Gibt es eine Pro-Elektroautos Verschwörung?

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Das habe ich mal angesprochen als ich einen Beitrag bei Fernsehkritik.tv sah. Damals meinte ich noch das ist Unsinn, aber so langsam kommen mir doch Zweifel. Vielleicht nicht in dem Sinne, dass man eine Industrie fördern will, wie Fernsehkritik.tv es bei der Solarindustrie unterstellt, aber vielleicht indem man uns weis machen will, mit ein paar kleinen Änderungen könnten wir so weiter machen. In "Abenteuer Wissen" am Mittwoch Abend auf dem ZDF ging es um Elektroautos. Der ganze Beitrag strahlte nur so von Optimismus. Wenn es danach geht, dann könnten Elektroautos unsere herkömmlichen Fahrzeuge bald ersetzen. Die wichtigsten Kritikpunkte an dem Elektroauto seien prinzipiell gelöst. Hier nur einige ausschnitte:

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Mit Ionentriebwerken zum Mond

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Ich habe ja schon vor einigen Tagen über Ionentriebwerke geschrieben. Das Resümee war, dass ihr Einsatz sich bei Raumsonden nur bei höheren Geschwindigkeiten lohnt. Es gibt noch andere Kritikpunkte. So muss der Van Allen Gürtel durchflogen werden und dies kann die Elektronik schädigen. Die Zeit bis das Ziel erreicht wird ist viel länger, was deutlich höhere Missionskosten verursacht. Bei einer Raumsonde zum Mond sind meiner Ansicht nach die Nachteile größer als die Vorteile, außer es gibt andere Faktoren, so wie bei SMART-1 der kostengünstige Transport in einen GTO Orbit.

Doch wie sieht dies bei Lasttransporten aus? Ich habe irgendwo mal überflogen, das ein langfristiges Ziel des "Constellation" Programmes (Warum denke ich dabei immer an Star-Trek?) eine permanente Mondbasis wäre. Mit chemischen Antrieb muss man um 3100 m/s um zum Mond zu kommen und um weitere 2400 m/s wenn direkt gelandet wird oder aufgeteilt in zwei Manöver 800 m/s um einen Orbit zu erreichen und 1600 m/s um zu landen (plus einige 100 m/s Reserve). Mit einem Ionenantrieb braucht man deutlich mehr: 6500 m/s um zum Mond zu gelangen (Startbahn mit 7500 m/s) und 1600 m/s um in den Orbit zu gelangen. Warum als diesen Umweg gehen?

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„Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“

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Am Samstag ging die letzte Staffel dieses Formates zu Ende. Und auch wenn ich gerne über Trash-TV lästere, muss ich doch sagen, dass ich es genossen habe. Ich bin nach ein paar Tagen da beim Zappen hängen geblieben und habe es seitdem verfolgt. Was ist der Reiz dieser "Mini-Big Brother Show"?

Ich denke es sind mehrere Faktoren. Das eine ist natürlich, dass die Situation mit recht wenig Essen, Zusatzrationen müssen in der Dschungelprüfung erarbeitet werden, zusammenleben auf beengtem Raum und unter primitiven Bedingungen Spannungen provoziert und der Zuschauer seine Freude hat, wenn sich Promis zoffen. Das zweite sind natürlich die hämischen Kommentare von Dirk Bach und Sonja Zietlow. Ohne diese wäre das meiste nur halb so lustig. da wird aus einem kleinen Streit ein Drama gemacht. Aus dem normalen bestreben sich selbst gut darzustellen wird Angeberei. Ohne diese Übertreibungen und auch beleidigenden Äußerung wäre die Show nur halb so lustig.

Es gibt ein paar offene Fragen: Warum wollen die Promis überhaupt Dschungelkönig werden? Warum sie dort hin gehen ist klar: Sie sind pleite oder sogar verschuldet und bekommen 50.000 Euro für die drei Wochen. Kein schlechter Verdienst, auch wenn ich mir mittlerweile sicher bin, dass er nicht für die Strapazen im Dschungelcamp gezahlt wird, sondern dafür , dass die Moderatoren sich öffentlich über die "Stars" lustig machen oder sich sogar beleidigend über sie äußern. Beim einen oder anderen wird auch der Wunsch vorhanden sein überhaupt erst prominent zu sein. Auch wenn die Show heißt "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" kannte ich vom Namen her nur Ingrid Bergmann, Norbert Schramm, Peter Bond und Gundis Zambo. Günther Kauffmann kannte ich wenigstens noch vom Aussehen. Die anderen 5 Promis sah ich zum ersten Mal. So gesehen ist das die Chance 15 Tage lang zur besten Sendezeit präsent zu sein.

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Gravitationsverluste

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Was sind Gravitationsverluste? Nein, das sind nicht Frauen mit Hängetitten oder die Kosten für Brust-Ops. Es ist ein Fachbegriff aus der Raumfahrt. Er ist eigentlich falsch gewählt, denn natürlich geht nichts verloren. Es ist vielmehr so, dass Energie in eine Form umgewandelt wird, die nicht gewünscht ist.

Wovon wir sprechen sind Bewegungen in einer Bahn um einen Himmelskörper. Jeder Körper hat dabei zwei Energieformen die bei Bewegungen ineinander umgewandelt werden:

  • Potentielle Energie, definiert als Hubarbeit im Gravitationsfeld. Je weiter ein Körper vom Erdmittelpunkt entfernt ist, um so höher ist die Hubarbeit. Um eine Höhenforschungsrakete z.B. nur senkrecht gegen die Erdbeschleunigung anzuheben braucht man eine Menge Energie. Die gewonnene Energie wird beim Fall wieder frei.
  • Kinetische Energie in Form von Geschwindigkeit.

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Die Sache mit dem Melamin

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Vor einigen Tagen wurden in China die Verantwortlichen des Milchpanschskandales zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Wie vielleicht dem einen oder anderen bekannt, hatten diese Melamin der Milch zugesetzt um einen höheren Eiweißgehalt vorzutäuschen. Es ist mal an der Zeit sich dem anzunehmen. Zuerst einmal: Warum Melamin? Ich denke es hat mit der Analysenmethode zu tun. Eine der ältesten Analysenmethoden ist die Bestimmung des Gesamtstickstoffs nach Kjehldahl. Wie der Name sagt, ist es keine spezifische Analysenmethode. Sie wird aber auch bei uns noch durchgeführt und ist zwar etwas arbeitsintensiv, aber apparativ sehr einfach und der Arbeitsaufwand ist für viele Proben nicht viel größer als für eine einzelne Probe. Die Methode beruht darauf, dass jede Stickstoffverbindung durch konzentrierte Schwefelsäure zerstört wird und mit einem Katalysator, egal in welcher Oxidationsstufe er vorliegt, zu Ammonium reduziert. Dieses wird dann durch Destillation ausgetrieben und aufgefangen und bestimmt wird.

Eiweiß wird so nicht bestimmt. Es wird berechnet. Das basiert darauf dass im Mittel Eiweiß einen Stickstoffanteil von 16 % hat. Der Anteil variiert je nach Zusammensetzung. Weiß man welches Lebensmittel man untersucht, so kann man den genauen Multiplikationsfaktor einsetzen. (er beträgt z.B. bei Weizeneiweiß 5.7 anstatt 6.25) Es spricht viel dafür dass in China diese einfache Summenbestimmung verwendet wird.  Melamin hat nun gar nichts mit Eiweiß zu tun. Es ist ein Monomer für die Kunststoffherstellung. Seine Summenformel ist C3H6N6. Das bedeutet, dass 66.7 % der Molekülmasse vom Stickstoff gebildet werden. Es enthält also etwa 4 mal mehr Stickstoff als Protein. 1 g Melamin kann also (wenn nur der Stickstoff bestimmt wird), die Anwesenheit von 4 g Eiweiß vortäuschen.

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