30 Jahre Formel eins – ich werde alt und wen ich überlebt habe

Bei RTL Nitro kommt derzeit „30 Jahre Formel eins“. Das ganze wurde ja schon im März auf dem WDR gefeiert, dort mit mehr Interviews mit den Beteiligten. Ich habe früher Formel Eins jede Woche angesehen, von der ersten Sendung an. Zugegeben nicht immer haben mir die Interpreten gefallen. Auch bei den Moderatoren habe ich Präferenzen. Mit Ingolf Lück konnte ich nie etwas anfangen. Er erinnerte mich an einen Kasper und wirkte deplatziert sollte wohl eher Kabarett machen anstatt zu moderieren, dagegen war Böcking eher so was wie ein Popper der sechs Jahre nach dem Ende der Popper auf dem Bildschirm erschient und insgesamt zu angepasst und brav. Mein Favorit war Peter Illmann, doch auch Stephanie Tücking hat es nicht schlecht gemacht. Heute findet man aktuelle Musik im normalen Programm gar nicht mehr, also nicht nur Formel Eins sondern auch die Hitparade als Gegenstück (begrenzt auf deutsche Interpreten) nicht mehr. Auch Stars findet man kaum noch im Fernsehen zu Formel Eins kamen alle, auch Superstars wie George Harrison, Annie Lennox. Es hat sich eben die Medienlandschaft geändert.

Die Umsetzung von RTL-Ntro ist angelehnt an die Chartshows. Es gibt eine Top 30 die runtergespielt wird. Also während auf einer Bluescreen der Clip läuft kommentieren im Vordergrund Prominente das ganze oder den Star. Es ist etwas besser gemacht ohne dämliche Überblendungen und es kommen mehr Stars von damals und zwei der damaligen Moderatoren zu Wort. Trotzdem könnte ich auf Sternchen von Gruppen, die ich nicht kenne oder Anti-Typen wie Jürgen Milski verzichten. Nervig ist die Hitliste die von Media Control erstellt wurde. Ich frage mich nur wie, wenn bei den deutschen Hits die Wildecker Herzbungen auf Platz 2 und Nena auf auf Platz 28 kommt, dann stimmt meiner Ansicht nach was nicht.

Was mir dabei erst auffiel ist wie lange das her ist. Es sind wirklich dreißig Jahre! Also gemessen an meinem Alter 11 Jahre mehr als ich damals alt war, als die erste Folge lief. komischerweise meine ich wenn ich die Musik höre, das es gar nicht so lange her sein kann. Das liegt wohl daran dass ich sie immer wieder höre. Mein Radiosender spielt viel aus den Achtzigern. Man sieht es auch an den Klamotten und vor allem den schrägen Frisuren. Okay, ich muss zugeben, ich habe auch in den späten Achtzigern eine Dauerwelle gehabt, aber nicht so schlimm wie die meisten Interpreten in der Formel Eins. Pikant ist wenn ein Sohn von Ochsenknecht die eigentlich zivilen Outfits von Level 42 (schwarze, etwas große Mäntel) kritisiert und selbst knalllila Haare hat….

Na ja und dann kann ich noch einem Hobby frönen. Im Geiste vergegenwärtige ich immer wenn ich schon überlebt habe. Ist etwas morbide, aber wenn der Moderator sagt das Laura Brennegan mit 47 starb, denke ich mir: „Wieder jemanden überlebt“. Bald ist Whitney Houston dran und Michael Jackson ist auch nicht weit weg. Mein Ziel ist ja mal Rames der II zu schlagen. Kaum zu glauben wie alt der wurde, und das bei der medizinischen Versorgung 1300 v.Chr.

2 thoughts on “30 Jahre Formel eins – ich werde alt und wen ich überlebt habe

  1. Ts das ist mal wieder typisch für mich, glaube ich: Da mir RTL Nitro vollkommen unbekannt ist, hab ich bei der Überschrift an Autorennen und Leute wie Nicki Lauda gedacht… Erst als von „Interpreten“ die Rede war, wurde mir klar, das die gleichnamige Musiksendung gemeint ist.
    Aber wenn ich die aktuelle Musik, sofern ich davon überhaupt was mitkriege, mit meinem Geschmack vergleiche, so stelle ich fest, dass mir das meisste von dem, was heutzutage die Charts stürmt, nicht gefällt. Bleibt also festzustellen: Ja, wir sind älter geworden. Und auch wenn sich unser Geschmack nicht immer deckt, aber bei den Hits von damals hab ich auch das Gefühl, als wär’s gestern gewesen.
    Und die Frage, wen wir sonst noch überleben werden, ist schon irgendwie spannend. Vor allem bei denen, die nur ein paar Jahre älter sind als man selbst. Und es wundert mich auch, dass einige wirklich alte Hasen immer noch aktiv sind, die vom Alter betrachtet zurecht als Omas und Opas bezeichnet werden können. Als Beispiele fallen mir dazu Elton John, Mick Jagger oder Tina Turner ein.

  2. Moin Hans,

    > Aber wenn ich die aktuelle Musik, sofern ich davon überhaupt was mitkriege, mit meinem Geschmack vergleiche, so stelle ich fest, dass mir das meisste von dem, was heutzutage die Charts stürmt, nicht gefällt.

    das war aber vor 30 Jahren auch nicht anders. Zwischen der aktuellen in der Szene gehörten Musik und dem Scheiß im Radio liegen Welten.

    Der Grund dafür ist mir erst später klar geworden, als ich selber im Musikgeschäft aktiv wurde. Die 3 (damals noch 5) Major Label haben ca 60% des Plattenumsatzes, aber je nach Sender 95% bis 99% der Sendezeit. Einer der Gründe ist zum einen Korruption der Radio DJs und Sender, ein anderer Faulheit. GEMA und ASCAP Abrechnungen werden nicht nach Interpreten sondern nach Labels sortiert. Und der bürokratische Aufwand ein Stück eines Minor Labels zu spielen, ist den meisten Radio DJs zu hoch. Da wird dann eher der aktuellen Major Scheiß gespielt, oder alte Stücke, wo die Daten schon im Rechner sind.

    Der Hauptgrund ist natürlich Sturgeon’s Law: 90% von allem ist Scheiße! Das gilt für Musik, Filme, Blogbeiträge, und Kommentare genauso wie für SciFi Literatur. Insbesondere gilt dies natürlich bei Fernsehsendern bei denen die Werbung besser ist als die Eigenproduktionen.

    ciao,Michael

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