„Bitte benutzen sie die Handschuhe“

So eine Verkäuferin bei ALDI zu mir, als ich gestern mir aus dem Fach zwei Brezeln nahm. Unsere Filiale hat von den sonst bei ALDI bisher üblichen Aufbackautomaten auf echte Backöfen umgestellt. An und für sich eine Verbesserung, denn auch wenn die Firma bisher mit „Backöfen“ warb, war es so, dass diese Automaten fertig gebackene und dann tiefgekühlte Waren nur nochmals aufwärmten, wobei sie im Ofen im Kreis zirkulierte, bis jemand auf den Knopf drückte und die Ware anforderte. Das ging ganz gut bei Brötchen, die man bald isst. Brot kam meiner Erfahrung nach aber immer mit einer enorm dicken und harten Kruste heraus.

Nun hat ALDI, wie andere Discounter Backöfen, die von einer Angestellten regelmäßig geleert und in die Auslagen umgefüllt werden. Dort muss man sich nun selbst bedienen. Jeder Discounter hat dazu ein System eingeführt, damit der Kunde die Backwaren möglichst nicht anfasst. Bei LIDL sind es große Schaufeln, mit denen man vom vorne abgeschlossenen Auslagenkorb das Ganze in eine Rutsche umbugsiert. Das ist meiner Erfahrung nach das einzige System das wirklich funktioniert. Bei Real ist es ein überdimensionaler Doppellöffel, der deutlich umständlicher ist (mir ist schon mehrmals ein Brötchen auf den Boden gefallen, was nicht im Sinne des Erfinders ist), vor allem aber an einer viel zu kurzen Leine hängt, sodass das ganze im besten Fall umständlich ist. Bei ALDI sind es nun überdimensionale Folienhandschuhe, mit denen man die Dinge anfassen soll. Continue reading „„Bitte benutzen sie die Handschuhe““

Was ist drin … in Brot?

Ich dachte eigentlich das heute Niels einen Gastbeitrag einstellen würde über eine revolutionäre neue Regierungsform, aber da er noch auf sich warten lässt als Lückenfüller einen Beitrag aus der Was ist drin Rubrik, denn ich gerade erst online gestellt habe.

Der heutige Beitrag schlägt etwas aus dem Rahmen der Was ist drin Rubrik, denn anstatt ein Produkt zu besprechen geht es um eine ganze Produktgruppe: Brot. Da hat sich in den letzten Jahren etwas geändert. Daher heute eine Zusammenfassung über Brot

Eigentlich ist es ja ganz einfach denn für Brot braucht man nur: Continue reading „Was ist drin … in Brot?“

Fragen zu Mehl und Brot

So weiter geht es mit den Ernährungsfragen. Heute zwei aus dem Bereich Mehl und Backwaren.

Was hat es mit den Typenzahlen bei Mehl auf sich?

Die Typenzahl gibt das Gewicht der Asche an, wenn man das Mehl verascht. Sie ist damit ein Maß für den Mineralstoffgehalt. Das Getreidekorn besteht aus mehreren Schichten. Von außen nach innen sind dies die Frucht- und Samenschale, diese ist besonders reich an Ballaststoffen (rund 25%), die Aleuronschicht, die zu 32% aus hochwertigen Eiweiß entsteht, der Mehlkörper, der fast nur aus Stärke besteht und der Keimling, der zu je etwa 30% aus Fett und Eiweiß besteht. Continue reading „Fragen zu Mehl und Brot“

Alles schöngefärbt

Es gibt Farbstoffe und es gibt Lebensmittel die gefärbt werden müssen. Bonbons und Gummibärchen in Weiß sehen nicht appetitlich aus. Dazu hat der Gesetzgeber auch Farbstoffe vorgesehen, aber auch ihre Anwendung beschränkt, denn natürlich ist die Gefahr groß, dass so der Verbraucher getäuscht wird.

Gerade dass ist aber immer häufiger der Fall. Der Trick: Der Verbraucher wird doppelt hinters Licht geführt. Nicht nur dass ein Lebensmittel gefärbt werden, die man für ungefärbt hält, weil sie normalerweise nicht gefärbt werden (oder nicht gefärbt werden dürfen). Nein, da es verboten ist wird nicht mit Farbstoffen gefärbt sondern mit färbenden Substanzen. Hier mal drei Beispiele die mir beim Begutachten vorgekommen sind: Continue reading „Alles schöngefärbt“

Schimmel auf dem Essen

Gestern bekam ich eine Frage zu Schimmel auf dem Essen und ob man dieses dann noch essen sollte. Eine gute Gelegenheit dieses im Blog aufzugreifen.

Zuallererst: Es gibt nicht den Schimmel auf dem Essen und es müssen auch nicht immer Schimmel sein, sondern können andere Pilzarten wie Hefen sein. Schimmelpilze sind allerdings auf Eiweiß und kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Brot und Käse die häufigsten Pilze. Trotzdem sind alleine von der Gattung Asperigillus, einer häufigen Pilzart auf Lebensmitteln über 150 Arten bekannt.

Pilze sind ein weitaus größeres Problem für die Lebensmittelkonservierung, da sie viel toleranter bei den Umgebungsbedingungen als Bakterien sind. Bakterien vermehren sich zwar unter optimalen Bedingungen schneller und viele verändern das Aussehen des Lebensmittels kaum (außer sie führen zu Ausfällungen oder Farbveränderungen durch ausgeschiedene Säuren) aber sie sind auch anspruchsvoll: Bakterien wachsen nicht bei niedrigem p.H (zu saure Säfte, Essig). Sie brauchen wasserreiche Lebensmittel und befallen kaum Lebensmittel mit geringem Wassergehalt und sie vermehren sich kaum noch bei Kühlschranktemperaturen.

Das Ales trifft auf Pilze nicht zu. Pilze sind in dieser Hinsicht echte Überlebenskünstler. Pilze wachsen noch in reinem Essig (sehr sauer), auf Lebensmitteln mit fast keinem freien Wasser (Käse, Marmelade) und sie gedeihen auch bei Kühlschranktemperaturen prächtig. (Erst ab 0 Grad hört das Wachstum auf). Daher sind sie bei der Konservierung ein größeres Problem als Bakterien. Die meisten Pilze benötigen aber Sauerstoff zum wachsen, doch nicht alle. Hefen z.B. nicht. Continue reading „Schimmel auf dem Essen“