber wirklich hilfreich. Er findet nicht jeden Fehler, aber zumindest einige mehr. Auf das müsste ich dann auch verzichten.

    Ach ja bevor Ichs vergess:
    Es gibt vom Buch (schon vor der offiziellen Veröffentlichung) in Probekapitel zum runterladen und anschauen als Appetithappen:

    http://www.raumfahrtbuecher.de/probekapitel.shtml

  9. Hans: Ja, man hat in diesen Programmen dann natuerlich auch die ganzen „Meta-Daten“ wie z.B. Formatierungsbefehle etc. und nicht nur den reinen Text, das muss man dann per Hand rausschneiden.

    Ausser, man ist unter UNIX, dann gibt man einfach ein

    strings dokument.doc > dokument.txt

    😉

  10. > Ausser, man ist unter UNIX, dann gibt man einfach ein
    >
    > strings dokument.doc > dokument.txt 😉

    na das klingt doch nach einem sinnvollen „Spielzeug“. – Das müsste sich doch auch relativ einfach nachprogrammieren lassen… *grübel*

  11. Was hat Latex mit Formeln zu tun? Sicher, man kann damit bequem auch Formeln darstellen lassen (und die sehen auch noch gut aus), aber das ist nicht primär das Anliegen. Aber Latex wäre mir persönlich auch zu überdimensioniert/kompliziert.
    Bei Lyx gibt es wenig wo man sich einarbeiten muß. Man hat bei Lyx auch nichts mit Latex zu tun (aus Sicht des Anwenders). Lyx ist aber ein Frontend für Tex bzw. nutzt es im Hintergrund.
    Man schreibt einfach seinen Text und fügt Bilder ein wie man will und kann sich auch ganz auf das konzentrieren. Den Rest macht das Programm alleine. Und „Ctrl“ + „d“ zum kompilieren wird man sich ja merken können.
    Manchmal glaube ich, den Leuten ist das zu einfach. Man ist es ja auch nicht gewohnt, sich um die Textverarbeitung keine Gedanken machen zu müssen. Aber genau dafür sind ja Computer da, dass sie einem Arbeit abnehmen und man sich auf das Eigentliche konzentrieren kann. Gerade wenn man nur ein paar standard Absatzvorlagen, Tabellen und Bilder hat ist Lyx eine einfache, aber mächtige, Alternative.
    K.A. wie es unter Windo$ ist, aber unter Linux verwendet Lyx die Standard-Rechtschreibkorrektur, welche man per default auch bei OO verwendet (kann man sich ja aussuchen welche).
    Für Texte mit weniger als 10 Seiten benutze ich meist auch OO bzw. Word. Aber wie der Name schon sagt, ist Word zum Worte schreiben da. Für Texte (mit Bildern) gibt es Programme welche dafür DEUTLICH einfacher und besser geeignet sind.

  12. Ich glaube, das ist alles eine Frage der Gewohnheit. Auf dem 128er hab ich meine Texte z.B. auch mit „Mastertext 128“ geschrieben. Da wurde der Text so eingetippt, wie man ihn sich gedacht hat. Ums formatieren brauchte man sich nicht zu kümmern, das hat das Programm automatisch gemacht. Es war sogar noch schlimmer: Bei der Eingabe durfte man sich bis auf ein paar Ausnahmen wie Absätzen oder Steuerzeichen für Fett- oder Kursivdruck gar nicht ums Format kümmern. Auch Wordwrapping gab es beim eingeben nicht.
    Es war also absolut kein WYSIWYG, und ich glaube, das ist oftmals der Punkt: es scheint heute so zu sein, das die meissten Leute WYSIWIG schon bei der Eingabe haben wollen. Und die meissten Textverarbeitungen machen es ja auch so (was ein Grund dafür sein könnte, das sie trotz schneller Rechner immer langsamer werden). Das es u.U. produktiver ist, wenn man sich erst mal um den Inhalt und dann um die Optik kümmert, merken die Leute erst später, manche auch gar nicht.
    Nebenbei bemerkt war der Wechsel von Mastertext auf dem 128er zu Star Writer auf dem PC für mich auch eine Umstellung, an die ich mich erst mal gewähnen musste. Denn abgesehen von einem Formular, wo man nur Papierränder und evtl. noch eine Kopf- oder Fusszeile definieren konnte, gab es keine Vorlagen. Seiten- und Absatzvorlagen waren Neuland für mich, das ich erst mal erforschen musste.

    Dann noch mal zu den Strings: Ich hab mir mal eine einfache Version dieses UNIX-Programms gebastelt. Bisher ist es tatsächlich so, wie Bernd es befürchtet hat, nämlich Umlaute, ß und Formate bleiben auf der Strecke. Ich berücksichtige im Programm zwar die Umlaute und das ß, aber irgendwie tut es nicht ganz das, was ich will. <:-(

  13. Hans: Du hast evtl. ein Zeichensatz-Problem. Evtl. benutzt Dein Code-Editor einen anderen Zeichensatz als den, in dem die DOC-Datei vorliegt.

    (Zeichensatz heisst: Welche Zahl wird welchem Zeichen zugeordnet)

    Ich benutz immer noch ueberall ISO-8859-1, langsam kriege ich aber in Zeiten der Globalisierung damit arge Probleme. Vor ein paar Jahren musste ich einen tuerkischen Chat machen, da konnte ich dann noch eben behelfsmaessig alles auf ISO-8559-9 (glaub ich) umstellen, aber auf Dauer muss man sich wohl an UTF-8 gewoehnen und saemtliche Software auf dafuer taugliche Versionen umstellen 🙂

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