Atomkraft – nein Danke!

Zwei Reaktoren sind in Japan explodiert, in weiteren ist die Situation bedrohlich. Trotzdem hält Schwarz-Gelb an dem Atomkraftverlängerungskurs fest. Ja es gibt ein paar Untersuchungen, damit die Öffentlichkeit beruhigt wird, aber warum auch umdenken? Schließlich sind doch unsere Atomkraftwerke sicher, gegen alle Eventualitäten gerüstet. Aber das waren die japanischen wohl auch. Das Merkel als Physikerin daran glaubt ist nicht verwunderlich. Physiker leben bekanntlicherweise völlig abgeschottet von der realen Welt in einer Welt mit einfachen Naturgesetzen die leicht berechnet werden können. Das es in dem wirklichen Leben dauernd Störeinflüsse gibt, die ihre Meßergebnisse zur Makulatur machen lernt man schon wenn man einen Physikpraktikum absolviert. Inzwischen kennen ja auch Schüler den Spruch „Wenn es nicht funktioniert, dann ists Physik“. Aber als Physikerin glaubt Merkel gerne Berechnungen. doch ob die auch alle möglichen Störeinflüsse, Unglücke und Verkettungen, Anschläge oder bösartige Menschen einkalkulieren? Japan hat auch mit Erdbeben gerechnet, doch das war eben nun stärker als alle mit denen sie rechneten und für die die Reaktoren ausgelegt waren.

Vor allem sehen wir wie bei Tschernobyl eine häppchenweise Information, bzw., eigentlich keine Information, sodass hier Sendungen Experten nach ihrerer Einschätzung der Lage fragen und die fällt bedeutend schlimmer aus. Glaubt jemand daran dass unsere Atomlobby ehrlicher ist? Also ich glaube es nicht.

Natülcih gilt es nicht die Atomkraftwerke abzuschalten, aber den Atomausstieg, der ja 2001 beschlossen und seit 2002 geltendes Gesetz war, bis die neue Regierung ihn gekippt hat. Darauf sollten sich die Betreiber schon eingestellt haben und man müsste nur dieses Gesetz wieder in Kraft setzen. Aber das wird schwarz-gelb wohl erst nach ein paar verlorenen Landtagswahlen machen. Praktischerweise stehen gerade mal zwei Stück an. Mein Tipp für Schwarz-Gelb: Wenn ihr euer Gesicht behalten wollt und das derzeitige Gesetz in Kraft lassen wollt, dann hebt die Brennelementesteuer so weit an, das Atomkraft teurer als Steinkohle ist und ihr werdet staunen wie schnell die AKW vom Netz gehen. Dann geschehen wundersame Dinge die man vor wenigen Monaten noch als völlig unmöglich oder als Zusammenbruch der Energieversorgung bezeichnet hat.

Aber was soll man von einer Regierung noch erwarten, welche die Mehrwertsteuer für Hoteliers absenkt, monatelang um ein paar Euro bei Harz-IV streitet, bei denen Fälscher und Lügner selbst noch gestützt werden, wenn die Wahrheit ans Licht kommt oder die eben in vielen Dingen von der Wirtschaftslobby gekauft ist?

17 thoughts on “Atomkraft – nein Danke!

  1. AHW abschalten!

    Bei der Atomenergie geht es nicht allein um das technisch machbare und denkbare. Japan zeigt, dass immer Situationen eintreten können, die niemand für möglich hält. Aber was hält man für möglich? Beben wie letzte Woche sind extrem selten. Die Wahrscheinlichkeit dass solch eine Situation eintritt ist nicht sicher zu berechnen. Sie kann 1:1Mio oder noch
    unwahrscheinlicher sein, Tatsache ist, sie ist eingetreten.
    Tritt dann eine Kernschmelze ein, ist sie nicht mehr zu beherrschen.
    Sollte Japan und die Welt „mit einem blauen Auge“ davonkommen, dann ist auch das reines Glück oder wie der Statistiker sagt Zufall!

    Japan ist etwa so groß wie die Bundesrepublik, aber es leben dort 120 Mio Menschen. Da kann man keine 60 km „Todeszone“ um die Reaktoren errichten wie in Tschernobyl! Das Land ist dafür zu klein. Und sollte Plutonium freigesetzt werden, dann haben wir nochmal eine ganz andere Situation.

    Ich habe den entsetzlichen Verdacht, die Japaner haben die Reaktoren längst sich selbst überlassen. Man kann da nicht auf 10m
    herangehen und Leitungen reparieren oder sonst was machen. Auch der Einasatz von Robotern ist kaum möglich, bei der Strahlung fällt die Elektronik aus. Die Sowjetunion musste eine große Anzahl sog. „Liquidatoren“ in den Stahlentod schicken um den Reaktor einzudämmen.

    Ich will nicht, dass für meinen Energiebedarf potentiell Menschen in den Tod geschickt werden müssen! AHW abschalten!

    LG Frank

    PS@Bernhard: kannst Du abschätzen, wieviel Plutonium in Japan in den Reaktoren ist, direkte Auswirkung und Einfluß auf Nahrungskette? Ich denke es müßte sich um einige Kg handeln.

  2. Zumindest soll ja die Laufzeitverlängerung erstmal ausgesetzt werden. Sowas war angesichts der anstehenden Wahlen und der momentan überwiegend ablehnenden Haltung der Bevölkerung gegenüber AKWs aber auch zu erwarten. Ob Schwarz-Gelb das aber langfristig durchziehen will oder ob es nur darum geht, kurzfristig Wähler zu halten, kann sich jeder selbst überlegen.
    Ich glaube auch nicht, dass hier die Tatsache, dass Angela Physikerin ist, eine so große Rolle spielt. Ich vermute eher, es ist das übliche: der Einfluss eines Wirtschaftszweiges mit starker Lobby.
    Übrigens gab es mittlerweile auch in einem dritten Reaktor eine Explosion, die diesmal auch die innere Hülle beschädigt haben soll.

  3. In einem Chemieforum habe ich gelesen, dass jemand dort damals, 1986, berechnet hat, wie viel Iod-131 über Westdeutschland als Fall-Out heruntergekommen sind. Die Rechnung ergab ca. 7 g für die ganze Fläche der damaligen BRD.
    Hier: http://www.chemieonline.de/forum/showpost.php?p=2684816442&postcount=6
    http://www.chemieonline.de/forum/showpost.php?p=2684816450&postcount=8

    Die Situation ist ohne Zweifel schlimm, aber die Menschen machen es noch schlimmer. Gestern habe ich bei Ustream eine Nachrichtensendung des Senders NHK World verfolgt. Die Kommentarleiste am Rand quoll über von Panikmache. Man sollte lieber versuchen die Ruhe zu bewahren, denn Angst zu machen, hilft sicher nicht.

  4. @Arne Die Aussetzung kam als ich den Blog schon geschrieben habe (ich arbeite meistens vor und mache das morgens). Das ist auch so eine komische Politikerklausel. Wie soll man eine Verlängerung „aussetzen“. Wenn das heißt, das für 3 Monate sie nicht gilt, dann müssten zwei Meiler sofort vom Netz, weil sie ihre Laufzeit überschritten haben. Kommen die dann nach 3 Monaten wieder ans Netz? Auf jeden Fall sind sie noch am Netz trotz Aussetzung, also wie immer nur heiße Luft

    @Kevin: Jod 131 hat eine Halbwertszeit von 131 Tagen und eine entsprechend hohe Strahlenabgabe, die ja proportional zur Halbwertszeit ist und daher mit mit Cäsium, Strontium oder gar Plutonium vergleichbar ist, wo es einige Monate bis Jahrtausende ist. Anders als Du habe ich 1986 miterlebt und die Strahlenbelastung durch I-131 war gegeben und führte dazu dass Gemüse in Süddeutschland die Strahlenwerte weit überschritt und vernichtet wurde. Milch wurde gesammelt und zu Molke aufbereitet (der Export der immer noch strahlenden Molke 1 oder 2 Jahre später führte dann nochmals zu einem Skandal.

    radioaktiver Fallout wird nicht in Gramm, sondern in Sievert gemessen und damals waren die Richtwerte wenn ich mich recht erinnerte um das zehnfache erhöht. Waldpilze und Wild waren noch über Jahre belastet und sollten nicht verzehrt werden (dort allerdings wegen des Cäsiums).

    Und das obwohl wir sicher über 1000 km Luftlinie von Tschernobyl entfernt sind. Das sollte einem zu denken geben….

  5. Was passiert denn nun, wenn die Arbeiter wegen der Strahlung aus dem Kraftwerk abgezogen werden müssen und auch Roboter nicht funktionieren (interessanter Fakt, war mir noch gar nicht bewußt), wie will man dann den weiteren Verlauf beeinflussen? gar nicht!
    D.h. das Kühlwasser wird nach und nach Verdampfen und alle 3 oder 4 Kerne schmelzen? Es soll ja in allen 6 Reaktoren Probleme geben und das obwohl drei schon vor dem Erdbeben abgeschaltet waren!
    Ich dachte vorher immer, nachdem die Moderatorstäbe eingefahren sind, kann da nicht mehr viel passieren und jetzt können selbst runtergefahrene Reaktoren noch Tage später gefährlich werden.
    Das nimmt ja eine ganz neue Dimension an!

  6. Auch ein heruntergefahrener Reaktor hat eine Restleistung von ca. 7% und wir reden hier von 4.700 MW verteilt auf 6 Reaktoren.
    Ich weiß nicht, wie die das kühlen wollen. Durch Beben und Explosion dürften die bestehenden Strukturen stark beschädigt sein. Einfach nur Meerwasser drüberleiten kann nicht die Lösung sein. Es entstehen Dampfblasen, die ein effektivers Kühlen verhindern. Was geschieht, wenn die Steuerstäbe wegschmelzen? Der Reaktor würde unkontrollier wieder anfahren. Ich glaube niemand kann die Lage einschätzen. Auch ich hab Tschernobyl miterlebt, aber ich bin sicher, das hier ist viel schlimmer. Es sind mehrere Reaktoren, es ist ein dicht besiedeltes Gebiet und der Gesamtschaden durch Erdbeben und Tsunami ist jetzt schon unbeschreiblich. Und in Tschernobyl war meines Wissens kein Plutonium im Spiel. Ich erinnere mich, dass damals gesagt wurde, die auf Deutschland niedergegangene Menge radioaktiven Materials wären nur wenige Gramm gewesen. Die gegenüber vor 1986 erhöhte Strahlenbelastung ist noch heute nachweisbar, wird uns aber heute als „natürliche“ Srahlenbelastung verkauft.
    Auch wenn Japan 8.000 km entfernt ist, die Erde ist ein geschlossenes Ökosystem. Und wir werden hier auch was zu messen bekommen!

  7. Ich kenne den Schmelzpunkt der Steuerstäbe nicht, aber wenn sie wegschmelzen, dann dürfte auch kein Wasser mehr da sein, das als Moderator benötigt wird, um die Kettenreaktion in Gang zu halten. Die Reaktoren werden also nicht wieder „anfahren“, d.h. in den überkritischen Zustand übergehen. Die Nachzerfallswärme nimmt auch nach einigen Tagen ab, 7% ist nur der Anfangswert.
    Plutonium ist übrigens immer im Spiel, auch in Tschernobyl, da durch Neutroneneinfang in den Uranstäben ständig Plutonium entsteht, das bei einem Unfall natürlich mit freigesetzt werden kann.

  8. Um es nochmal zu sagen: Ein Kernreaktor braucht einen Moderator, damit die freiwerdenden Neutronen abgebremst werden. Erst langsame Neutronen sind in der Lage, neue Urankerne zu spalten. Das ist auch der Grund, warum das Meerwasser massiv mit Borsäure angereichert wird, die fängt nämlich diese freien Neutronen ein.
    Die nachgelieferte Restwärme entsteht nicht aus der Uranspaltung, sondern aus den Spaltprodukten, die weiter bis zu einem stabilen Element zerfallen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kernreaktor#Nachzerfallsw.C3.A4rme

    In Tschernobyl war Graphit als Moderator eingesetzt. Als der Sicherheitsbehälter durchschmolz, fing dieses Graphit Feuer und erst dadurch ist die ganze Chose in hohe Luftschichten gelangt.

    Die Kühlsysteme sind auch nicht wegen des Erdbebens sondern wegen dem Tsunami ausgefallen. Leichtsinnig genug an Japans Küsten.

    Die Situation ist ernst und bedrohlich genug. Dieser Wettbewerb „Wer entwirft das schrecklichste Szenario“ hilft nicht wirklich weiter.

  9. Was mich an den derzeitigen Vorgängen besonders beunruhigt ist, dass obgleich alle erdenkliche Hilfe verfügbar gemacht werden könnte die Situation derartig eskaliert. Geld spielt ja nun wirklich keine Rolle mehr. Nur gibt es wohl keine praktikable Lösung die schnelle Wirkung zeigt. Damit hab ich persönlich nicht gerechnet. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko war auch so eine Situation. Niemand hat ernstlich einen „Plan B“ in der Schublade gehabt.

  10. Zirkonium (huellmaterial fuer brennstaebe) schmilzt normal bei 700 bis 800 grad celsius …

    Das wurde mit Sicherheit erreicht.

    Alle Annahmen über Moderation oder Absorption von Neutronen die man normal aufgrund der Geometrie des Reaktorinneren treffen kann kollabieren dann …

    Allerdings ist das erreichen eines kritischen Zustands dann trotzdem eher unwahrscheinlich. Nichtsdestotrotz wird dann die Kühlung schwieriger, da sich das „Corium“ (so nennt man die Schmelze die man nicht mehr unter Kontrolle hat) sammeln kann und sich seine oberflaeche verkleinert … es können sich auch Isolierungsschichten bilden und die Temperaturen im inneren des Gemischs so noch weiter erhöhen …

    Das das ganze egal in welchem zustand immer gefährlich bleibt kann man an dem Abklingbecken bei block 4 in daiichi gut erkennen … da lagerten ausgebrannte Brennelemente (also fast alle kurzlebigen Spaltprodukte schon zerfallen) und die haben es trotzdem geschafft sich so weit zu erhitzen, dass es zu einem „Brand“ kam, was auch immer das gewesen sein mag … sowas sollte eigentlich NIE vorkommen, nicht wenn man genug Wasser drin hat (das afaik nicht mal gekühlt werden muss). Noch dazu gibt es um ein solches Becken (eben weil es so leicht unter Kontrolle zu halten ist) kein containment, so dass das im Moment wohl sogar die Hauptquelle für radioaktive Elemente darstellt. Vielleicht wurde ja das Becken bei dem Beben undicht, oder man hat das Wasser für die Kühlung des Reaktors genommen (was ein sträflicher Fehler wäre).

    Naja, imho ist die Lage außer Kontrolle, aber nicht hoffnungslos. Alles hängt davon ab ob sich das Corium weiter heraus schmilzt (das undicht werden des Containments im Block 2 spricht dafür, anscheinend ist das Corium da bis in die unteren Reservoirs gelaufen) oder ob es zur ruhe kommt und langsam abkühlt.

    Beim Three Mail Island kam es gerade noch innerhalb des Gefäßes zum Stehen (man hat den Reaktor später geborgen und zerlegt um sich das anzuschauen/die Gegend zu dekontaminieren). Da war aber die Kühlung nur kurz nicht gewährleistet, dafür aber fiel die Kühlung mitten im Betrieb aus bei maximaler Wärmeentwicklung.

    Kurz gesagt: Nix genaues weiß man nicht …

    Und ein Physiker ist nur solange Physiker wie er sich noch auf neuem Terrain bewegt, danach wird er zum Ingenieur/Techniker. Alle neuen Technologien beginnen ihr Leben weil einige wenige Physiker/Ingenieure/Techniker sich persönlich einsetzen und den Nutzen aufzeigen. Es obliegt aber dann immer der Gesellschaft zu entscheiden, ob sie diese neuen Möglichkeiten nutzen will oder nicht. Genau in diesen Entscheidungsprozessen in der Gesellschaft liegt das Problem, nicht bei dem aufzeigen der Möglichkeiten. Krebsbehandlung und medizinische Diagnostik ist auch durch Nukleartechnologie verbessert worden, man darf neue technische Möglichkeiten nicht von vornherein in bestimmte Richtungen verbieten, sondern es bedarf einer Analyse von Nutzen/Risiken um dann sich das herauszusuchen was man tatsächlich verwenden möchte.

    Ansonsten mag ich den Kommentar mal dr Kategorie „übers Ziel hinausgeschossen“ zuordnen.

    MfG

    HElados

  11. Ein Restrisiko bleibt immer, selbst wenn man die Sicherheit ernst nimmt. Aber gerade da klemmt es. Immer wieder wird gerade auf dem Gebiet gespart und geschlampt. Besonders wenn auch die Kontrolle der Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen nicht ernst genommen wird.
    In Tschernobyl war das die Ursache für die Katastrophe, und in Japan hat das warscheinlich die Probleme deutlich verschärft.
    Auch in Deutschland wird geschlampt. Ist ja vorhersehbar, wenn eine Anlage in absehbarer Zeit stillgelegt werden soll steckt man möglichst wenig Geld mehr rein. Und am einfachsten kann man bei der Sicherheit sparen. Zu dem Ausstieg aus der Kernenergie hätte also von Anfang an gehört, daß man den Betreibern genauer auf die Finger sieht. Aber die wollte man wohl nicht noch zusätzlich verärgern.
    Andererseits wird aber auch von den Medien gerne übertrieben. Eine defekte Klospülung ist dann eben ein Störfall im Kernkraftwerk. Hauptsache man hat eine Schlagzeile.

  12. @HELados
    eine Stimme der Vernunft im Sumpf der Gefühle und Panikmache.
    Dass Merkel jetzt mit Sicht auf die anstehenden Landtagswahlen durchsichtigen Aktionismus betreibt, ist lächerlich.
    Wo in Europa ist der Hype am aller-allergrößten?
    Der Rest der EU schüttelt mal wieder den Kopf.

  13. > @HELados
    > eine Stimme der Vernunft im Sumpf der Gefühle und Panikmache.

    Also nur um nicht falsch verstanden zu werden: Das was sich da abspielt in Japan in den Kraftwerken ist nicht Tschernobyl, aber es ist das absolut schlimmste was in solchen Anlagen vorkommen kann. Es ist ein Grund mehr zu versuchen auf Atomkraftwerke zu verzichten. Ob das was Merkel momentan macht Aktionismus ist oder nicht ist eigentlich auch irrelevant, denn es bringt uns einer Situation näher in der weniger Atomkraftwerke in Europa laufen. Die unteren Kader der CDU wagen jetzt ja offen ihre Abneigung gegen Atomkraftwerke auszusprechen, was vorher nur sehr selten vorkam … ich denke ganz zurueckrudern kann sie jetzt nicht mehr …

    Mein Plan wäre ja folgender:

    1) Das älteste drittel der Atomkraftwerke wird jetzt kurzfristig abgeschaltet.
    2) Das nächste Drittel braucht noch seine momentan im Reaktor befindlichen Brennelemente auf und wird dann abgeschaltet (oder beim erstbesten Störfall der ein herunterfahren notwendig macht)
    3) Das letzte Drittel läuft bis 2020 weiter und hilft uns mit möglichst wenig CO2 Emissionen die Energiewende zu schaffen. Ich halte nicht viel davon jetzt neue Kohlekraftwerke zu bauen wo wir die Reaktoren eh schon entsorgen dürfen, da machts keinen Sinn mehr die Kernkraftwerke (das sicherste Drittel) jetzt nicht wenigstens noch zu nutzen.

    Naja, ich bete mal dass den Japanern das schlimmste erspart bleibt. Viel machen können sie jetzt ja sonst nicht mehr …

    HElados

  14. Moin,

    > Ich kenne den Schmelzpunkt der Steuerstäbe nicht, aber wenn sie wegschmelzen, dann dürfte auch kein Wasser mehr da sein, das als Moderator benötigt wird, um die Kettenreaktion in Gang zu halten.

    Mal ein paar Schmelzpunkte:

    UranMox Brennstaebe ca 3000 °C
    Borcarbid Kontrollstäbe ca 2300 °C
    Zircaloy Mantel ca 2200 °C

    Jeder Reaktorblock wird am Anfang im heruntergefahrenen Zustand immernoch ca 60MW an Abwärme produzieren, später dann eher ca 40MW.

    Wasser braucht ca 2600kJ pro Liter zum Kochen. d.h. es reichen Zwei in jeder freiwilligen Feuerwehr vorhandene TS800 Pumpen, um einen Reaktorblock zu auf 100?C kühlen, wenn ich mich jetzt nicht verrechnet hab.

    ciao,Michael

  15. Es ist ziemlich traurig, was in Japan passiert ist. Vor allem in Block 4, der ja schon seit Monaten abgeschaltet war, und wo die Arbeiter wohl schlicht und einfach vergessen haben, auch dort regelmäßig Wasser im Abklingbecken nachzufüllen…

    Siehe auch http://www.gau-japan.de/

  16. Das Problem dabei: Um den Reaktorkern wirkungsvoll zu kühlen, muß das Wasser IN den Reaktor, einfach nur außen draufschütten reicht nicht. Um eine Herdplatte zu kühlen bringt es ja auch nicht viel, wenn man die Wände der Küche kühlt.
    Um das Wasser in den Reaktor zu bringen, muß es gegen den Druck reingepumpt werden, und damit wären Feuerwehrpumpen eindeutig überfordert. Da sind dann schon spezielle Hochdruckpumpen nötig, und die brauchen dann auch eine entsprechende Leistung. Nur mal zum Vergleich: Die Kesselwasserspeisepumpe bei einem 500 MW-Block (Kohlekraftwerk) braucht 10 MW.

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