Die Emanzipation und die CSU

Als kürzlich mal wieder eine Reminiszenz an die Achtziger sah, fiel mir die deutsche Musik auf. Etwas was mir auffiel war der Wechsel der Themen. Eines davon war das Aufkommen von Gleichberechtigungsthemen und Emanzipation. Zum einen emanzipatorische Songs wie „Neue Männer braucht das Land“, zum anderen Songs in denen auch Männer Gefühle jenseits von Liebesgeschwafel zeigen dürfen wie Grönemeyers „Männer“ oder Purple Schulz: „Ich will raus“. Das gipfelte dann in den Neunziger in „Mädchen“ von Luci-Elektrik, das man aber auch schon als erstes Lied der Trendwende sehen kann, je nachdem wie man den Text auslegt.

Die Emanzipation damals und heute

In der Zeit ging es nicht nur um politische und gesellschaftliche Themen wie Abtreibung oder Benachteiligung im Beruf. Es drehte sich auch um ein neues oder ein verbessertes Geschlechterverständnis und eine andere Form der Beziehung, Das ist heute kein Thema weil es sich geändert hat. Dazu trägt auch bei, das viel mehr Frauen als damals in einem Beruf sind und dies nicht nur in dem schlecht bezahlten Sektor wie der typische „Frauenberuf“ Arzthelferin oder Friseuse. Heute machen mehr Frauen Abitur und studieren als Männer. Nur noch in der Führungsetage scheint Handlungsbedarf zu bestehen. Seit Jahren wird ja die Quote bei Vorständen in DAX-Konzernen diskutiert. Dafür können inzwischen auch Männer eine Auszeit bei Geburt eines Kinders nehmen. Natürlich ist noch nicht alles erledigt. Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer für die gleiche Arbeit. Doch es scheint so als hätte die Emanzipationsbewegung ihre großen Themen verloren.

Ich habe mich mal erinnert wodurch mit die Emanzipationsbewegung in den letzten Jahren aufgefallen ist. Primär natürlich durch die Geldwäsche von Schwarzer mit der fadenscheinigen Begründung sie müsste das Geld in der Schweiz parken, falls sie wegen Verfolgung aus Deutschland flüchten müsste. Wenn sie das wirklich glaubt lässt das tief blicken. Die Frau hält wohl unsere Gesellschaft für keinen Rechtsstaat oder sieht sich als eine Art Freiheitskämpferin, die um ihr Leben fürchten muss. Irgendwie scheinen ihr die Themen zu fehlen. Das letzte, was ich wahrgenommen habe, war der Kampf gegen Prostitution. Wie ich einem Film über Zwangsprostitution entnehme, hat sich in den Augen der Feministinnen hier alles verschlechtert: Die Entkriminalisierung würde Zwangsprostitution fördern. Die Argumentation ist die, das nun ja nicht nur die Prostitution „legal“ ist, also siech die Frauen auch normal versichern können, ja sogar den Rechtsweg bestreiten können um Honorare einzuklagen, sondern eben auch die Zuhälterei legal ist, was vorher auch verboten war. Das wird eben bei der Zwangsprostitution ausgenutzt. Allerdings ist das nur ein Teil. Prostitution. Die Frauenbewegung, zumindest die der EMMA und Schwarzer vorstehen, wollen gar keine Prostitution. In Diskussionen beschreiben sie die Frauen immer als Opfer, sogar wenn in der Runde aktive Prostituierte teilnehmen die für sich sagten das sie sich nicht als Opfer sehen und diesen „Beruf“ aus freien Stücken nachgehen. Das hat für mich was befremdliches an sich, vergleichbar dem Sozialismus, wo „die Partei“ immer recht hat, selbst wenn jeder sieht das dem nicht so ist.

Dabei hat sich durchaus auch was verschlechtert. In den Achtzigern waren für die D-1 Mission auch Rauen in der Endauswahl für die Astronauten. Nun muss man für dieses Ziel eine private Webseite aufsetzen die Spenden dafür sammelt. Wie die „Gewinnerin“ dann mal ins All kommen soll, bleibt für mich offen. An und für sich finde ich es schon blamabel. Wir haben mittlerweile knapp ein Dutzend Deutscher die ins All flogen und alle waren Männer. Bei anderen Ländern sieht es da besser aus. Frankreich brachte schon in den Neunzigern die erste Astronauten ins All.

GNTM – der Abgesang auf die Emanzipation

Seit 10 Jahren erfreut sich „Germanys next Top Modell“ großer Beliebtheit. Es gibt Tausende von jungen Frauen die zu den Castings kommen, obwohl ja jeder weiß das danach nicht die große Modellkarriere winkt. bis vor wenigen Jahren war es auch so, das die Teilnehmerinnen außer der Siegerin am Ende der Show mit nichts da standen obwohl sie Monate ihrer Zeit geopfert haben. Obwohl das Format davon lebt, die Frauen eigentlich von ihrer schlechten Seite zu zeigen, ist es sehr erfolgreich und wie der Teilnehmerdrang zeigt, nicht nur beim Zuschauer sondern auch bei den Frauen. Ist das Emanzipation, wenn man als Lebensziel es sieht, auf das Äußere reduziert zu werden?

Vor einigen Jahren wurde das noch gesteigert, da brachte Pro 7 mal einen Wettbewerb um das „Sommermädchen„. Auch hier mit Ausschlussverfahren, nur eben andern „Challenges“. Bei einer dürften zwei „Checker“ die niemand kannte die Mädchen deren Outfit ihnen nicht passte, in den Pool schubsen. Preis: Ein Fotoshooting bei der FHM! Vorher dürfte sich schon Til Schweiger mit seiner „Mission Hollywood“ beweisen. Bei der es angeblich um eine Hollywoodkarriere ging (real: eine Nebenrolle in einem der nächsten Til Schweiger-Filme). Auch hier gab es nur Kandidatinnen und alle Szenen die sie spielen sollten hatten mit Erotik oder Zweideutigem zu tun.

Ich wage die Prognose: in den Achtzigern wäre so was nicht möglich gewesen. Dafür dürfte man damals noch Mohrenkopf und Negerkuss sagen. Daraus schließe ich, das Frauen heute eher diskriminiert werden dürfen als Mitmenschen mit dunklerer Hautfarbe.

Die Bayernpartei

Das zweite was mir auffiel war die CSU. Man hörte ja in den letzten Wochen nicht mehr viel von ihr. Angesichts des Erfolgs von Schulz, zumindest bei den Umfragen hat Seehofer die Parole ausgegeben wohl nicht mehr dauernd der CDU in die Beine zu grätschen. Doch letzte Woche brachte sie sich nochmal in Erinnerung. Bei der Abstimmung im Bundesrat über die Maut. Da einige Bundesländer dem nicht zustimmen wollen, drohte Bayern mit der Kürzung von Zahlungen in den Länderfinanzausgleich. Die SPD versuchet das noch schönzureden. Es wäre Bestandteil des Koalitionsvertrages und Seehofer freut sich in so unverschämter Weise, das Extra das sogar mit Marlon Brando beim Paten vergleich., (hier ab 1:34, sehenswert!). Dabei will die Maut wirklich keiner außer der CSU Spitze, ich glaube nicht mal ein Großteil der Wähler, denn die haben ja auch nur einen Mehraufwand weil auch sie erst mal eine Plakette kaufen müssen auch wenn sie das später wieder zurückbekommen. Die Position der SPD ist noch unverständlicher. Was hat das mit dem Koalitionsvertrag zu tun? Denn es geht ja um den Bundesrat, nicht den Bundestag. Dort wurde sie mit den Stimmen der SPD durchgesunken. Wenn aber die Bundesländer nicht mehr nach ihren eigenen Willen abstimmen dürfen, dann könnte man ihn ja gleich ganz abschaffen.

Auch der CDU schadet die CSU. Nicht nur mit dauernden Angriffen gegen Merkel, sondern es macht sie unglaubwürdig. Schließlich hat Merkel beim Duell 2013 gesagt „Mit mir wird  es keine Maut geben“. Versprochen und gebrochen. Nun gibt es ein CDU Wahlprogramm und ein „Bayernprogramm“. Es steht dann zu befürchten, dass am Schluss die extremen Positionen dieses Bayernprogrammes Bestandteil der Koalitionsvereinbarung werden, wenn die CDU wieder regiert. Schon bei der Europawahl nahm ich in den CSU Spots nur dauernd wahr was diese Partei für Bayern tun will. Was bitte hat Bayern mit Europa zu tun? Wo sind die Positionen der CSU zu den Problemen die Europa hat?

Meine Meinung: Die CDU sollte auch in Bayern auftreten und die CSU im restlichen Bund. Ich sehe da sogar einen Nutzen für die CDU. Die CSU hat eindeutig rechte Position, weitaus rechter als die der CDU. Die Aktionen gegen Flüchtlinge sollen ja gerade die AFD in Bayern wo dieses Jahr auch gewählt wird nicht hochkommen lassen. Auch wenn die CSU übel ist, so ist sie doch noch um einiges besser als die AFD. Sie könnte ihr so viele Stimmen entziehen das diese unter die 5% Grenze fällt. Wir haben das ja auch im Linken Lager wo sich die Linke am Rand neben der SPD etabliert hat. Die Grünen waren ja mal da dran und nun sind sie … irgendwo in der Mitte.

3 thoughts on “Die Emanzipation und die CSU

  1. „Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer für die gleiche Arbeit.“
    Haben sie auch Belege für diese Aussage. Meistens wird nur der der unbereinigte Gender Pay Gap genannt. Bei dem werden nicht nur Landwirtschaft, Fischerei, öffentliche Verwaltung, private Haushalte und Betriebe unter 10 Beschäftigten nicht berücksichtigt, es wird auch zusätzlich auch einfach alles in einen Topf geworfen.
    Rechnet man man Qualifikation, Berufserfahrung, Dienstalter, Teilzeitarbeit, Überstunden und Schichtarbeit mit ein bleiben von den 21% nur ein drittel über.
    Das wird noch weniger, wenn man weitere Dinge mit einbezieht. Zum Beispiel ist der Frauenanteil unter den Ingenieuren im Osten viel Höher. Es sind 33% der Ingenieurinen in den neuen Bundesländern beschäftigt. Dort werden die natürlich schlechter bezahlt, was aber nicht an ihrem Geschlecht liegt. Vergleicht man wirklich identische Arbeitsplätze und Erwerbsbiografien bleibt praktisch nichts über vom Gender Pay Gap über. Kein Wunder, das da schon der Name nicht stimmt. In der Statistik wird ja in der Regel das biologische Geschlecht zugrundegelegt und nicht das Soziale.

    Für mich sieht man daran, das die Diskussion oft vollkommen an den Tatsachen vorbei geht. Man zeigt mit Zahlen Dinge die sie gar nicht belegen, versperrt den Blick auf die eigentlichen Ursachen und versucht oft eine Meinungsbildung über Stimmungen. Heute wird immer alles moralisiert und wenig mit den nüchternen Fakten argumentiert.
    Gerade der moderne Feminismus kommt oft über die Gefühlsschiene. Schulz verbreitet bis jetzt auch nur ein wohliges Gefühl. Die CSU hat ihre Maut auch mehr durch so ein Gerechtigkeitsgefühl begründet, als durch Zahlen. Überall das selbe Muster und dann wundert man sich über Rechtspopulisten.

  2. Die CDU in Bayern und die CSU im Rest würde einige Probleme lösen. Im Zweiten Schritt könnte dann über ein Fusion mit der AFD nachgedacht werden. Danach wäre sogar eine absolute Mehrheit von CDU/CSU möglich. Die alternative ist ein Linksbündniss unter Schulz.

  3. @CH64: Vielen Dank für Deine Ausführungen zum Gender Pay Gap! Der Gender Life Expectancy Gap – da liegen die Männer um mehrere Jahre zurück – ist hingegen real, wird in den Medien aber kaum thematisiert. Und bei den Transfereinkommen – Hartz IV, Unterhaltszahlungen, Witwe(n/r)rente etc. pp. – liegen die Frauen ebenfalls deutlich vor den Männern. Schreibt aber erst recht keiner etwas drüber. Interessant wäre dabei insbesondere die Frage, ob bei der Summe aus direktem Einkommen und Transfereinkommen die Frauen überhaupt zurück liegen.

    @Bernd: Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer sind am Ende genauso Lobbyisten, wie die von der Öl- oder Autoindustrie bezahlten professionellen Politik-Beschwätzer. Während die Presse aber gelernt hat, nicht alles, was zum Beispiel Greenpeace oder Atom-Lobbyisten verkünden, für bare Münze zu nehmen, werden Alice Schwarzer und Co. m.E. noch viel zu wenig hinterfragt. Und „Männerrechtler“, die die Politik auf die Felder hinweisen, in denen Männer benachteiligt werden, fehlen so gut wie ganz. Stattdessen haben wir Machos wie Trump, die einfach nur plump versuchen, die Frauen wieder aus der Gesellschaft herauszudrängen. Was wir aber bräuchten, wären Männer, die eben auch dort Gleichberechtigung fordern, wo Männer benachteiligt werden, zum Beispiel bei der Lebenserwartung, bei den Transfereinkommen oder vor Gericht, wo sie für dieselben Taten oft strenger bestraft werden als Frauen.

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