Evident und Empirisch

Ich nehme die beiden Wörter mal als Aufhänger, um auf die Unterschiede in verschiedenen Wissenschaften hinzuweisen, was die Vorgehensweise, aber auch was eine „wissenschaftlich abgesicherte Tatsache“ ist. Ich fange mal mit meinem Primärstudium an: Lebensmittelchemie.

Die Lebensmittelchemie ist – wie vielleicht auch der Laie erraten kann – ein Teilgebiet der Chemie. Als ich studierte, war das Institut auch im gleichen Gebäude wie die Chemie untergebracht, nach meinem Studium wurde es nach Hohenheim ausgegliedert, da dort die Ernährungswissenschaften sind. In der Chemie führt man Experimente durch, um Dinge aufzuklären. Zum Beispiel, welche Vorgänge beim Braten ablaufen, welche Verbindungen entstehen. Es gibt etliches, was man in den Lebensmitteln so untersuchen kann wie Abbauprozesse, Reifungsprozesse, Veränderungen beim Kochen oder Bildung von Aromen. In dem Institut, in dem ich studierte war, das Spezialgebiet die Maillardreaktion, eine Reaktion, die aus Zuckern und Aminosäuren braune, aromatische Verbindungen bildet, die beim Anbraten von Fleisch oder beim Backen von Brot entstehen. Jeder Doktorand untersuchte einen Weg genauer. Da es 20 Aminosäuren und etliche Zuckermoleküle gibt, gibt es etliche Reaktionswege und nicht nur einen. Continue reading „Evident und Empirisch“

Es werde Licht

Schaut man in Jesco von Puttkamers Buch „Der erste Tag der neuen Welt“, so findet sich dort auch eine Prognose der Industrialisierung des Weltraums. Produktion von Gütern im Weltraum um das Fast-Vakuum und die Schwerelosigkeit zu nutzen. Riesige Kommunikationssatelliten, für Empfänger in der Armbanduhr, und auch Energiefarmen, die dann die Energie als Mikrowellen zur Erde schicken, wo sie riesige Antennenareale empfangen und wieder in Strom umwandeln. Wie wir alle wissen, kam das nie. Inzwischen haben wie so etwas wie eine Weltraumindustrie 2.0, also eine Vielzahl von kleinen Start-ups aber auch großen Unternehmungen für neue Projekte im Weltraum. Bisher decken diese aber noch die alten Anwendungsgebiete ab, nur meist kleiner. Erdbeobachtungssatelliten sind dann eben noch tonnenschwer sondern einige Kilo bis einige hundert Kilo schwer und dafür zahlreicher. Kommunikationssatelliten wie von OneWeb oder Teledisc wiegen nur einige Hundert Kilo und werden in Serie gebaut. Aber die Anwendungen sind die gleichen wie vor Jahrzehnten: Kommunikation und Erdbeobachtung. Continue reading „Es werde Licht“

Die direkte Landung in fünf Jahren

Da Vizepräsident Mike Pence in fünf Jahren wieder Menschen auf dem Mond landen will, habe ich mir mal gedacht – dem guten Mann muss geholfen werden. Ich habe meine Meinung dazu schon geäußert. Es geht eigentlich nur mit der direkten Landung und dass will ich durchrechnen. Die direkte Landung oder das EOR-Verfahren ist von der Masse, die zum Mond transportiert wird, die ungünstigste, aber man benötigt keinen Mondlander und der existiert nicht und ist meiner Ansicht nach auch nicht in 5 Jahren zu entwickeln.

Ich spare mir, da das Rechnen Programme erledigen den kompletten Rechenweg, nenne aber die relevanten Zahlen, sodass jeder sie nachvollziehen und nachrechnen kann. Continue reading „Die direkte Landung in fünf Jahren“

Politiker und der Mond

Es scheint irgendwie ein Dauerbrenner zu sein. Immer wenn Politiker ein Problem haben, legen sie ein Mondprogramm auf. Bei Bush war es im Wahljahr vor seiner zweiten Amtszeit. Bei Obama, um von der Einstellung von Constellation abzulenken und bei Problemen mit einer fehlenden Mehrheit im Kongress und nun kommt von Pence die Ankündigung in 5 Jahren auf dem Mond zu landen. Just wo gestern die Meldung kam, dass 16 Bundesstaaten gegen Trumps Notstandsgesetzgebung klagen werden. Kurzum: Politiker erzählen einem gerne etwas vom Mond(programm). Continue reading „Politiker und der Mond“