Zum wiederholten Male: schlechtes Fernsehen

Derzeit leide ich unter der Küchenschlacht und Reich und Schön. Zur Erklärung: Die Sendungen laufen zur Mittagszeit. Wenn ich also für mich und meine mittlerweile 85 Jahre alte Mutter koche und zum Essen rufe, dann darf das nicht vor 12 Uhr fertig sein, sonst könnte man ja was verpassen. Wenn sie mal dran ist, dann ist zu hoffen, dass sie nicht den letzten Nachmittag weg war, weil sie sonst die Wiederholung der Nachmittags Telenovela ansehen muss was den Essenszeitpunkt auf 12:30 bis 13:00 verlegt.

Mal abgesehen dass in den Sendungen immer das gleiche kommt – nie würde ich mich auf eine Sendung einlassen, die ich täglich anschauen muss (ja ich schaue nicht mal die Nachrichten täglich an). Wehe ich erwähne das das alles Schrott ist und ein weiches Steak besser als eines mit einer sohlenartigen Konsistenz vom ewigen warmhalten… Aber dann diese… Vor allem diese Kochshows. Danach kommen irgendwelche Ratschläge meiner Mutter wie ich kochen soll (Das Fleisch nicht mehr in der Pfanne sondern im Backofen bei 80…). Meine Mutter ändert nie was, wehe ich komme mal auf die Idee andere italienische Nudeln als Spagetti zu kochen – „Die kannst Du ja mal alleine essen“. Aber Kochshows gucken….

Das ist aber so ein typisches Beispiel für Trends: Ist ein Sender mit einem Format erfolgreich wird es sofort kopiert. Nun schwappt die Kochwelle über uns. Auch noch am Schwappen ist die Talentwelle…. Bei den Privaten auch die CSI Welle und bei den öffentlich-rechtlichen ist es erst seit dem „letzten Zeugen“ so, dass der Gerichtsmediziner überhaupt in einem Krimi vorkommt (in dem Hannoveraner Tatort sogar die Hauptrolle hat). Das ist dann die öfr Version von CSI.

Dann gibt es noch so Billigfernsehwellen wie Zoofernsehen auf öffentlich rechtlichen, Doku-Soaps von Asozialen auf den Privaten. Das ist ja nichts neues. Schon in den achtziger Jahren gab es erst die Welle mit Ärzten (ausgelöst von der Schwarzwaldklinik) und dann mit den Pfarrern („Oh Gott Herr Pfarrer“). Aber da waren es noch einige Serien die mal in der Woche liefen und nach 20-30 Sendungen war Schluss. Nun gibt es das ganze hinten und Vorne. Täglich und auf allen Sendern.

Wie war es eigentlich von 20-30 Jahren möglich gutes Fernsehen zu produzieren? Gabs mehr Geld, weniger Kanäle oder mehr Zeit (Gerne vergessen: Als ich klein war ging das Programm so um 14:00 los und endete um 24:00. Später wurde dann das Mittagsfernsehen eingeführt und zu Olympia 1988 probeweise das Frühstücksfernsehen – weil alle Sportwettbewerbe nachts begannen und mittags zuende waren. Danach hat man sukzessive auch noch die Nacht gefüllt. Braucht man soviel Fernsehen. Oder tut es auch weniger, dafür besseres?

Mir ist da ein Pausenfüller in den Sinn gekommen. Ja früher in der grauen Fernsehvorzeit gab es noch Pausen zwischen den Sendungen. Fragen sie mich nicht warum, aber damals gab es so kurze Pausenfilmchen. Und da ist mir einer hängen geblieben. Einer der ich finde um einiges besser ist als 50% des heutigen regulären Programmes. Aber sehen sie selbst:

One thought on “Zum wiederholten Male: schlechtes Fernsehen

  1. Keine wilden Cuts im 300-Millisekunden-Takt, keine 720-Grad-pro-Sekunde Kameraschwenks, keine bassigen „Matrix“ Sound-Effekte, und laenger als 10 Sekunden dieselbe Szene – dieser Spot ist definitiv voellig ungeeignet fuer aktuelles Fernsehen 🙂

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