Buchkritik: Werner Büdeler: Geschichte der Raumfahrt

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Das ist ein Buch für ein Publikum, das ich nicht bediene – was meinen sie welches ich meine?

Nun es ist ein Buch über die Geschichte der Raumfahrt – zumindest bis zum Jahr 1981. Der Autor, Werner Büdeler ist sicher manchem bekannt. Er war Raumfahrtjournalist während der sechziger und siebziger Jahre, unter anderem auch bei der Apollo 11 Landung in Houston. Er hat zahlreiche andere Bücher über das Apolloprogramm, das Space Shuttle und die Raumfahrt in Deutschland geschrieben (ja damals konnte man noch optimistisch darüber schreiben, heute ist das schon deswegen unmöglich weil fast alles inzwischen zu Astrium fusioniert ist und dieses Unternehmen, egal an welchen Bereich man schreibt, keinerlei Anfragen beantwortet).

Aber zurück zum Buch. Es ist ein Prachtstück. Die Ausgabe die ich habe ist in Leder gebunden, Hardcover, größer als Din-A4 und dick und schwer. (Glanzpapier mit 135 g/m²)Fast jede Seite enthält mehrere, zum Teil auch seitenfüllende Aufnahmen, die meisten davon in Farbe und hoher Qualität. Also das Buch ist natürlich etwas für die Liebhaber von Fotos. Es gibt sehr viele davon auch heute im Internetzeitalter sehenswert und nicht der Mainstream, den jeder kennt. Continue reading „Buchkritik: Werner Büdeler: Geschichte der Raumfahrt“

Das alternative ISS Konzept

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Immer wenn ich im Sommer mal die Gelegenheit habe länger zu Schwimmen komme ich auf dumme Ideen (3-4 Stunden die Kreise ziehen sind einfach lang). Diesmal wie man die bemannte Raumfahrt (wie so immer gefordert wurde) deutlich preiswerter machen könnte. Ich dachte an Gouvernment-Private Partnershipmodell. Also die Regierung finanziert vor, profitiert aber von Vergünstigungen. So funktioniert es:

Eine Falcon Heavy transportiert ein aufblasbares Modul von Bigelow, innen ausgerüstet von der NASA und eine Dragon Kapsel in den Orbit. Die 7 NASA Astronauten halten sich dot ein halbes Jahr aus, landen dann mit der Dragon. Danach geht das Modul in den Besitz von Bigelow über, die dort mit weiteren Flügen Touristen unterbringen. Continue reading „Das alternative ISS Konzept“

Verrisse

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Ich denke, einige von euch haben es mitbekommen, am Mittwoch war nun der schon angekündigte Homepageumzug im Gange und die Seite zeitweise nicht erreichbar. Ich hoffe von nun an wird alles besser. Zum meinem Thema bin ich durch Sven Piper gekommen. Ich bin mit ihm in lockerem Kontakt, seit er mir sein Buch vorgestellt hat, Er hat nun den ersten Verriss bekommen. Der Kritiker hat nichts gutes an dem Buch gefunden. Die Fehler sind eigentlich keine neuen. Sie wurden auch von anderen Kritikern schon erwähnt. Einige kann ich auch unterschreiben. Der wesentliche Unterschied zu anderen Kritiken war, das die Rezensentin überhaupt nichts gutes an dem Buch fand, also das was man umgangssprachlich als Verriss bezeichnet.

Als es noch das literarische Quartett gab, mit den entsprechenden Einschaltquoten, war es für die Bücher die dort kamen, immer ein Erfolg. Sie wurden bekannt. Ja es war sogar fast besser wenn ein Buch verrissen wurde, weil das viele Leute neugierig machte ob das Buch wirklich so schlecht ist. Nur hat sich vieles inzwischen verändert. Zum einen gibt es die Bedeutung einzelner Medien nicht mehr. Sicher sind Spiegel, Fokus, Fernsehen oder Zeitungen heute noch wichtig, aber nicht mehr so wie früher. Viele Leute kaufen heute online ein, lesen Bewertungen bei Amazon oder anderen Online Shops die von anderen Lesern kommen. Continue reading „Verrisse“

Wann ist die bemannte Raumfahrt am Ende?

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Nun wird ja das Ende der Shuttle Ära bei zahlreichen Medien zelebriert. Ich habe das mal zum Nachdenken genutzt. Wie wird es weitergehen in der bemannten Raumfahrt? Es gibt ja (wir hatten die Diskussion hier schon mal) die unterschiedlichsten Ansichten, warum es überhaupt bemannte Raumfahrt gibt. Die Motivlage ist anders als bei der unbemannten Raumfahrt. Dort gibt es eine wissenschaftliche Gemeinschaft, die neue Missionen wünscht. Diese bekommt zwar auch nicht jede Mission, aber in den letzten Jahrzehnten ist doch ein deutlicher Fortschritt festzustellen, wie viel Wissenschaft man pro Dollar bekommt. Bei der bemannten Raumfahrt ist das wegen der immer gleichen Anforderungen des Menschen an die Umgebung und Sicherheit wesentlich schwieriger mehr Wissenschaft für das gleiche Geld zu erhalten. Vielmehr explodieren die Kosten wenn man sich vom Erdorbit zu entfernten Zielen aufmacht. Ich glaube ich sag euch nichts neues, wenn ich darauf hinweise, dass fast niemand von bemannten Missionen wirklich bahnbrechende Erkenntnisse erwartet.

Die meisten die sich hier zu Wort gemeldet haben, argumentieren entweder, dass es ein tiefer Menschheitswunsch ist ins All aufzubrechen oder soziokulturell, also bemannte Raumfahrt gehört zu unserer Kultur wie Theater, das ja auch subventioniert wird und für das sich nur eine Minderheit interessiert. Es gibt für beide Aspekte Gegenargumente. Fürs erste Argument würde ich sagen, dass es wohl ein Schluss von der eigenen Einstellung auf die Aller ist. Und die meisten Leute haben eben keine Entdeckernatur. Sie wollen weder auf einen Himalaja Gipfel klettern, noch zur Titanic herab tauchen (alles heute bezahlbar). Es gab immer Entdecker, nur gibt es den kleinen Unterschied, dass bei der Raumfahrt die Summen so hoch sind, dass ein Einzelner diese nicht aufbringen kann, selbst wenn er Sponsoren oder eine Organisation für seine Idee gewinnt. Zum zweiten ist zu sagen, dass es als Gegenargument viele Kulturen gibt, die keine bemannte Raumfahrt betreiben. Vor allem gibt es einen Unterschied: Von der Förderung der Theater profitiert zwar nur eine Minderheit, aber doch immerhin Hunderttausende in der BRD. Von der bemannten Raumfahrt profitieren dagegen gerade mal ein Astronaut alle paar Jahre. Daher werden sich weitaus weniger finden die gegen eine Kürzung der Mittel in diesem Bereich sind. Continue reading „Wann ist die bemannte Raumfahrt am Ende?“

Die Guten und die Bösen

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Ich habe mir heute mal wieder Eis gekauft. Ich nehme gerade ab, aber so nach etwas mehr als einem Monat hatte ich mal Lust auf eine Süßigkeit und Eis ist mir da lieber als Schokolade. Meine Wahl fiel auf ein „Strudeleis“ (seit die Speiseeisverordnung nicht mehr gilt gibt es zig Phantasienamen, die nichts mehr über die Zusammensetzung aussagen). Also „Strudeleis“ besteht meinen Erfahrungen nach (es ist nicht das erste) vor allem aus Luft und hat dann auf der Zunge mehr das gefühl von Schaum oder Mohrenkopf als von klassischem Eis. Das ist etwas ungewohnt. aber der eine mag es und der andere vielleicht nicht.

An sich ist das Eis relativ ehrlich. Relativ heißt, es enthält die für industrielles Eis übliche Emulgatoren, die man in Eis aus handwerklicher Produktion nicht findet. (Primär um die Luft zu stabilisieren die natürlich für mehr Volumen sorgt, sekundär um auch das Eis nicht so flüssig werden zu lassen, wenn es taut). Dafür gab es kein Pflanzenfett oder andere Bestandteile die nichts im Eis zu suchen haben. Aber es fiel mir was anderes auf: es wurde schongefärbt. Das Kirscheis verendet dazu Hibusextrakt, Karottenextrakt und Rotebeetensaftkonzentrat. Alle diese Zutaten haben keinen Sinn in einem Eis, außer es einzufärben. Dabei sollte man annehmen, dass das Sauerkirschensaftkonzentrat genügend Eigenfarbe aufweist. Das Aroma schmeckt auch ziemlich künstlich, so ein bisschen wie bei diesen Cocktailkirschen und dieses künstliche Kirscharoma das man in Kirschlikör findet. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, das wird nach Verzehr der Packung noch ein „Was ist drin Artikel“. Continue reading „Die Guten und die Bösen“