Passagierflüge mit der Buran – Technisch möglich?

In meinen Persiflagen rechne ich ja normalerweise nichts durch, meistens nehme ich sogar Dinge die physikalisch unmöglich sind (ich habe da noch einiges in Petto, aber ich denke ich streue das ein bisschen, sonst schaut jeder sofort in welcher Kategorie der Aufsatz einsortiert ist. Mich hat ja beim letzten Artikel in der Kategorie gefreut, dass zumindest der eine oder andere reingeflogen ist (sonst macht’s ja keinen Spaß). aber wäre es technisch möglich?

Also damit wir alle auf dem gleichen Informationsstand sind: lest euch den Blog durch. Könnte man mit der Buran solche Passagierflüge durchführen? Nun eines das kann ich nach kurzem Überschlagen im Kopf ohne Rechnung sagen : nicht mit der Personenzahl. Aber gehen wir es systematisch an. Wir müssen erst mal die Masse bestimmen, um zu sehen ob das mit der Trägerrakete klappt, aber auch Buran die transportieren kann. Continue reading „Passagierflüge mit der Buran – Technisch möglich?“

Die Sache mit dem LAS

SpaceX hat nun ja ihre Super-Draco Triebwerke qualifiziert, die eine Doppelfunktion als LAS (Launch Abort System) und Landetriebwerk haben. Wie immer reklamiert die Firma einige „First“, einige sind auch echte Erstleistungen, andere nicht. Was keine Erstleistung ist ist die Konzeption eines LAS nicht als Turm auf dem Raumschiff wie bei Mercury, Apollo oder Sojus, sondern an der Basis. Das wird auch das Konkurrenzmodell CST-100 haben und die ESA plante es schon vor 25 Jahren für ihren Raumgleiter Hermes. Die ESA hat übrigens auch schon 13 Jahre vor SpaceX eine unbemannte Kapsel, nämlich ihren ARD, gestartet und erfolgreich geborgen.

Fangen wir zuerst mal an was die Vor- und Nachteile eines auf der Kapsel angebrachten und eines an der Basis angebrachten LAS. Zum einen ist die Belastung bei der Auslösung natürlich eine andere. Oben angebracht ist es eine Zugbelastung, unten angebracht eine Schubbelastung, die sich noch dazu zum Schub der Rakete addiert. Doch das ist sicher konstruktiv lösbar auch sonst sind Kapseln ja einseitige Belastungen gewöhnt. Deswegen sind sie so massiv. Continue reading „Die Sache mit dem LAS“

Die LOX/Methan Atlas

Ich greife mal Gerrys Vorschlag wie eine LOX/Methan Atlas aussehen könnte. Ich sage allerdings gleich, dass ich das für eine Schappsidee halte. Zum weinen verschenkt man bei der Oberstufe die ja nun LOX/LH2 einsetzt ziemlich viel an Leistung und zum anderen es zwar experimentelle Erprobungen des RL-10 mit einem Methanbetrieb gibt, aber es niemals einen Entwicklungszyklus für diesen Treibstoff durchlaufen hat. Das macht aber den Großteil der Kosten aus und damit auch der Zeit.

Also die Sache ist relativ einfach. De Gesamtmasse der Rakete muss sich nach dem Schub eines Raptors richten. Das hat 4480 kN im Vakuum, das sind wenn man die spezifischen Impulse von 321 und 363 s kennt 3961 kN am Boden. Wenn die Rakete ohne Booster mit 12 m/s starten soll, darf sie also maximal 330,1 t wiegen. Davon ziehen wir mal 3,1 t für die Nutzlastverkleidung ab, bleiben 323 t für Nutzlast erste Stufe und zweite Stufe. Auf der anderen Seite hat das RD-180 auch nur einen Schub von 3.890 kN; also noch weniger. das bedeutet, wenn die Stufenmassen gleich bleiben und die Nutzlast nicht zu sher ansteigt (maximal 6 t), dann kann man die Stufenmassen der Atlas V übernehmen. Continue reading „Die LOX/Methan Atlas“

Was mir an SpaceX gefällt

Die Reaktion einiger zu meinem letzten Blog hat milch zu meinem heutigen Blog bewegt. Einige sind offenbar der Meinung, ich habe etwas generell gegen die Firma. Wie ich schon in den Kommentaren verdeutlicht habe, geht es vor allem um die Informationspolitik. Sie besteht zum einen aus ziemlich großspurigen Statements von Musk und entsprechenden Auftritten die unterschwellig suggerieren, alle anderen Raumfahrtfirmen wären strunzdoof  und geldgeil (auch wenn er es nicht explizit sagt) und dem krassen Gegensatz zwischen Ankündigungen und Erreichtem, insbesondere beim Verschweigen von nicht so positiven Nachrichten. Das macht natürlich auch stutzig bei den positiven Nachrichten ob diese denn nun stimmen. Doch damit kein falscher Eindruck entsteht heute ein Blog in dem ich mal schreibe was mir an SpaceX gefällt.

Doch zuerst mal was grundsätzlichem: ich meine es ist natürlich, dass man sich über die Dinge auslässt die einem nicht gefallen. Über die Dinge, die einem gefallen, kann man wenig schreiben zumindest fällt einem das meist nicht auf, anders als die Dinge die einen stören. So habe ich ja auch andere Themen mehrfach aufgegriffen ohne dass mir jemand deswegen Vorwürfe gemacht hat, ich wäre dagegen so die chaotische Trägerpolitik der ESA bei ariane 5+6+Vega, Europas Schlingerkurs bei der ISS und der Beteiligung. Vielleicht bin ich auch das was man bei uns einen „Bruddler“ oder „Burdeller“ nennt also einer der sich über alles beschwert, zumindest bin ich eher Pessimist als Optimist. Aber zurück zum Thema: was gefällt mir an SpaceX? Continue reading „Was mir an SpaceX gefällt“

Der Schmetterlingseffekt

Unter dem Schmetterlingseffekt versteht man, dass kleine Änderungen in einem nichtlinearen, dynamischen System sich soweit aufschaukeln können, dass sie die gesamte Dynamik des Systems verändern können.

Das „Gesetz“ stammt von dem Meteologen Edward N. Lorenz, der postulierte, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien die Entstehung eines Sturms einige Monate später im Atlantik auslösen könnte, indem er eine lokale Luftströmung verändert, die dann wieder eine größere Luftströmung verstärkt oder abschwächt etc., bis die Veränderung sich zu einem Orkan auswächst.

Die Grundlagen dafür schuf Lorenz schon 1963, als er an der Vorhersage des Wetters arbeitete. Diese ist heute über zwei Wochen möglich, doch mit den damals verfügbaren Rechnern war man damals noch bei den Anfängen dieser Technologie. Lorenz war einer der Ersten, der die Modelle für die Wettervorhersage auf einem Computer erprobte. Er arbeitete nicht direkt mit Wetterdaten, sondern dem Modell der Veränderung der Atmosphäre versuchte also zuerst einmal, das korrekte Modell für die Vorhersage zu finden. Continue reading „Der Schmetterlingseffekt“