Ach ja SpaceX….

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Es ist erstaunlich, es gibt doch fast jeden Monat was zu der Firma zu schreiben. Nun bewirbt sich die Firma um die zweite Runde der CCDev 2 Gelder, also Entwicklungszuschüsse der NASA für kommerzielle Transporte. Die erste Runde war letztes Jahr, da ging sie noch leer aus.

Nun soll die Dragon mit einem integrierten Raketenantrieb ausgestattet sein. Also nicht mit einem Fluchtturm, den man nach dem Start absprengt. Ob das so eine gute Idee ist? Es gibt da einige Einwände, die ich habe. Zum einen wird das Teil in den Orbit und zurückgebracht und kostet Nutzlast. Bei Apollo und Mercury war der Fluchtturm nicht gerade leicht. (Bei Mercury 581 kg verglichen mit 1354 kg der Kapsel – würde man das auf die Dragon übertragen so wäre die Nutzlast sogar negativ)

Das nächste ist das ein System zur Abtrennung einer Kapsel bei einer Explosion und für eine weiche Landung (wofür es auch dienen soll) zwei unterschiedliche Dinge sind, mit unterschiedlichen Anforderungen: Im ersten Fall hoher Schub über kurze Zeit, im zweiten Fall geringer Schub über etwas längere Zeit. Ich weiß nicht wie diese zwei Anforderungen erfüllt werden sollen.

Das letzte ist, dass es eine sehr seltsame Mischung von Versprechen und konkreten Forderungen. Hieß es noch vor nicht mal zwei Monaten, die Umrüstung wäre für weniger zu machen als der Umbau des Servicetowers für die Ares I (480 Millionen Dollar), so kostet es nun schon das doppelte. Dafür ist ein Sitz natürlich viel billiger zu haben: Nur 20 Millionen Dollar anstatt rund 50 Millionen wie bei der Sojus. Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor: Ach ja da gab es ja diese Falcon 1 Rakete, die auch so preiswert sein sollte und als sie endlich einsatzfähig war, war ihr Startpreis pro Kilogramm um 113% gestiegen- das könnte auch bei der bemannten Dragon so kommen, denn ob die in ihren 7 m Volumen (weniger als bei Apollo) wirklich sieben Leute transportieren kann, und wenn ja wie viele da noch übrig bleiben wenn ein Raketensystem eingebaut wird steht ja noch in den Sternen.

4 thoughts on “Ach ja SpaceX….

  1. Solche Äußerungen von SpaceX lassen ja doch auf recht laienhafte Kenntnisse schließen. Ein Wunder daß sie da überhaupt was zum Fliegen bringen. Aber das ist wohl so wie auch bei den Spieleherstellern: Die Leute die die eigentliche Arbeit machen verstehen etwas davon. Wirklich zu kämpfen haben sie dann aber weniger mit technischen Problemen, als mit den kruden Ideen des Managements.

  2. Es gibt schon Möglichkeiten ein System für die Rettung und die sanfte Landung zu kombinieren.
    Zum einen kann man dafür ein flüssiges Triebwerk benutzen, welches drastisch im Schub drosselbar ist. Bei der Mondlandefähre war der Schub auf ca. 10% drosselbar. Leider braucht das Hochfahren von Flüssigtriebwerken eine gewisse Zeit. Zeit, die man in einem Notfall wahrscheinlich nicht haben wird.
    Dann kann man natürlich mehrere (velleicht 20) Feststofftriebwerke nehmen. Zündet man alle gleichzeitig, so wird daraus eine Rettungsrakete mit hohem Schub und kurzer Brenndauer. Zündet man sie jeweils paarweise nach einander, so erreicht man 10% Schub für die zehnfache Zeit. Doch diese Lösung wäre sehr gewichtslastig.

    Hat noch jemand ’ne Idee wie man ein Rettungssystem und ein Landungssstem miteinander kombinieren kann?

  3. Ich schätze letztlich wird SpaceX das Rennen machen.

    Nicht weil sie gut sind, sondern weil der Rest so schlecht ist. Denn die Konkurrenz ist entweder deutlich teurer (Delta IV) oder muss mit russischen Triebwerken auskommen (Atlas V), die in den USA nicht gern gesehen sind oder sie müssen mit eingemotteten Überresten des Kalten Krieges auskommen (OSC) oder sie versuchen planlos alte amerikanische Technologie der 70er Jahre irgendwie zusammen zu friemeln und als neu zu verkaufen. (Heavy Lift Vehicle irgendwo zwischen Space Shuttle und Apollo …)

    SpaceX ist also vergleichsweise gut, aber absolut schlecht.

  4. Die Kriterien die Du anführst zählen aber nicht für die NASA. Es geht nicht um High-Tech. Die Ares I wäre ja auch nicht gerade High-Tech gewesen und eine Raumkapsel wie bei Orion ist ja auch technisch ein Rückschritt zum Shuttle.

    Es geht um Sicherheit und Zuverlässigkeit nach NASA Maßstäben nicht denen von SpaceX. Das ist etwas was Elon Musk erst gerade dämmert (daher die Kostensteigerung um 100% gegenüber den Angaben vom Dezember). Wenn er erst mal alle Details einbezieht wird das noch schnell teurer und dann ist nicht unbedingt gesagt, dass das Konzept so viel besser wird als wie das anderer Konkurrenten. Nur machen die nicht so viel P&R Rummel.

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