Der ebook Reader für mich

Ich habe mich ja schon mehrmals mit ebook Readern beschäftigt und ich sehe in der S-Bahn immer mehr Leute die einen haben. Doch für mich sind die Geräte nichts, und das kann ich auch begründen.

Fangen wir mal mit meinen Lesegewohnheiten an. Ich lese fast nur Fachbücher, inzwischen über Raumfahrt fast alles nur in englisch, bei Astronomie und Ernährungslehre auch in Deutsch. Natürlich lese ich oft wenn es ein Thema ist von vorne bis hinten, wenn es um eine Geschichte geht. Geht es mehr in Richtung Lehrbuchcharakter, so lese ich eigentlich nur was ich gerade brauche und schaue da im Stichwortverzeichnis nach. Bücher die ich kenne, kann ich meistens sehr gezielt aufschlagen, das heißt ich weis bis auf wenige Seiten genau wo die Information steht und kreise dann die Fundstelle ein. Das geht schneller als mit dem Computer, weshalb ich auch öfters zu meinen eigenen Büchern greife, auch wenn die Luftlinie 6 m von mir entfernt sind. (Eine Triebkraft hinter meinen Büchern ist natürlich auch, ass sie alles enthalten was ich selbst wissen will, denn das vergisst man ganz schnell wieder).

Fachbücher enthalten viele Tabellen und Grafiken, oft auch Fotos.

Und nun kommen die heutigen e-book Reader mit ihren Fähigkeiten. Das sie nur Schwarz-Weiß sind stört mich nicht, auch dass sie Bilder so rastern müssen ist mir egal. Aber was bei der Darstellung schon hinderlich ist ist die kleine Auflösung. Die größten haben 1000 x 750 Pixels. Da gehen schon die Tabellen, die ich in meinen Büchern verwende nicht drauf. (ich weiß das, weil ich ja einige Bücher für den Kindle publiziert habe und da kann man sie sich im kindle previewer ansehen), von Graphiken ganz zu schweigen. Klar sie sind so klein wie ein Taschenbuch, doch wenn ich die meisten Bücher die ich habe auf dieses Format reduzieren würde, dann würde ich diese auch nicht mehr lesen können.

Forderung Nr. 1: Die Darstellung muss größer werden. Ich schlage DIN-A5 als Kompromiss vor, das sind 10,1 Zoll Diagonale. Die meisten haben derzeit nur 5 bis 6 Zoll. Damit hat man dann auch den Platz für eine ansprechende Darstellung.

Forderung Nr. 2: PDF als Standardformat. Viele Reader können pdf anzeigen, die meisten Formate basieren aber auf html. Das bedeutet z.B. für mich als Autor, dass von meinem Layout nichts mehr übrig bleibt. Natürlich ist es für einen Roman egal, der wird ja auch wenn eine andere Auflage erscheint, umgebrochen, doch wer Bücher schriebt die Tabellen und Bilder enthalten diese genau zum Text justiert und dann wird alles auseinandergebrochen der ärgert sich. PDF sollte als zweites Standardformat etabliert sein, wenn eine ganze Seite nicht darstellbar ist dann eben in zwei Teilen mit Scrollen. Am Speicherplatz kanns nicht liegen. Selbst PDFs mit vielen Bildern sind relativ klein. Das letzte Buch mit 250 Bildern und fast 700 Seiten hat als PDF gerade mal 80 MB Größe. Das ist bei der Möglichkeit heute eine SD-HC Karte für ein paar Euro mit zig Gigabyte einzuschieben doch dann wirklich kein Problem mehr

Forderung 3: Eine schnelle Suche muss verfügbar sein. Wenn ich pdfs lese, dann meistens nur den Teil den ich brauche, dann suche ich danach, Natürlich kann man schon heute suchen, doch mit den Eingabemöglichkeiten ist das eine Qual. Bei DIN-A5 würde der Platz für eine vollwertige Tastatur reichen, eben ohne Zifferblock. Die kann man auf der Innenseite des Deckels anbringen und dann klappt’s auch mit der Suche.

Was es nicht sein muss ist ein Tablett PC. Okay Farbe wäre schön, aber wenn ich da an die Akkulaufzeit denke reicht mir e-ink auch und zu was anderem will ich das Gerät auch gar nicht (wenn ich surfen will gehe ich an den Computer, für Musik ist ein mp3 Spieler viel geeigneter un handlicher und Fernsehen schaue ich nicht mobil). Ich denke dass das machbar ist. Man braucht nur ein größeres Display, eine kleine Tastatur und vielleicht einen bessere Prozessor um pdf anzuzeigen. Dafür kann das Gerät dann auch gerne 200 bis 250 Euro kosten, das wäre es mir wert meine pdf Sammlung schnell verfügbar zu haben.

Was ich gewiss nicht machen würde, wäre ebooks zu kaufen, zumindest keine mit DRM. Wenn ich etwas nur elektronisch verfügbar habe ist das eine Sache, doch wenn ich die Wahl habe so komme ich immer auf das Buch. Das ist unabhängig von technischen Defekten, leidet nicht an Gedächtnisverlust und ist jahrzehntelang ohne Einbußen nutzbar. Ich habe Bücher von Anfang der Achtziger Jahre. Zur gleichen Zeit habe ich meinen ersten Computer gekauft. Die Bücher kann ich noch lesen, die Kompaktkassetten mit den Programmen für den Ti 99/4a nicht mehr….Eigentlich brauche nur einen ebook Reader um meine PDF’s die ich im Internet finde, und das sind viele vor allem zum Thema Raumfahrt ohne Computer zugriffbereit zu haben bzw. bequemer, ohne dass sie einen Bildschirm blockieren wenn ich gleichzeitig schreibe und noch den Browser aufhabe. Doch da ich ohne Kauflust wohl eine Ausnahme bin, denke ich wird kein Gerät entwickelt werden, dass das kann was ich gerne hätte.

9 thoughts on “Der ebook Reader für mich

  1. Möglich wäre das schon; das iPad hat ein 10-Zoll Display bei 2048×1536 Pixel, zeigt PDFs an und bietet darin auch eine Suche. Die Akkulaufzeit ist mit ca. 10 Stunden auch in Ordnung. Nur ist, wie Du schon sagtest, ein Tablet natürlich Overkill (preislich und funktionell), wenn es nur ums Lesen geht.

  2. Na ja, das es ja jedes Jahr ein neues gibt müsste man das alte total veraltete ja billig kaufen können, dann würde mich aber der nicht auswechselbare Akku stören und kann man damit überhaupt was ansehen was nicht vom Apple Shop stammt?

  3. Ein iPad ist von den Faehigkeiten und der Flexibilitaet her praktisch inzwischen auf PC-Niveau; Du kannst damit beliebige Dateiformate oeffnen, Stellen markieren, bookmarken etc. (ja, sogar „einkreisen“ mit rotem Stift :-)) – das alles, wie Arne schon sagt, in einer Aufloesung, die einem gedruckten Buch in nichts nachsteht – und die Akkulaufzeit ist auch OK.

    Ein iPad 3 waere da vermutlich ideal. Das ist die vorherige Generation und den muesste es inzwischen recht guenstig geben. Hat bereits ein Retina Display, nur keine ganz so schnelle CPU wie das iPad 4 (aktuell).

    Ich persoenlich hab ein iPad Mini – das ist 8″ und wiegt praktisch so viel wie ein Stueck Pappe und ist auch so duenn — hat aber „nur“ 1024 x 768 Aufloesung.

  4. Ich weiss, Du brauchst es nur als e-book Reader… aber fuer ein Geraet, das 1 GB RAM, 16 GB Flash, 3D-Accelerometer, 3D-Gyroskop, 3D-Magnetometer, mehrere Kameras, eine davon hochwertig mit Autofokus Videoaufnahme, ein extremst hochwertiges Display mit werksseitiger sRGB-Kalibrierung (!), rund 5 verschiedene Modems / Wireless-Technologien und insgesamte hochwertigste Verarbeitung hat, find ich den Preis von 598 Euro echt voll OK 😉 You get what you pay for…

  5. Ich habe kurzzeitig geschwankt mir ein Samsung Galaxy Tab 2 näher anzusehen, dass es ja für unter 300 Euro gibt (10 Zoll Version), aber wars mir doch zu teuer und vor allem fürs nur Lesen ist der Akku wahrscheinlich nicht ausdauernd genug. In der letzten ct lass ich von einer interessanten Kombination von ARM7/ARM15 Prozessor auf einem Die, zwischen denen geswitcht wird je nach benötigter Rechenleistung, das könnte bei zukünftigen Generationen die Rechenleistung beim nur Lesen absenken und so den Akku schonen. Aber vielleicht bleibe ich auch nur bei den Büchern. Ich schau ja sogar bei meinen eigenen in die Bücher anstatt in die pdf, die ich ja auch habe.

  6. Wir lesen gerne und haben es uns angewöhnt, abends vor dem Schlafen noch ein Stunde zu lesen (wenn wir nicht gerade mit anderen Dingen beschäftigt sind ;)). Meine Frau hat seit 1,5 Jahren einen Kindle 4 und ist damit sehr zufrieden. Ich selber bin eigentlich nach wie vor ein Fan von richtigen Büchern, hab mir allerdings Ende letzten Jahres ein Samsung Galaxy Tab 2 10.1 gekauft, das ich sehr vielfältig nutze. Sei es für E-Books, für Comics im PDF Format oder auch zum mobilen Surfen. Die Akku-Laufzeit ist mit 10 Stunden für mich ausreichend. Top Kamera und Superklang brauch ich nicht, denn zusätzlich habe ich noch ein Galaxy S2 Handy (mit sehr guter 8MP Kamera) und für Musik einen hochwertigen Sony MP3 Walkman mit 32 GB.

    Für knapp 300 Euro bin ich mit dem Galaxy Tab 2 hochzufrieden, das Gerät entspricht komplett meinen Erwartungen und läuft schnell und stabil. Wem das Tab 2 nicht genügt, kann für 200 Euro mehr auch ein Galaxy Note 10.1 bekommen.

    Apple allerdings ist bei mir ein absolutes No-Go, ich verzichte auf jedes Produkt dieser Firma.

  7. Moin,

    ich bevorzuge HTML im Web zum lesen. Oder PDF auf einem großen Bildschirm. Das Problem an PDF ist, das es Print Preview ist, d.h. eigentlich müsste der Bildschirm dann A4 und Hochformat sein, um normale Texte zu lesen. Mit einem guten großen Bildschirm gehts auch so, aber auf nem Tablet, oder Phone ist PDF nicht zu gebrauchen.

    In dieser Hinsicht ist die Entscheidung dass eBook HTML ähnlich den Textfluss neu Formatieren durchaus richtig, weil bei den Dingern ist die Größe und Auflösung meist bescheiden.

    Das haptische Feedback von Bildern-unter-Glas ist zudem ebenfalls beschissen, weil der Finger die zu berührende Stelle vorm Auge verdeckt, und das Glas wie gesagt keine Struktur hat.

    Ich habe zwei Android Geräte, ein Phon, und ein Tablett, weil ich mit Android als Entwicklungsplattform rumspiele, einen Anwendungszweck für Smartphones hab ich bisher noch nicht gefunden. Zum telefonieren nutze ich immernoch ein uralt Nokia mit Schwarzweis Display ohne Kamera und Internet Schnickschnack.

    ciao,Michael

  8. Ich habe beides: einen Kindle Paperwhite und ein ipad 3.

    Der Kindle ist genial, um Texte ohne Grafik (Belletristik, div. Sachbücher) zu lesen. Vor allem das geringe Gewicht, die Akkulaufzeit und!!! die Möglichkeit auch bei Lichteinstrahlung gut zu lesen ist fantastisch.

    Der ipad (oder andere tablets) wiederum ist extrem flexibel. Sofern keine nervige Lichteinstrahlung da ist lassen sich pdf#s wunderbar darstellen (lesen, vergrössern). Email – Verwaltung, Dropbox, etc….als mobiles Büro ist der Preis mehr als gerechtfertigt. Da ich auch einige Videoblogs abboniert habe und die sich von alleine draufladen führt daher für mich kein Weg mehr dran vorbei. Auch Akkulaufzeit ist meistens ok. Nachteilig ist nur das spiegelnde Display und das Gewicht, welches auf Dauer schon recht schwer wird.

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