Auflösung Nix mit Google Rätsel 3

Ich dachte eigentlich das letzte Rätsel ist zu lösen, aber es hat keiner ohne Hilfe hinbekommen. Die Rede ist von Pluto. Pluto wurde postuliert, als Neptun alleine Störungen der Uranusbahn nicht erklären konnte. Als man ihn 1930 entdeckte war er nur ein Punkt im Teleskop. Es war also nicht möglich die Größe zu bestimmen. Bekannt war die Helligkeit, doch da die Helligkeit nicht nur von der Größe sondern auch der Reflexionsfähigkeit des Materials abhängt, waren die Schätzungen falsch.

Im Sonnensystem liegen die Extreme für die Reflexionsfähigkeit zwischen 0,03 (Ringmaterial des Uranus) und nahezu 1 bei Enceladus. Anders ausgedrückt: Ein Körper mit der Reflexionsfähigkeit von Enceladus ist füneinhalbmal kleiner als einer mit der Reflexionsfähigkeit des Ringmaterials bei gleicher Helligkeit. Die frühen Schätzungen setzen die Reflexionsfähigkeit erdähnlicher Körper wie Mond und Mars an und lagen zu hoch. Erst zwanzig Jahre nach der Entdeckung gab es durch visuelle Beobachtungen eine Obergrenze fpr den Durchmesser, die bei 5.760 km lag.

Die zweite Methode ist eine Sternbedeckung. Wenn ein Planet einen Stern bedeckt so kann die Zeit gemessen werden, die er ihn bedeckt und daraus der Durchmesser genauer bestimmt. Doch erst 1965 passierte Pluto einen Stern – auch diese Bedeckungen sind sehr selten je kleiner der Planet ist – verpasste ihn aber zum Erstaunen der Wissenschaftler. Damit konnte die Obergrenze zu 6.800 km festgelegt werden. In meinem ältesten Astronomiebuch von 1977 wurde sein Durchmesser noch auf 5.860 km geschätzt, derselbe Wert wie schon 1950. 1978 wurde Plutos Mond Charon entdeckt und das erlaubte es die Masse genauer zu bestimmen und damit den Durchmesser auf 2.700 km zu reduzieren. Weitere Messungen von Teleskopen, Sternbedeckungen und schließlich die Vermessung von Charon Passagen über Pluto von Hubble führten dann zum noch heute gültigen Wert von 2.300 km.

Da der (bekannte) Durchmesser von Pluto über Dekaden immer abnahm gab es bei Astronomen daher den Witz, in ein paar Jahren wäre er wohl ganz verschwunden….

So, da es mit der Beteiligung bei Rätseln nicht so weit her geht, wenn die Fragen so gestellt werden dass sie Wissen oder zumindest etwas intensivere Recherche voraussetzen stelle ich das Rätsel vorerst mal wieder ein.

4 thoughts on “Auflösung Nix mit Google Rätsel 3

  1. Ich bin für letzteres, da ich in einem Artikel in Telepolis, der zu dieser Abstimmung und dem Kongress auf dem sie stattfand gelesen habe, das diese Abstimmung stattfand, als die meissten Kongressteilnehmer schon wieder abgereist waren, und somit eingentlich nur eine Minderheit der IAU Mitglieder diese Entscheidung getroffen hat.

  2. Der Beschluss war aber richtig, wenn man nicht einfach Planeten nach Historie benennt, sondern echte Kriterien ansetzt. Es gab schon früher Einwände gegen Plutos Planetenstatus. Isaac Assimov hat da ein gutes Essay geschrieben, das ich schon in den achtzigern gelesen habe.

    Was ich dagegen nicht so überzeugend war diese neue Gruppe von „Dwarf Planets“ einzuführen die einer gewissen Systematik entbehrt.

  3. Und dann ist da noch Charon, der bisher noch als Mond gilt, aber eigentlich mit Pluto ein Doppelplanetensystem bildet, da der gemeinsame Schwerpunkt ausserhalb Plutos liegt.

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