Ein großes Lob an die Korrekturleser!

Die letzten Tage bin ich nicht viel zum Bloggen gekommen. Ich konnte das noch teilweise auffangen, weil ich meist die Beiträge einen oder mehrere Tage vorher schreibe. Aber ich hatte viel zu tun. Wir haben eine 40 Jahre alte Weide im Garten gefällt, weil sie einfach zu groß wurde und weil sie natürlich just im hintersten Winkel steht dauerte es einige Zeit bis ich die ganzen Äste und das Laub zum Anhänger getragen habe wo es dann mein Schwager und mein Neffe in mehreren Fuhren zur Kompostieranlage gefahren haben. Der Weg für das Holz zum Versägen war noch länger. Damit war ich seit Mittwoch schon recht gut ausgelastet.

Doch dann kam die Zweitkorrektur des zweiten Bandes über europäische Trägerraketen zurück. Da ich das Projekt endlich mal abschließen will und zudem nach ein paar Monaten etwas Abstand von Skylab brauche, habe ich dieses nochmals durchgelesen und danach die Bilder eingefügt. Beim Lesen ist mir aufgefallen wie gut es geworden ist. Das ist nicht nur das Ergebnis meiner Arbeit, sondern auch die der Korrekturleser, in diesem Falle Kevin und Thomas. Die Korrekturleser haben wirklich ganze Arbeit geleistet und viel an meinem Schreibstil, der etwas trocken, technisch ist und bei dem ich auch immer die gleichen Worte verwende, verändert. Es ist gut zu lesen, informiert trotzdem kompetent geschrieben.

Ich warte jetzt noch ob sich Michel Van nochmals meldet. Er wollte, weil es sehr wenige gute Schnittdiagramme zu Ariane und Vega gibt, einige zeichnen, hat bisher aber nur eines zugeschickt. Wer Band 1 kennt der kennt ja seine Diagramme schon die es dort zuhauf gibt. (Achtet mal auf das „MV“ Logo bei den Grafiken). Wenn nicht geht es in den nächsten Tagen in den Druck. 348 Seiten sind es geworden, 29,90 Euro wird es kosten.

Ich bin froh und stolz auf das Buch. Froh weil damit mein längstes Buchprojekt endlich zu Ende geht. Begonnen habe ich damit nach der Veröffentlichung der ersten Auflage des ATV Buches. Das war im Oktober 2008. Ich fing eigentlich mit einem Buch über europäische Trägerraketen an, dass ich dann als es immer länger wurde aufteilte in zwei Bände aufgeteilt aber trotzdem am zweiten Band weiter gearbeitet wenn ich bei der Recherche was passendes fand.

Im Frühjahr wurde es dann endlich fertig und ging an die Korrekturleser, trotzdem habe ich zwischen den Korrekturen noch ergänzt wenn es was neues gab. Das war auch jetzt so, auch wenn es nur die Anpassung der vorläufigen Starttermine von Sojus ST und Vega war.

Stolz bin ich, weil ich an keinem Buch so viel Arbeit reingesteckt habe um die Informationen einzubinden. Zig Dokumente waren zu sichten, die meisten schwer zu finden als Ergebnisse von IAC oder AIAA Vorträge oder auf Technical Reports Servern. Alleine die Literaturhinweise sind glaub ich fast 10 Seiten geworden. Über die Erfahrungen mit Raumfahrtfirmen bei der Recherche habe ich ja schon geschrieben. Dafür denke ich ist es gut geworden. Ich könnte ja sagen es ist das beste Buch über Ariane 5, doch da es bislang keines über Ariane 5 gibt wäre, das doch etwas billig. Aber ich denke es ist ein gutes Buch über alle Technikbegeisterten.

Was ich nicht tun werde ist das Buch beim DLR Magazin zur Rezension vorschlagen. Mir reicht noch die letzte Kritik. Auch im neuen Buch findet man vor allem Fakten. Was soll man denn auch sonst in einem Buch über Technik finden? Zumal ich in einer persönlichen Rezension die ich zum ATV Buch vom DLR bekam, auch lesen konnte das zu wenig über die Firmen und die faszinierende Projektgeschichte drin stehen würde. Angesichts sehr deutlich Kritik in meinem Buch an der politischen Unterstützung Deutschlands und einer deutschen Raumfahrtfirma, die Oberstufen mit rekordverdächtigen Leermassen konstruiert, wird es dem DLR wohl nicht gefallen.

Doch wie schon gesagt: Ohne die Arbeit meiner Korekturleser wäre das nicht möglich. Der Job ist bei meiner Grammatik nicht leicht, zumal ich von Ihnen viel erwarte: Sie sollen nicht nur Rechtschreibfehler korrigieren und Kommas setzen, sondern den Stil ändern, das ganze leserlicher machen und lebendiger. Sie sind also eher Lektoren oder Ghostwriter als Korrekturleser. So verwundert es nicht dass die meisten genauso lange zum Korrigieren brauchen wie ich zum eigentlichen Schreiben. Aber ich habe ein echtes Kompetenzteam dass ich hier mal vorstellen will:

  • Ralph K. ist der Kern meines Teams: Er war an den meisten Büchern beteiligt, vornehmlich als Erstkorrektor, weil er recht schnell und effizient arbeitet und bisher auch die Zeit fand für die Bücher. Mit Ausnahme der zweiten Auflage des Gemini Programmes und des aktuellen Buchs war er bei allen Büchern beteiligt.
  • Kevin Glinka, kennen sicher einige schon aus dem Blog als Gastautor. Er war bei der zweiten Auflage des Raketenlexikons, der zweiten Auflage des ATV Buchs, dem ISS Buch und dem jetzigen Band beteiligt. Ich schätze an ihm, das er meinen Text auch hinterfragt, wo ihm seltsames unterkommt eine Bemerkung macht sodass ich nochmal nachrecherchiere. Wie Thomas ist er sehr gut im Umschreiben meiner Klaue. Leider ist Kevin in letzter Zeit durch das Studium doch sehr beansprucht. Vielleicht sollte ich mal die Buckorrekturen mit den Semesterferien synchronisieren.
  • Fast alles was ich für über Kevin schrieb, kann man über Thomas J. sagen. Auch er ist im Blog Gastautor. Er hat noch einen weiteren Vorteil: Als Schweizer spricht er sehr gut Französisch und kann so leicht falsch gesetzte Accents oder andere Schnitzer bei den vielen französischen Begriffen bei Ariane korrigieren. So wundert es nicht das er in beiden Bänden beteiligt war, darüber hinaus noch beim Raketenlexikon 1.
  • Der zweite Schweizer im Bunde ist Lukas Graber. Er hat eine sehr gute Kritik über die erste ATV Auflage verfasst, die so ziemlich deckungsgleich mit meiner Einstufung war und ich habe draus einiges abgeleitet was ich beim nächsten Band besser mache, auch überhaupt auf die Idee Korrekturleser einzusetzen gebracht. Die ersten beiden Bücher erschienen ja noch in der ersten Auflage ohne Korrekturleser. Ich konnte ihn dann überzeugen doch auch mal bei einem Buch mitzuarbeiten und er war Korrekturleser bei der zweiten Auflage des Gemini Programms. Seine Post-Doc Arbeit im schönen Florida lässt ihm leider seitdem keine Zeit mehr für weitere Arbeit, nicht mal an seinem eigenen Blog (sehr zu empfehlen für alle die sich für Elektronik interessieren und gerne basteln).

Da ich gerne eine Stammbesatzung von vier Korrektoren hätte, um zum einen nicht jeden Einzelnen zu sehr einzuspannen und auch abfedern zu können, dass jemand keine Zeit hat oder einfach wichtigeres zu tun hat, habe ich ja hier schon mal einen Aufruf gestartet. Da sich keiner gemeldet hat habe ich mal Arne direkt angeschrieben. Er fiel durch rege Mitarbeit, Raumfahrtkenntnisse und wirklich schwere Rätsel ja schon auf. Die erste Probekorrektur vom Skylab Manuskript sieht sehr gut aus und ich hoffe ich kann auch ihn bald zu meinem Team zählen.

An alle bisherigen Korrekturleser nochmals an dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön!

P.S.: Was haltet ihr von folgendem Umschlagsentwurf?

6 thoughts on “Ein großes Lob an die Korrekturleser!

  1. Ich finde die Zeilenhoehe auf der Rueckseite etwas niedrig, ich bin generell ein Freund von lockerem Satz und nehme oft die 1,3- oder sogar 1,5-fache Zeilenhoehe, sieht dann nicht so ‚zerquetscht‘ aus.

    Ein Freund von Gelb auf Blau bin ich auch nicht, und das sieht man auch sonst relativ selten… hast Du wohl noch von Deinen Borland-IDEs unter DOS 😉 😉 😉

    Nimm lieber weiss auf blau.

    Ansonsten kann ich vom Layout her nichts kritisieren, sehr schoen. Auch das Bild 🙂

  2. Bei BOD kann am an den Vorlagen nichts viel machen, außer man macht das Cover komplett selbst. Das heißt: Von mir stammt das Bild und der Text. Am Satz und Farbe ist nichts zu ändern. Ist aber bei allen Büchern so. Wenn Du eines hast einfach mal anschauen, es ist immer die gleiche Vorlage (ergibt einen gewissen Wiedererkennungswert).

    Es geht auch mehr um den Text und die Formulierungen, falls es da noch Vorschläge gibt.

  3. Ach so, ich dachte, Du haettest es selbst gelayoutet.

    Ja, Du hast bei Deinen anderen Buechern aber auch weissen Text benutzt, und ich denke, man kann die Textfarbe einstellen, oder? Dann wuerde ich nach wie vor zu weiss tendieren 🙂

  4. Dann musst Du einen kostbaren Fehldruck haben – ich habe alle Bücher im Regal und die Rückseite ist immer orange auf blau. Du kannst das gerne auch bei amazon „Blick ins buch“ nachprüfen…. Nur die Vorderseite ist weiss.

  5. Sieht nicht schlecht aus, das Werk.
    Was die Rezensionen angeht, so sind da ja auch noch andere, die welche schreiben können. Leser bei Amazon zum Beispiel. Auch von Technology Review steht noch eine Rezi aus, wenn ich mich nicht irre.
    Was allerdings Firmen- bzw. Projektgeschichte in einem Buch über die Endprodukte soll, ist mir nicht ganz klar. Okay, es erhellt wahrscheinlich die Hintergründe zu einigen Entscheidungen ein wenig, aber wirklich nötig ist sie nicht. Obwohl ich ja, um ehrlich zu sein, zu den Leuten gehöre, die sie trotzdem lesen, auch wenn sie in einem separatem Kapitel stehen sollte. Und ja, zur Auflockerung der Fakten in den Text eingebunden macht sie sich sicherlich auch ganz gut. Aber dabei besteht immer die Gefahr, zu leicht vom Thema abzukommen, deshalb könnte weniger eher mehr sein.
    Zur Projektlänge des Buches, d.h. die Zeit, die es brauchte, daran zu arbeiten, fällt mir jetzt als extremes Beispiel Donald E. Knuth ein, dessen letzte Bände seiner „Art of Computer Programming“ immer noch nicht erschienen sind. Neulich hab ich irgendwo gelesen, das er von den 7 geplanten Bänden jetzt Band 5 in Angriff genommen hat, den er hofft, bis 2015 fertig zu kriegen… – hoffentlich lebt er lange genug, um auch die restlichen Bände fertig zu kriegen!
    Also verglichen damit hält sich die Zeit doch in einem überschaubaren Rahmen.

    Hans

  6. Projektgeschichte gehört mit dazu. das ist aber nicht Firmengeschichte.

    Dazu gehört um mal Ariane 5 zu nehmen: Welche Konzeptionen gab es? Warum hat man sich für die verwirklichte entschieden. Wurde diese noch verändert? Wie verlief die Entwicklung?

    Wobei letzteres schon recht kurz ist. Ich beschreibe dann auch beim Einsatz nur die Highlights, also nicht jeden einzelnen Start sondern hebe einige wichtige Missionen heraus wie z.B. schwerste Nutzlast, Transporte zur ISS oder in den L2 Punkt etc.

    Das ein Rezensionsexemplar bezogen wird heißt nicht das eine Rezension veröffentlicht wird. Aktuell sind 7 bezogen worden, aber nur eine Rezension erschienen.

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