Steve Jobs oder Bill Gates?

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Nein, es geht nicht darum, wer der bessere Programmierer oder Geschäftsmann ist. Bei meinen Recherchen für mein nächstes Buch "Computergeschichten" ist mir eine andere Frage gekommen – wer von beiden ist der bessere Chef? Oder mit wem wollen sie befreundet sein?

Nun unstrittig ist, dass Bill Gates sicher nicht jemand ist, denn man als Konkurrenten haben will. Die von ihm initiierten Praktiken sind berüchtigt: Produkte ankündigen die erst in Jahren erscheinen, Demos von Produkten zeigen die nie erscheinen oder wenn nichts hilft dann eben die Software verschenken und Milliarden Verlust machen (IE) bis der Konkurrent pleite ist. Auf der anderen Seite ist zwar die Bezahlung bei Microsoft mies (oder sie war es mal), aber es gab wenigstens die Aktienoptionen als Ausgleich.

Als Apple an die Börse ging gab Wozniak von seinen Anteilen an Apple einige an andere Entwickler ab – nicht jedoch Steve Jobs und Mike Markkula. Also hier 1:0 für Bill Gates. Im persönlichen Umgang geben sich beide nichts. Bill Gates gilt als cholerisch, wenn ihm etwas nicht passt schreit er andere an, auch grundlos. Berüchtigt sind seine Emails wenn er den Code anderer durchsieht und kommentiert "Das größte Stück Dreck das ich jemals gesehen habe". Auf der anderen Seite meiden Apple Angestellte es mit Steve Jobs in einen Fahrstuhl zu steigen. Er neigt dazu einen mit einer Frage zu bohren und rastet genauso wie Bill Gates aus wenn man sie nicht beantworten kann. In der Tendenz ist er noch etwas schlimmer. Er verachtet Menschen die nicht gut genug für seine Ansprüche sind und gilt als Menschenschinder.

Also mindestens 2:1 für Bill Gates.

Das letzte und entscheidende ist für mich: wie geht man mit Freunden um? Ich habe jetzt keine Konflikte zwischen Gates und Allen gefunden. Alle die später zu Microsoft kamen hatten ja nur ein Angestelltenverhältnis. Selbst Steve Ballmer dürfte bleiben, obwohl die von ihm geleitete Windows 1.0 Entwicklung zum Fiasko wurde. Auf der anderen Seite verdankt Jobs seinen Erfolg Wozniak. Er konstruierte die Hardware die ein Erfolg wurde und nachdem er ausschied ging’s ja auch mit Apple den Bach runter. Und da gibt es zwei Episoden die für sich sprechen: Jobs erhält von Atari den Auftrag die Schaltung für Breakout zu entwickeln – die Arbeit macht vor allem Wozniak. Er gibt dann Woz 350 Dollar, das wäre die Hälfte der Summe die er bekommen hat. In Wirklichkeit hat er (je nach Quelle) 5.000 oder 7.000 Dollar erhalten. Super wenn man so den Freund bescheisst und 90-95% des Geldes behält.

Nach seinem Ausscheiden aus Apple (aus eigenem Wunsch, ohne Krach) widmet sich Woz der Konstruktion programmierbarer Fernbedienung. Sicher nicht das große Geschäft und sicher auch nicht eine Konkurrenz für Apple. Wozniak wendet sich an Frog Design für die Konstruktion des Gehäuses. Als Steve Jobs davon erfährt droht er der Firma alle Aufträge zu stornieren, wenn sie für Wozniak arbeitet.

Seine erste, 1978 geborene Tochter hat er sein Leben lang nicht anerkannt.

Nein Freunde sind wirklich was anderes….

3:1 für Gates.

7 thoughts on “Steve Jobs oder Bill Gates?

  1. Mein Tipp: lass diese Geschichte aus dem neuen Buch weg. Du bist da viel zu oberflächlich und kannst deine linke Ader nicht ausreichend verdecken 😀

  2. Bill Gates hat etliche seiner Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke gestiftet, Steve Jobs nicht (auch wenn er „nur“ etwa 5 statt 50 Millarden besitzt). Geschäftlich haben aber beide anscheinend kein Problem, über Leichen (anderer Firmen) zu gehen. Fällt mir schwer zu glauben, dass da privat eine andere Persönlichkeit vorherrscht. Ich möchte mit beiden nicht befreundet sein.

  3. Ich neige ja zu der Annahme, das Menschen sich privat im Allgemeinen so ähnlich verhalten, wie im Berufsleben. Und von daher schliesse ich mich Arne an: Ich möchte mit beiden nicht befreundet sein. Bill Gates hat zwar noch die wohltätige Stiftung, aber da stellt sich doch auch die Frage, in wiefern nicht seine Frau als treibende Kraft dahinter steckt? Und schliesslich ist sie ja auch nicht so ganz uneigennützig, weil sie ja um die Ecke herum für Aufträge an die Firma sorgt.

  4. @Keiner: Haha, das mit der linken Ader ist gut… das wollte ich Bernd auch schon des oefteren vorwerfen, aber ich wollte mich nicht um das Gastbeitragsveroeffentlichungsrechtlangeswortichweiss bringen 😉

  5. Leute das ist ein Blog …

    Das moderne Gegenstück zum Leserbrief oder der Kiste im Hide Park. Wenn ich Aufsätze schreibe, finden die sich in der Website. Deswegen gibt es immer IMMER eine linke Ader.

    Wartet mal bis mein Blog über das neue Steuerkonzept von FDP/Die Linke erscheint.

  6. Na da bin ich aber mal gespannt. Die Linke und die FDP in einem Atemzug zu nennen kommt ja nun auch nicht oft vor, bzw. im Mainstream eigentlich gar nicht.

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